Wieso sind bei uns Strafen für Verbrechen vergleichsweise milde?

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7 Antworten

In Deutschland steht neben dem bereits genannten Prinzip der Resozialisierung auch die Menschenwürde des Strafgefangenen im Vordergrund. Aus deutscher Sicht ist es menschenunwürdig, wenn ein Gefangener sein gesamtes Leben im Gefängnis verbringen muss ohne eine Chance hat wieder freizukommen. Dies gilt erst Recht für die Todesstrafe. Art. 1 GG verbietet dem Staat Strafgefangene hinzurichten.

Außerdem müssen Strafen in Deutschland gem. Art. 20 GG verhältnismäßig sein. Das Grundgesetz verbietet daher drastische Strafen für Kleinigkeiten, wie man es häufig in den USA sieht.

Wir sollten daher in Deutschland froh sein, dass das GG und das Bundesverfassungsgericht strenge Vorgaben zur Länge von möglichen Strafen machen. Im Einzelnen stimmt es zwar, dass die Strafen für bestimmte Straftaten zu kurz sind. Dies sind aber Ausnahmen.

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Kommentar von lobster3221
11.06.2016, 16:14

Wieso soll ich froh sein, das ein Verbrecher nach 3 Jahren wieder auf Tour gehen kann? Wenn solche Typen es nicht checken wollen, sollte man hart durchgreifen. Wurde bei dir schon mal eingebrochen? Dann würdest du glaub ich auch etwas anders drüber denken..

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Kommentar von Artus01
11.06.2016, 17:39

Art. 1 GG verbietet dem Staat Strafgefangene hinzurichten.

Stimmt nicht ganz, der Art. 102 verbietet die Todesstrafe. Art. 1 verhindert nur zuverlässig (durch Art. 79, sogenannte Ewigkeitsklausel) daß sie wieder eingeführt werden kann.

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Es ist nicht immer gut zwei unterschiedliche Rechtssysteme gegeneinander zu stellen.

Weiter unten ist der geläufige Begriff Resozialisierung genannt, der eigentlich falsch ist, letztlich aber jeder weiß was gemeint ist.

Schon allein der § 2 des Strafvollzugsgesetzes zeigt hier schon den Unterschied auf, denn dort heißt es:

Im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig
in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen

(Vollzugsziel). Der Vollzug der Freiheitsstrafe dient auch dem Schutz
der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten.

Hintergrund ist, daß der zum Schluß angegebene Schutz der Allgemeinheit, vordringleich durch einen während der Haft laufenden Sozialisierungsprozeß erreicht werden soll. Dies ist sicher ein herer Grundsatz, steht aber in unserem Rechtssystem im Vordergrund. Dies ist in der BRD Gesetz, daß hier die Erfolge recht mager sind steht auf einem anderen Blatt.

Wenn ich einen Wiederholungstäter für einen Diebstahl 100 Jahre einbuchte, brauche ich mich um Sozialisierung nicht mehr kümmern.

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Prinzipiell, gibt es immer eine leidtragende Gruppe, welche die Hauptlast eines Justizsystems tragen muss. In einem regiden System sind das eher die Justizopfer, in einem liberalen Sytem sind das eher die Opfer von Straftaten. 

Für welches Rechtssystem sich eine Gesellschaft entscheidet hängt letztlich damit zusammen mit welcher Grupper sich die Politiker und aber auch die Mehrheit in der Gesellschaft identifiziert. Diese Gruppe wird dann auf Lasten der anderen geschont.

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Der Richter ist in seiner Entscheidung so gut wie frei und unabhängig. Da können Urteile schon mal unterschiedlich ausfallen, auch wenn die Tat nahezu gleich ist.
In Bayern wird sowieso härter gehandhabt als im Norden, das steht auch fest.
Eine große Rolle spielt hier auch die Landeskasse des Bundeslandes. Die Gefängnisse sind überfüllt, die Kapazitäten werden stetig nach unten geschraubt. Da will man die Kosten gering wie mäglich halten, weil der Staat vergleichsweise finanziell schwächer ist.

Wir hatten mal 2 Tage lang die Möglichkeit, uns mit den Verantwortlichen einiger JVA zu unterhalten, mit den Inhaftierten zu reden.

Und man machte uns deutlich, dass die Gefängnisse früher größer waren als sie heute sind, dabei zeigten sie auf 2 benachbarte, leerstehende Gebäuden.

Zudem hat man sich darüber Gedanken gemacht, ob es sinnvoller ist, milder zu bestrafen, damit sie in dieses Loch nicht hineinfallen. Denn wer einmal im Gefängnis war, der neigt dazu, wieder schnell Straftaten zu begehen, weil er durch seine Zeit in Haft das soziale Leben verliert.

Man will die Menschen nicht sofort "kriminalisieren", als Schwerstverbrecher einstufen, damit sie es leichter haben und doch aus ihren Fehlern lernen. Das betrifft natürlich nicht den Mörder oder Vergewaltiger, ist klar denk ich.
Aber ein Einbrecher begeht kein Verbrechen, sondern "nur" ein Vergehen. Also ist es schon mal anders anzusehen.

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Kommentar von lobster3221
11.06.2016, 16:17

Du denkst auch anders, wenn bei dir mal einer eingebrochen ist, versprochen. Einbruch als Vergehen zu bezeichnen, grenzt schon an Satire^^

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Kommentar von Ervo17
11.06.2016, 18:19

Wenn du keine Ahnung vom Straftecht hast, dann kommentiere nicht. Der klassische Einbruch ist ein Vergehen nach dem StGB. Was ein Vergehen ausmacht, recherchiere bitte. So schwer ist es nicht. Und Vergehen werden milder bestraft, weil sie eben keine Verbrechen sind.

Vergehen: Mindestfreiheitsstrafe unter 1 Jahr, nur Geldstrafe möglich, können auch Antragsdelikte sein

Verbrechen: Mindestfreiheitsstrafe nicht unter 1 Jahr, Geldstrafe nur zusätzlich zur FS möglich, Verbrechen sind immer Offizialdelikte

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In Deutschland steht halt bei die Resozialisierung und nicht die Bestrafung an sich im Vordergrund.

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Ich find die strafen in deutschland auch zu niedrig , die USA haben ein gutes system nach 3 schweren straftaten gibts lebendslänglich, das sollte man hier auch einführen.

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Weil Deutschland auf Resozialisierung ausgerichtet ist, nicht auf Rache.

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Kommentar von lobster3221
11.06.2016, 16:05

Ist das den Opfern von Straftaten gegenüber gerecht?

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