Wieso bäckt der Bäcker Brot?

10 Antworten

In dem Fall bezieht sich das Backen nicht auf das was verarbeitet wird sondern auf das Endergebnis. In den meisten Fällen bleibt ein zu bearbeitendes Gut ja dasselbe und ändert nur seine Eigenschaften. Wenn man ein Messer schleift bleibt es ein Messer, aber die Eigenschaft "stumpf" wird zur Eigenschaft "scharf". Der Teig hingegen ist nach dem Backvorgang kein Teig mehr sondern Brot. Man sagt ja auch "man baut ein Haus", nicht "man baut Ziegel, Bretter, Balken, Beton etc". Wenn nach dem Verarbeitungsprozess etwas grundsätzlich anderes rauskommt als vorher hineingesteckt wurde, wird meist das Endprodukt bezeichnet.

  • Nein, da muss ich dir leider widersprechen. Deine Grundannahme ist falsch.
  • "Backen" kann eindeutig im Deutschen und in vielen anderen Sprachen sowohl auf das Produkt bezogen sein ("Brot backen" > im Sinne von "anfertigen") als auch auf den Prozess ("der Teig muss erst gebacken werden" > im Sinne von "im Ofen garen"). Einen Widerspruch oder eine Ungenauigkeit ist das nicht, sondern einfach eine ganz normale, weit verbreitete Mehrdeutigkeit des Verbs.
  • Dies ist bei vielen Verben der Fall, sowohl im Deutschen wie auch in anderen Sprachen. Du hast dich da etwas in die eine Bedeutung verrannt und ignorierst die andere.

M.M.n. sehr gut erklärt und argumentiert. (Aber: Ein Widerspruch ... ist das nicht.)

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Ich möchte BerwinEnzemanns, Kajjos und EinAlexanders Kommentare unterstützen.

Nach deiner Argumentation könnte ich nämlich meine Gäste nie mehr mit Kaffee oder Tee bewirten.

  • Schade, denn ich frage meine Gäste oft: "Soll ich Kaffee oder Tee machen?" - Aber ich mache (=produziere, stelle ... her) ja keinen Kaffee oder Tee. Nein, das kann ich nicht.
  • Manchmal frage ich auch: " Soll ich Kaffee oder Tee kochen?" Das ist dann ja auch gar nicht gut. Meine Gäste könnten denken, dass ich überhaupt keine Ahnung von der Kaffee- oder Teezubereitung habe und dankend ablehnen. Wer möchte schon gern Kaffee oder Tee trinken, der gekocht wurde? Der ist ja dann total bitter und eigentlich ungenießbar.

Damit wir trotzdem Kaffee oder Tee trinken können, werde ich mich in Zukunft also folgendermaßen ausdrücken: "Soll ich Kaffee oder Tee zubereiten?" Das klingt für meine Begriffe zwar vielleicht etwas gestelzt, andererseits aber auch elegant, ach, eigentlich gar nicht so schlecht. Ich kann mich natürlich auch ganz einfach aus der Affäre ziehen mit der Frage: "Möchtet ihr Kaffee oder Tee?"

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