Wie würden weise Menschen damit umgehen?

3 Antworten

Totale Selbstlosigkeit ist nicht nur keine Option, sie ist auch kontraproduktiv und völlig irrational.

Denn es kann nur derjenige altruistisch sein, d.h. Dienst an den Mitmenschen verrichten, der selbst im Leben gefestigt ist und nicht an innerer Zerrissenheit leidet. Du musst "egoistisch" denken, damit du altruistisch handeln kannst.

Dein Wunsch, selbstlos, das heißt altruistisch, das heißt gut, zu sein, entstammt dem puren Egoismus, einzig ist es dir nicht bewusst.

Der Grund, weshalb du das Leid anderer nicht weiter befeuern möchtest, ist doch der, dass du dich dabei nicht gut fühlen würdest. Im Umkehrschluss folgt, dass du dich besser fühlst, wenn du keine Schuld auf dich lädst. Nun sollte zu erkennen sein, dass dein eigentliches Handlungsmotiv oder vielmehr die Grundlage für deinen Wunsch, das Leid andere nicht zu verstärken, selbstsüchtig und egoistisch ist: Du möchtest anderen nicht schaden, weil es dir selbst Schaden zufügen würde.

Der Grund, weshalb dir dieser Sachverhalt nicht bewusst ist, der Grund weshalb dieser Sachverhalt der Mehrheit aller Menschen nicht bewusst ist, ist die Konditionierung und Indoktrination eines intuitiven Verständnisses für gut und schlecht, für Altruismus und Egoismus, die ein jeder seit seinem ersten Tag erleben darf.

Erkenne, dass dein Wunsch egoistisch ist. Dann kannst du das Spannungsverhältnis lockern: Finde einen Mittelweg zwischen der unmittelbaren Befriedigung deiner eigenen Bedürfnisse (das ist der Teil, den die Gesellschaft als Egoismus kennt) und dem Erfüllen deiner Ideale, Wertvorstellungen und moralischer Ansprüche an dich selbst (das ist der Teil, den die Gesellschaft als Altruismus kennt). Dabei musst du nur im Kopf behalten, dass Uneigennützigkeit nicht in Reinform existieren kann. Setzt du dir die richtigen moralischen Ansprüche, ist Eigennützlichkeit aber auch nicht automatisch einem unmoralischen Verhalten gleichzusetzen.

Dein Glück ist ja ein Teil des Ganzen. Wie kann man also ernsthaft für das Ganze sein, wenn man sich selbst dabei außer Acht lässt? Zumal man auf das eigene Glück den meisten Einfuss hat. Ich halte es so: Versuchen ein glückliches Leben zu führen und es möglichst vielen anderen auch zu ermöglich. Ein Kompromiss.

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