Wie wird der Gelddruck geregelt?

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6 Antworten

Nur ein geringer Teil des Geldes existiert tatsächlich als Bargeld.

Das meiste Geld ist Buch- oder Giralgeld, welches durch einen Buchungssatz der Zentralbank "geschöpft", also praktisch aus dem Nichts erschaffen wird.

Die Zentralbank gibt dieses Geld als Kredit an die Banken, welche es als Kredit an ihre Kunden, auch an Staaten weitergeben.

Die Geldmenge wird von der Zentralbank unabhängig gesteuert, um eine sog. "Zielinflationsrate" von ca. 2 % zu erreichen. Diese Marke wird derzeit regelmässig unterschritten. Die Zentralbank kann aber nicht unbegrenzt Geld schöpfen, denn dieses Geld müsste ja erst von den Banken und damit letztlich von den Kunden als Kredit angefordert werden.

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Geld, ob als spezielle Form eines Wertpapiers (Geldscheine) oder einer Wertmünze, ist eine beglaubigte Forderung an die EZB und über die Abdeckung der EZB an die Länder, die die EZB decken. Deutschland ist mit ca. 27% beteiligt. Wenn also die EZB 1 Milliarde Euro ausgibt, erhöhen sich die Forderungen an Deutschland um 270 Millionen. In reiner Form einer Forderung erscheint das Geld als Gutschrift und Forderung in den Büchern von Banken und Publikum und EZB. Wenn eine Bank ihre Gutschrift bei der EZB erhöht, also mehr Geld bezieht, erhöht sich auch die Forderungen der EZB an die Bank. Da ist nichts ungedeckt. Gibt die Bank die Gutschrift an einen Kunden weiter, wird das gegengebucht mit einer Forderung an den Kunden. Irgendjemand haftet am Ende, wenn nicht alle Werte in einem Krieg untergehen. Doch auch da werden dem Verlierer nachträglich die Forderungen präsentiert. Nur mal Krieg machen, um seine Schulden los zu werden, ist nicht. Wenn z.B. Papiergeld gedruckt wird, werden speziell beglaubigte und gesicherte Wertpapiere gedruckt und nicht irgendein Spielgeld.

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Das ist ein Recht komplexer Vorgang, und es ist Aufgabe der Notenbanken, die Geldmenge zu steuern. Dabei ist Bargeld das geringste Problem, weil Bargeld nur einen winzigen Bruchteil der Geldmenge ausmachen.

Der weit überwiegende Teil ist sogenanntes Buchgeld, also Geld auf Konten. Das Problem für Notenbanken ist, dass sie nicht alleine neues Geld "schafft". Auch normale Banken schöpfen durch Kreditvergabe neues Geld. Nimmst du einen Kredit auf, ist "neues" nachfragewirksames Geld entstanden.

Diesen Kreislauf überwachen Notenbanken sehr genau. Sie steuern die Geldmenge u. a. durch ihre Zinspolitik. Zurzeit hält beispielsweise die EZB die Zinsen extrem niedrig. Dadurch motiviert sie die Banken, selbst bei der EZB Geld aufzunehmen, um ihrerseits Kredite zu vergeben. Dadurch wird die Geldmenge erhöht. Dieses neue Geld soll den Konsum ankurbeln, damit die Wirtschaft wächst. Aufpassen muss die EZB, dass dabei die Inflation nicht zu sehr steigt. Das ist nämlich nicht gewünscht. Dann kann sie die Zinsen erhöhen, um das Geldmengenwachstum zu bremsen.

Das war jetzt die light-Version von Geldpolitik. das ganze ist noch deutlich komplexer, als beschrieben, soll aber auch nur eine ungefähre Vorstellung geben.

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Du hast einen entscheidenden Punkt angesprochen:

Trotzdem kann man ja nicht einfach mal ganz viel Geld drucken und es abbezahlen, weil dann das Geld wertlos wäre.

Es kommt nur das Geld in den Umlauf, dass auch "abgekauft" wurde. Denn das Geld, das irgendwo auf Konten liegt ist ja physisch nicht 1:1 vorhanden. Aber kann dennoch am Geldautomaten abgehoben werden. Die Bank tauscht sozusagen das Geld das sie von der Druckerei bekommt gegen Geld ein, dass auf Konten liegt.

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Weil das Geld heutzutage mjeist nicht von den Staaten gedruckt wird, sondern von den Zentralbanken. Und wenn die EZB ( oder früher die Bundesbank ) Lastwagenweise Geld druckt, dann hat der Staat dadurch nicht mehr Geld. Die Bundesbanken sind ja eigenständige Organisationen.

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Das Geldsystem ist kompliziert, hier möchte ich es mal ganz einfach darlegen.

Früher gab es nur Tauschhandel.
Ware gegen Ware, oder dann Ware gegen etwas was einen beständigen Wert
verspricht und überall angenommen wird. Z.B. Gold. Als dann die Handelshäuser
aufkamen war es beschwerlich immer Gold als Zahlungsmittel mitzuschleppen.
Staaten druckten dann Geldscheine und garantierten den Wert dieses bedruckten
Stückchens Papier indem sie Gold im gleichen Wert wie sie Geldscheine druckten,
hinterlegten. Der Wert wurde also garantiert. Beispiel: Wenn eine Person alles
Geld des Staates hätte, könnte diese Person zum Staat gehen, das Geld vorlegen
und alles Gold das hinterlegt ist verlangen. Wenn jetzt mehr Geld gedruckt wird
als Gold hinterlegt ist, ist natürlich der Geldschein weniger wert, weil ja
nicht so viel Gold da ist wie Geld gedruckt wurde. Das nennt man Gold
hinterlegte Währung oder Goldstandard.

Dies ist schon lange aus
verschiedenen Gründen nicht mehr so. Es wird von den Staaten, sogar von Banken,
permanent frisches Geld erzeugt das nicht von Werten hinterlegt ist. Heute ist
z. Beispiel 1 Euro nur noch ca. 8 ct. wert. Das heißt, wenn alle Leute alles Geld
das ihnen gehört nehmen würden und etwas kaufen wollten, bekäme man für einen
Euro nur noch einen Wert von 8 Cent. Mehr Werte sind nicht da. Das zeigt, dass
das ganze Geldsystem nur funktioniert, weil alle darauf vertrauen dass ihr Geld
so viel wert ist wie draufsteht.  (Ganz vereinfacht aber so ist es)

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