Wie sollte man Menschen mit dunkler Haut am besten bezeichnen? (ohne sie zu beleidigen)

21 Antworten

wieso muß das erwähnt werden welche Hautfarbe man hat ?.. Du sagst sicher nicht der Weiße dort :)) oder ?,

wenn Du jemanden auf jemanden aufmerksam machen willst, sagst Du sicher schau mal die Blonde oder siehst Du den mit Glatze da drüben , bzw. den großen Lockenkopf 

Wenn aber nur Schwarze oder Asiaten da sind und nur ein Weißer, würde ich auch sagen: "Der Weiße dort".

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Die ISD "Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland" erklärte die Bezeichnungen "Schwarz" und "Afrodeutsch" für korrekt. Wer es ganz korrekt machen möchte der schreibt diese Wörter obwohl es Adjektive sind groß um deutlich zu machen, dass es gebildete fiktive Konstrukte sind.

Das Wort Dunkelhäutiger dürfte z.B. auch ok sein. Ich bevorzuge es sogar, was aber nicht heißt, dass ein anderer Schwarzer der selben Meinung ist. Grundsätzlich wird sich aber niemand beleidigt fühlen, wenn du Afrodeutscher oder Schwarzer sagst - aus Höflichkeit wählt man dann aber natürlich das Wort was die jeweilige Person bevorzugt.

Übrigens gibt es genauso wie es schwarze Amerikaner gibt, auch schwarze Deutsche, Franzosen und Engländer. Einige haben nicht einmal einen Migrationshintergrund, weil irgend ein Vorfahre irgendwann einmal z.B. aus Afrika kam. Manchmal ist das sogar über 150 Jahre her.

Ich selbst z.B. hatte eine weiße deutsche Mutter deren Vater der erste war, der aus der Familie kein Dialekt mehr gesprochen hat und hochdeutsch konnte. Mein leiblicher Vater kam aus Westafrika; war aber auch teils Franzose. Aufgezogen wurde ich von meiner deutschen Mutter, ich bin auch hier geboren worden und habe den größten Teil meines Lebens in Deutschland verbracht. In Afrika war ich niemals, also scheint es wohl verständlich, wenn es mir tierisch auf den Zeiger geht, wenn man mich als einen Afrikaner bezeichnet...

Genau genommen bist Du aber eigentlich wie ich gemischt zwischen "schwarz" und "weiss", also dann ein "Halb-Schwarzer", und "Afro-Deutscher", weil logischerweise "Afrikaner" allein falsch wäre, weil Du ja in der Diaspora wenn Du mit dem Kontinent Afrika sonst nix zu tun hast, ausser der teilweisen Abstammung , also nicht direkt von dort herkommst. Früher war die allgemeine Bezeichnung hauptsächlich "Mischling", ist aber eigentlich heute nicht mehr so hinnehmbar, genauso wie die rassistisch miserablen N-wörter, usw. Schau Dir aber ruhig mal zum Vergleich den amerikanischen Zensus an, und auch nach den Begriffen bei Wikipedia wenn Du magst. Gruss

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Wenn ich einen Menschen direkt anspreche, dann erwähne ich die Hautfarbe gar nicht. Ansonsten benutze ich das Wort dunkelhäutig. Das ist (nach aktuellem Stand der "political correctness") eine korrekte Bezeichnung.

Zwar muss die Hautfarbe auch in der Dritten Person gesprochen nicht genannt werden, doch finde ich, dass man äußerliche Merkmale ruhig erwähnen kann. Warum soll man diese verschweigen? Es sind schließlich Äußerlichkeiten und keine Klassifizierungen innerer Werte. Niemand ist schlechter, wenn er/sie anders aussieht. Niemand sollte sich seiner Herkunft schämen müssen. Natürlich verschweigen viele Menschen noch heute ihre Herkunft aber nur, weil ihnen eine (angebliche "Minderwärtigkeit") eingeredet wurde und wird und sie deshalb oftmals gedemütigt werden - nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch.

Nein, die Hautfarbe macht einen Menschen nicht schlechter, sondern nur anders. Ich bin hellhäutig und damit anders als ein dunkelhäutiger Mensch. Dieser ist gleichzeitig anders als ich. Somit müsste er (wenn denn anders gleich schlechter bedeuten würde) schlechter sein als ich aber ich auch schlechter sein als er. Das ist der beste Beweis, wie unsinnig manche Fakten und Wörter in ihrer Bedeutung verdreht und missgedeutet werden.

Erst einmal macht einen Menschen die Hautfarbe nicht anders und darauf muss man eingehen, denn so resultiert Normdenken und zum anderen muss man sich überlegen ob die Information überhaupt wichtig ist.

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@Persoenchen3

Jetzt frage ich dich mal, wie du den Begriff anders definierst? Meiner Meinung nach macht die Hautfarbe einen Menschen anders. Das dieser aber trotzdem genauso viel wert ist wie alle anderen, ist völlig klar und steht in keinem Widerspruch dazu.

Das ist eben das Problem mit dem "Normdenken". Da wird einem vermittelt, dass anders sein negativ ist, was natürlich absolut unsinnig ist.

Vermutlich verstehst du mich da falsch. Oder verstehe ich dich falsch? Jedenfalls sollte man akzeptieren, dass wir unterschiedlich sind, jedoch (n u r  im A u s s e h e n!). Im Wert und allen anderen relevanten Dingen sind wir Menschen völlig gleich. Das meinte ich mit meiner Aussage, das geht aber auch aus dieser hervor.

Und ja, solche Informationen sind wichtig! Und noch etwas: Wenn man keine (rein äußerlichen) Unterschiede bei den Menschen machen würde, wie sollte man das Unrecht beschreiben, welches Menschen bestimmter ethnischer Herkunft widerfahren ist? Da könnte doch jemand fragen: "Wer wurde denn benachteiligt und diskriminiert?" Ich weiß es zwar auch so und die meisten anderen Menschen auf dieser Welt wohl ebenso, doch andere könnten Zweifel bekommen und wären dann schwerer von der Gleichheit der Menschen zu überzeugen.

Denn eines ist klar, bevor man sagen kann, dass wir alle gleich sind, muss man erkennen wo (unberechtigter Weise) Unterschiede gemacht werden um diese dann zu entkräften.

Wenn du Fragen hast, so werde ich diese gerne und nach bestem Wissen beantworten.

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Ich bin Dunkelhäutig... womit auch erklärt wäre welchen Begriff ich selbst bevorzuge. Für mich geht aber auch "Schwarze". Auch wenn ich oft scherzend darauf hinweise, dass nur meine Haare schwarz sind... Afrodeutsch finde ich auch angenehm. Passt aber natürlich nur auf dunkelhäutige Deutsche mit afrikanischen Wurzeln(somit nicht auf mich, meine Wurzeln liegen woanders). Farbig hat für mich einen negativen Beigeschmack, ich bin aber nicht sauer oder beleidigt wenn jemand mich dennoch so bezeichnet. N* geht natürlich gar nicht; ebensowenig wie Maximalpigmentiert (wer denkt sich das aus?!) Insgesamt ist es mir aber lieber wenn das Thema "Hautfarbe" gar nicht zur Sprache kommt. Mein Gegenüber zeigt mir damit, dass es andere Merkmale an mir wichtiger findet. Viel nerviger als (vermeintlich) "falsche" Bezeichnungen der Hautfarbe ist die ewige Fragerei "Woher kommst du" "Wieso sprichst du so gut deutsch" "darf ich mal deine Haare anfassen?" "Warum sind deine Kinder so weiß..." Mit der Antwort "ich komme aus Köln und ursprünglich aus Westfalen " geben sich viele nicht zufrieden.

Ich glaube die korrekten Bezeichnungen sind farbig oder Dunkelhäutig.

Lg und fröhliche Osterfeiertage noch:-)

Eine Anmerkung zu deinem Beitrag:

Das Wort "Farbiger" ist nicht ok, dem vorzuziehen sind laut offiziellen Angaben der "Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland", Afrodeutscher oder Schwarzer. Ein weiterer Begriff der ok ist, ist Dunkelhäutiger.

Der Begriff "Farbiger" oder auch "Coloured" stammt aus der Kolonialzeit in der Schwarze mit einem weißen und auch schwarzen Elternteil bevorzugt behandelt wurden. Es bedeutet du bist zwar nicht weiß, aber auch nicht schwarz und deshalb was besseres.

Zudem wird durch die Verwendung des Begriffes weiß als die norm gewählt und "Farbig" als Abweichung dieser Norm klassifiziert.

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