Wie soll man reagieren, wenn ein Kind nicht essen will?

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das ist ein sehr, sehr schwieriges Thema. Und ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen: Weder mit Strafen, noch mit Belohnung, noch mit Vernunft kommt man da weiter. Ich war/bin selbst so ein Kind.. ich wollte und konnte viele Dinge einfach nicht essen. Wenn meine Mutter mich zwingen wollte, habe ich ganz dicht gemacht. Ich aß lieber 2 Tage lang gar nichts, als Gemüse. Du siehst also, Zwang ist der komplett falsche Weg. Ich kann dazu ein sehr gutes Buch empfehlen: "Jedes Kind kann richtig essen" von Anette Kast-Zahn. Nicht alles darin überzeugt natürlich, aber der Haupt-Ansatzpunkt ist goldrichtig. Man soll dem Kind immer wieder zwanglos etwas anbieten. Niemals aufgeben, niemals drängen. Einfach ganz normal verhalten. Aber das Kind entscheidet selbst, was und wieviel es essen möchte. Nur so kann man den Druck aus der Situation nehmen. Ob es was hilft, kann nur das Kind selbst entscheiden.. manchmal löst es sich von ganz alleine, manchmal nicht. Ich bin inzwischen 28 und habe immer noch dieses Problem.. Stichwort Lebensmittelaversion. Ich rate dir: Akzeptiere einfach, dass dieses Kind so ist, wie es ist. Manche Kinder kriegen bei Kreisspielen die Krise oder bei lautem Krach, oder haben Angst vor Hunden.. und manche eben bei bestimmtem Essen.

Für die Mutter ist auch ganz wichtig zu wissen, dass nicht SIE "schuld" daran ist! Das Kind hat wahrscheinlich einen starken Willen und lebt den hierüber aus. Wenn man Zwang ausübt, endet das nur im Machtkampf, den man gar nicht gewinnen KANN! Wenn das Kind nciht will, kann man es schließlich nicht zum runterschlucken zwingen.... Aber man kann viel, viel in der Seele des Kindes zerstören. Also: Gelassen bleiben und immer wieder ermuntern, irgendwann machts klick - oder auch nicht, aber das ist auch kein Weltuntergang!

Tolle Antwort, snowflake82! Ich möchte nur ergänzen: Animieren zum Probieren ist ok, nicht zum Essen zwingen, vielleicht mal Gemüse anders anbieten, z. B. als Rohkost. Auf keinen Fall, wie weiter unten beschrieben, Kinder aussondern oder alleine in einen anderen Raum verbringen. Sozialer Ausschluss von Kindern ist nicht tolerierbar - schon gar nicht in Kindergarten oder Kita.

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Ich stimme voll und ganz zu! Habe ähnliche Erfahrung als Kind gemacht. Musste immer aufessen oder bekam Strafen oder Druck, wenn ich nicht essen wollte. Hat dazu geführt, dass sich mein Verhältnis zum Essen erst sehr spät gegen Ende 20 normalisiert hat. Und nun esse ich alles, was ich noch als Kind und Jugendlicher gehasst habe. Dein Kind wird bestimmt selbst irgendwann die Vielfalt der Nahrungsmittel ergründen und ein ganz normales von Neugier und Genuss geprägtes Essverhalten entwickeln. Voraussetzung ist, dass es nicht die Erfahrung machen muss, dass Essen etwas ist, das mit Zwang, Druck oder Erwartungen zu tun hat. Das ablehnende Verhalten, das es gerade an den Tag legt, kann (passend zum Alter) auch aus Trotz oder Autonomiestrebungen heraus motiviert sein.

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Warum soll ein Kind unbedingt wie ein Erwachsener essen? Wenn es Kartoffeln mag, soll es doch Kartoffeln essen (die sind doch auch gesund). Viele Kinder haben Phasen, in denen sie nur dies oder jenes essen wollen. Danach ist das langweilig, und es gibt ein neues Lieblingsessen. Macht bloß nicht so ein Gewese ums Essen, sonst wird das ein Machtspielchen, das ihr gar nicht gewinnen könnt.

Es ist noch kein Kind am vollen Tisch verhungert :-)

KInder wissen sehr gut, wo die Schwachstellen ihrer Muetter und Erzieherinnen ist, und Essen ist da sehr beliebt. Welche Mutter will schon ihr Kind "verhungern" (=in unserer Gesellschaft ungesund ernaehren) lassen?! Die Kleine wissen genau, das daraus ein herrlicher Machtkampf werden kann, den sie IMMER gewinnen (man kann das Kind ja schlecht zwingen.)

Deshalb: Ruhe bewahren und dich auf keinen machtkampf einlassen. Essen ist etwas positives, lebenserhaltendes, und das und nichts anderes soll das Kind erfahren. Kinder haben einen ausgepraegten Nachahmungszwang, und durch diesen gesunden Instinkt wird auch "dein" Maedchen irgendwann Gemuese probieren... aber nur wenn es wirklich (nicht vorgespielt) erfaehrt, das Essen Spass macht.

Essen kommt bei Kind wieder raus

Hallo zusammen! Habe ein Tageskind, bald 2, wenn es nicht ausschließlich was zum Knabbern (Brötchen, Kekse) bekommt, steckt es sich das Essen (es sieht, dass alle essen) in den Mund, dann wird in einer Backe gebunkert und daraufhin nicht nur das Gebunkerte wieder ausgespuckt, sondern ausgebrochen. Das Kind ist seit 3 Monaten bei mir, dachte es wäre ein Protest für die neue Situation, aber es ändert sich nicht. Habe von der Mutter Essen mitgeben lassen, trotzdem nicht. Manchmal so Gerichte wie Eintopf isst er. Aber ich kann auch nicht jeden Tag Eintopf machen. Ausserdem isst das Kind überhaupt kein Obst, ich bin mitlerweile verzweifelt. Wenn Mama da ist, zu Hause isst er angeblich ganz normal. Bri Oma und Opa hätte er auch Schwierigkeiten. Das Problem ist, dass sich die anderen Eltern meiner Tageskinder nun verständlich beschweren, dass sie sich das Würgen abgucken...:-( Ich hole ihn sofort aus der Situation raus in dem Moment und hab ihn auch schon mal alleine essen lassen. Das ist doch ein psychologisches Problem oder was meint ihr? Hat jemand von Euch schon sowas mal gehabt? Wenn das so weiter geht, muss ich die Betreuung wohl beenden, nur das möchte ich nicht. Das Kind hat alle Zähne und kaut damit auch harte Brötchen oder so und Schluckbeschwerden hat es auch nicht. Bin der Verzweiflung Nahe. Lg und vielen Dank Sheela

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