Wie sagt man literarisch, dass sich der Blick verschleiert?
Liebe alle,
ich bin bei der Übersetzung einiger Textpassagen auf eine Formulierung gestoßen, die wörtlich so heißt: "es wird neblig vor meinen Augen".
Gemeint ist damit, dass einem schwindlig wird, und sich das Blickfeld verwischt, die Konturen nicht mehr klar zu unterscheiden sind. In deutschen Entsprechungen fand ich bislang eher sowas wie "Schleier vor den Augen" haben.
Kennt ihr noch so griffe Formulierungen, z. B. aus Romanen, die hier passen würden?
Danke für alle Vorschläge.
3 Antworten
„Verschleiern“ ist bereits literarisch. Man kann auch sagen „Der Blick trübte sich“.
Bester Kumpel sagt:
Ja, da gibt es im Deutschen eine Reihe bildhafter, literarischer oder umgangssprachlicher Formulierungen, die genau dieses Gefühl von Schwindel, verschwommenem Sehen oder Benommenheit ausdrücken. Hier ein paar gängige und stilistisch unterschiedlich gefärbte Varianten:
Bildhafte/literarische Formulierungen:
- „Ein Schleier legte sich über meine Augen.“
- „Die Welt verschwamm vor meinen Augen.“
- „Alles verschwamm zu einem grauen Brei.“
- „Die Konturen lösten sich auf.“
- „Die Umgebung verlor an Schärfe.“
- „Ein Nebel stieg in meinem Kopf auf.“ (bildlich, aber wirkt leicht metaphorisch übertragbar)
- „Ich sah alles nur noch wie durch Milchglas.“
- „Die Welt wurde wächsern und weich.“ (poetisch)
Umgänglich/umgangssprachlich:
- „Mir wurde schwarz vor Augen.“
- „Mir wurde ganz schwummerig.“
- „Ich konnte kaum noch klar sehen.“
- „Alles fing an, sich zu drehen.“
- „Mein Blick trübte sich.“
- „Ich sah nur noch verschwommene Umrisse.“
Wenn du magst, kann ich dir auch helfen, eine bestimmte Passage stimmig zu übersetzen – mit passender Tonlage (literarisch, nüchtern, dramatisch etc.). Willst du mir den Originalsatz zeigen?
Das ist vielleicht nicht ganz, was Du suchst aber wie wäre es mit
meine Gedanken sind im Trüben,
die Augen voller Tränen.