Wie mit eigenem Autismus umgehen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo:),
Meine Tipps:
1. Treibe täglich Sport: Sport ist ein guter Ausgleich zu dem oft sehr anstrengenden Alltag, Den Du zu bewältigen hast.
2. Führe eine Beziehung: Dies stärkt Deine soziale Kompetenz. Die Beziehung darf aber kein Ballungsgebiet zur Entladung der sich bei Dir angestauten Emotionen wird. Dein/e Freund/in muss sich über Deinen Autismus im Klaren sein, um damit richtig umgehen zu können.
3. Suche Dir Freunde: Es ist für einen Autisten am besten ein bis drei Freunde zu haben, aber zu ihnen einen regelmäßigen Kontakt zu pflegen. Zu viele Freunde sind unrealistisch und nicht machbar.
4. Sofern Du Schüler bist: Orte Dich als Autist, insbesondere bei den Lehrern. Sonst wirst Du enorme Probleme mit sogenannter Reizüberflutung bekommen; Reizüberflutung bedeutet, dass zu viele optische und akustische Reize auf Dich einströmen. Dann kann Deine Klasse Rücksicht auf Dich nehmen.
5.Schaffe Dir weitgehende Freiräume: Schaffe Dir ein Umfeld, das pedantisch nach Deinen Vorstellungen und Ansprüchen eingerichtet und bewohnt wird. Ich persönlich bin sogar schon mit 16 (!) ausgezogen, da meine Eltern und ich mit den vielen Konflikten, der fehlender Ruhe und den ständigen Belastungen beider Seiten nicht mehr klarkamen. Grundsätzlich ist es in so einem Fall aber sehr wichtig, dass Du den Überblick über die Ordnung behältst. Bei Autisten gibt es die zwei exzessiven Lebensweisen einer kompletten Unordnung des Zimmers und einer pedantisch und perfekt strukturierten Ordnung, die viele beeindruckt und beneidenswert werden lässt. Wesentlich ist die Aufrechterhaltung genügender Sozialkontakte, die in Abgrenzung zum sonstigen Alltag getroffen werden sollten. Du musst eine klare Linie ziehen zwischen Deinem von der Gesellschaft gestalteten beruflichen/schulischen Alltag und Deinem persönlichen Freiraum, der Deinem Autismus und dem Grad Deines Autismus entsprechend, auszugestalten ist. Sonst entsteht Wut, die sich in massiven Konflikten hau-ruck-artig unkontrolliert entlädt. Auch wenn es viele hier verwundert: Mir hat der Auszug einen großen Teil meiner Lebensqualität wiedergegeben und Struktur in mein Leben gebracht. Achtung: Diese Erfahrung ist nicht zwingend auch auf Dich anwendbar.
6. Nutze Deine intellektuellen Stärken und konzentriere Dich auf Deine Fähigkeiten. Wende sie effektiv an; viele Autisten sind beispielsweise Künstler oder Komponisten. Achte allerdings auch darauf, den Gesamtüberblick über Dein Leben zu wahren.
7. Verhindere eine Verselbstständigung von Details: Du als Asperger-Autist neigst dazu, zusammenhangslos zu agieren. Das schadet Dir. Natürlich solltest Du es für Deine Zwecke nutzen, Details richtig verstehen zu können: z.B. als Polizist, Anwalt, Historiker, etc… Aber Du darfst den Gesamtzusammenhang nicht vergessen.
8. Rede mit Menschen über Deine Probleme; das hilft Dir sie zu verarbeiten.

Ciao Ciao

Danke für deine Antwort. Auf die Tipps kann ich gut zurückgreifen. 

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Gute tipps, das versuche ich mal

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Du "weißt" seit einer Woche, dass Du ein Asperger-Autist bist? Und stellst Dir plötzlich die Frage, wie Du damit umgehen sollst?!

Das ist wirklich seltsam!
Du hast doch sicher auch schon vor Deiner "Diagnose" Konflikte mit Deinen Mitmenschen gehabt, so wie jeder andere Mensch auch?!

Was also veranlasst Dich nun, mit Deinem "Autismus umgehen" zu wollen?

Allein das Stempeldiagnosenwort?!

Noch rätselt "die Wissenschaft", wie der Asperger-Autismus überhaupt einzustufen ist!
Eine besondere Form der Informationsverarbeitung oder aber ein Krankheitsbild? Was also "weißt" Du, nach dieser Diagnosestellung über Dich, was Dir nicht bereits vorher bekannt gewesen wäre???!!! :) :) :)

Fakt ist: Du bist es, der/die entscheiden muss, mit wem es Dir Freude macht, "soziale Kontakte" zu erleben und mit wem nicht! Grenz Dich dort ab, wo es Dir nötig erscheint und lass Dich dort ein, wo Du Dich einbringen magst.

Ansonsten würde ich mich auch umschauen, wie es anderen Menschen mit einem ähnlichen "Stempel" ergeht, welche Wege die so gehen und welche "Patentrezepte" sie für sich entdeckt haben.

Es gibt eine Vielzahl von Asperger geführten Blogs, es gibt Foren, es gibt von Aspergern geschriebene Literatur, Filme - dort würde ich mich an Deiner Stelle orientieren!

Die sog. "Wissenschaft" mit ihren Stempelwörtern wird noch eine ganze Weile brauchen, bis sie einen allen Aspergern gerecht werdenden Standpunkt skizziert haben wird...^^

Da tust Du also gut daran, einen eigenen Weg zu entwickeln!

Informiere Dich über Deine Rechte und Möglichkeiten, beispielsweise hier:
http://www.autismus.de/recht-und-gesellschaft.html

Und mach DEIN Ding!
Gutes Gelingen!

Jeder Mensch mit Autismus hat das Recht auf eine autismusspezifische Therapie, in der genau die von dir beschriebenen Schwierigkeiten bearbeitet werden könnten, sofern du das denn in dieser Form möchtest.   

Ich würde in diesem Falle Kontakt zu der Person/Stelle aufnehmen, die dich diagnostiziert hat und um Informationen bitten. 

schauen wo man du dich zurück ziehen kannst, wenn es dir in einer menge zu viel wird, (Toilette ist ein sehr ruhiger Ort)

Hält es jemand für klug den Konflikten im Leben auf die Dauer aus dem Weg zu gehen indem man sich im Klo einsperrt ???

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@PunkExpert15

Hier geht es nicht darum den Konflikten aus dem weg zu gehen, sondern erstmal wieder runter zu kommen um sich besser damit auseinander zusetzen.

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Versuche dich einfach wie ein "normaler" Mensch zu verhalten. Lass dir nicht anmerken, dass du diese "Krankheit" hast. Schau wie sich die anderen verhalten, und passe dich ihnen an. Falls du aber Konzentrationsprobleme hast, wird das "Anpassen" nicht so einfach.

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