Wie lange nach dem Tod kann man die Leiche anschauen?

8 Antworten

Es kommt drauf an, ob der Leichnam von einem augebildeten Bestatter oder Thanatopraktiker hygienisch und kosmetisch versorgt wurde. Nach der hygienischen Versorgung können i.d.R. keine Körperflüssigkeiten mehr auslaufen oder sich Mund und/oder Augen öffnen. Zudem muss der Körper konstant bei einer durchschnittlichen Temperatur von 2-5 Grad Celcius gekühlt werden und Kopf und Hände müssen erhöht gelagert werden, damit sich das Blut nicht dort sammelen kann (sonst entstehen dunkle Verfärbungen)

Sollte der/die Verstorbene für einen längeren und eventuell auch ungekühlten Zeitraum aufgebahrt/aufbewahrt werden, sollte er thanatopraktisch behandelt werde. D.h.: Über die normale empfehlenswerte hyginische Grundversorgung sollte er einbalsamiert werden.

Die thanatopraktische Behandlung sollte nur von einem dafür speziell ausgebildeten kompetenten Thanatopraktiker bzw. Thanatologen durchgeführt werden. nach der Einbalsamierung ist die Verwesung für einen Zeitraum von ca. 2-4 Wochen aufgeschoben. Die Durchschnittlichen Kosten einer thanatopraktischen Behandlung belaufen sich (je nach Aufwand) zwischen 250-550 Euro (ohne eventl. Überführungskosten zum/vom Thanatologen oder Wiederherstellungskosmetik nach Unfällen mitgerechnet)

Bis zum 4. Tag nach dem Sterbetag sehen die Leichen noch gut aus. Danach weiß ich leider nicht. Der beste Tag zum Abschiednehmen soll der 3. Tag nach dem Sterben sein. Das habe ich jetzt schon von vielen gehört. Dann sehen viele Verstorbene nochmal richtig gut aus. Deswegen wird von vielen Bestattungsunternehmen auch der 3. oder der 4. Tag zum letzten Abschied nehmen am offenen Sarg genommen.

"Dann sehen viele Verstorbene nochmal richtig gut aus" Interessante Aussage, wie kommst Du darauf? Ich denke, der Zustand hängt auch davon ab, ob der Leichnam vor der Aufbahrung fachgerecht gelagert wurde und wie der Bestatter den Verstorbenen hergerichtet hat.

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@Ophelia

@Ophelia: Hast Du da was falsch verstanden? Ich kann den kritischen Teil von Deinem Kommentar nicht nachvollziehen.

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@PatBo

War ja auch nicht kritisch gemeint, sondern als ergänzende Anmerkung gedacht. "Interessante Aussage, wie kommst Du darauf?" Und menie Frage dazu war, denke ich doch eindeutig formuliert.

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Meine mum starb an krebs im kh. Um 5 30 morgens starb sie und um 08 30 War ich im kh da faste ich sie an und fragte vier tage danach ob mein dad sie sehen kann. Da sie im kühlraum liegen kann man sie scho tage später sehen. Nur das sie dann bläulich sind. Lg

Es kommt ganz darauf an, wie ein Mensch stirbt. Manche quälen sich schon sehr und sehen im Tod verändert aus. Jeder Bestatter richtet den Toten so her, dass man, vorausgesetzt man will, von dem Verstorbenen Abschied nehmen kann. Nur ist es jedermanns eigene Entscheidung, ob man das auch wirklich will. Mensche Menschen möchten den Verstorbenen so in Erinnerung behalten, wie man ihn gekannt hat. Der Sargdeckel wird kurz vor der Beisetzung entgültig geschlossen.

Ja, ich konnte/wollte auch nicht meinen Bruder da so (Tot) liegen sehen "...in Erinnerung behalten, wie man ihn gekannt hat.." tut am wenigsten weh.

Jedenfalls gilt das für mich.

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@Albert

schon alleine durch meinen Beruf habe ich viel mit tod zu tun, mir macht es überhaupt nichts aus, eine Verstorbenen so zurecht zu machen, dass die Angehörigen noch am Bett Abschied nehmen können. Aber meinen verstorbenen Bruder wollte ich auch nicht mehr sehen. Das war einfach zu viel für mich. So habe ich eine schöne erinnerung an unsere gemeinsame Zeit

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@Mokli1

Wenn man den Toten nicht kennt würde es mir wahrscheinlich auch nichts ausmachen.

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@Albert

ich wollte meine verstorbene oma unbedingt noch einmal sehen, da ich zu der zeit 700 km entfernt gewohnt habe und sie nicht oft sehen konnte. der anblick war durch die "herrichtung" (schminke etc.) zwar etwas verfremdet, aber es war ein sehr friedvoller anblick und ich war froh, mich so entschieden zu haben!

die angst vor dem anblick von toten (so sie nicht bei einem unfall grausam zugerichtet wurden) ist in meinen augen vollkommen unbegründet. im gegenteil: der abschied und anblick des toten kann einem die angst vor dem eigenen gehen womöglich sogar erleichtern ... traut euch ruhig!

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@Albert

Viele Verstorbene, die ich nach ihrem Tod zurecht machen, habe ich jahrelang gepflegt. Oft war der Mensch mir sehr vertraut. Da kann man wohl kaum von nicht kennen sprechen.

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Das kommt ganz auf die Stelle an, wo der Tote aufbewahrt wird. Bis heute hat nicht jeder Friedhof ein Kühlhaus, und bei warmen Temperaturen darf man den Toten vom ersten Tag an nicht mehr sehen. Das wäre ein Schock für die Angehörigen.

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