Wie in aller Welt schafften es die Herzen der größten Sauropoden wie Argentinosaurus/Seismosaurus/Brachiosaurus usw., das Blut so hoch in deren Köpfe zu pumpen?

4 Antworten

Also entweder haben sie den Kopf gar nicht hochgenommen oder das Herz hat mit  700 mmHg gepumpt.

Woher ich das weiß:Recherche

Diese Frage stellte Wissenschaftler viele Jahrzehnte lang vor ein schier unlösbares Geheimnis, für dass sie über die Jahre eine Menge kreativer, oft aber völlig absurder "Lösungen" gefunden haben. Von einer aquatischen Lebensweise über multiple Herzen bis hin zu einer Körperhaltung, bei welcher der Kopf niemals höher als im 30°-Winkel zum Boden gehalten wurde, war alles dabei - und jede dieser Thesen konnte inzwischen widerlegt werden.

Das Gezanke scheint nun aber endlich überwunden zu sein und die Forscher sind sich zumindest in einem Punkt alle einig: das Problem wurde lange Zeit nämlich von der völlig falschen Perspektive aus betrachtet. Die Hauptfrage ist schließlich nicht: "Wie kommt das Blut da oben hoch?" Das ist genau genommen nämlich nur nebensächlich. Der Kern des Problems ist: "Wie versorgt ein Sauropode seine Gehirnzellen so hoch oben mit Sauerstoff?". Und dieses Problem kann eben nicht allein nur mit der Frage nach dem Blutdruck beantwortet werden.

Da ist der Sauerstoff nämlich selbst der Schlüssel, der zuerst einmal ins Blut muss. Säugetiere schaffen das nur beim Einatmen. Sauropoden besaßen jedoch ein System aus pneumatisierten Knochen und zahlreichen Hohlräumen im Körper, und auch Luftsäcke vor den Lungen, mit denen sie ihr Blut auch beim Ausatmen mit Sauerstoff anreichern konnten. Schon allein dadurch wurde das Herz enorm entlastet, denn es pumpte nun Blut durch den Körper, dass sich viel schneller mit Sauerstoff sättigen ließ.

Der nächste Schlüssel zur Antwort zu unserem Rätsel liegt dann natürlich beim zweiten Knackpunkt, dem Gehirn. Dieses war bei Sauropoden um einiges kleiner als bei heutigen großen Säugetieren und selbst bei den massigsten Arten kaum größer als eine Mandarine - was aber nicht heißen muss, dass sie völlig verblödet waren. Besonders ihr Kleinhirn dürfte nämlich eine deutlich höhere Neuronendichte besessen haben, und auch die Synapsen waren enger miteinander verknüpft als bei jedem Säugetier. Sauropoden besaßen dort oben also gewissermaßen einen vogelähnlichen Hochleistungsprozessor, der dann auch noch extrem energiesparend war. Folglich benötigten die Sauropoden auch gar nicht so viel Sauerstoff, und damit auch keine so hohe Durchblutungsrate, die ihr Herz nicht hätte bewältigen können.

Mit den Faktoren "Atmung" und "Gehirnaufbau" lässt sich die Frage nach der kaum vorstellbaren Höhe der Sauropoden heute schon ziemlich gut beantworten. Ich werfe jedoch gerne noch eine weitere These mit in den Ring: möglicherweise waren die Blutzellen selbst auch noch eine Art "Booster": Blut ist nämlich ein sehr anpassungsfreudiges Organ, dass im Laufe der Evolution einige erstaunliche Eigenschaften entwickelt hat. Bei Mammuts fungierte es beispielsweise als Frostschutzmittel, bei Walen kann es den Sauerstoff nach nur einem Atemzug für bis zu zwei Stunden speichern und erst nach und nach abgeben, was den Tieren lange Tauchgänge ermöglicht. Ich kann mir vorstellen, dass Sauropodenblut ein extrem guter Träger für Sauerstoff war. Mit ihrem "Superblut" hatten die Sauropoden überhaupt kein Problem, ihr Gehirn zu versorgen und ihre Köpfe in große Höhen zu heben.

Woher ich das weiß:Beruf – Umfassende Recherchen für meinen Roman über Dinosaurier.

Ich habe keine Ahnung von der Anatomie eines Sauriers, aber als Techniker hätte ich eine Lösung: mehrere Herzen! Also quasi Zwischenstationen auf dem Weg nach oben.

Das ist auch mein Gedanke. Aber ich habe noch nie gehört dass es das in der Natur gab

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@Rockerarms

Ein Beispiel dazu sind Tintenfische die haben sogar 3 Herzen, wobei das bei Lebewesen unter Wasser nochmal etwas anders ist weil das Blut nicht so stark gegen die Gravitation pumpen muss. Sonst wäre mir als vergleich noch der Blauwal eingefallen welcher ein Herz so groß wie ein Smart hatt. Ich kann mir aufjedenfall gut vorstellen das solche Tiere einen verdammt hohen Blutdruck haben müssen um den ganzen Körper zu versorgen.

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Das ist bislang immer noch nicht ganz geklärt, aber die Theorie mit mehreren Herzen steht da recht weit oben auf der Liste der Möglichkeiten.

Es gibt aber auch die Theroie, das diese Riesen ihre Köpfe nie weit empor gehoben haben, sondern fast immer in der waagerechten hielten - was die benötigte Pumpleistung bedeutend herabgesetzt hätte.

Was wirklich zutrifft, wird man erst noch durch weitere Forschungen herausfinden müssen.

Die Hypothesen - plausibel belegbare Theorien waren das nie! - mit mehreren Herzen oder dem geringen Halswinkel sind bereits seit Jahren widerlegt.

https://jeb.biologists.org/content/219/8/1154

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@MarkusPK

Ahja, interessant zu wissen. Dann war ich da nicht auf dem neuesten Stand. Und stimmt, Hypothese ist der korrekte Begriff, Mr. Altklug. 🙄😜

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@Bikfut50

In dem Fall wohl eher Neuklug, wenn du der warst, der an irgendwelchen veralteten Überlegungen hängen geblieben ist. 😜

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@MarkusPK

Jetzt wird er auch noch spitzfindig, ich glaub', ich krieg hier gleich 'ne Herzattacke!!

Und das in meinem Alter... FRESCHHAAAIT!! ;-P

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@Bikfut50

Nich aufregen, wollte doch gar nicht frech sein. Hier, nimm nen Keks. 🥠

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