Werden/wurden in Nordkorea Anime gezeichnet?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, es gibt ein gewisses Studio in Pjöngjang, was Auftragsarbeiten aus der ganzen Welt annimmt, um einzelne Animationsphasen zu gestalten. Lies mal den Comic "Pjöngjang" von Guy Delisle. Der war da auch um die Animation von "Corto Maltese" zu koordinieren. Er musste vor Ort auch viel erklären, wie die zu animieren haben, da die Nordkoreaner eine ganz andere Auffassung von Animation haben. Dass man mit Gewehren hinter den Arbeitern stehen ist Bullshit und amerikanistische Propaganda gegen Nordkorea. "Die Simpsons" als Sendung mit ihrer hohen Zuschauerschaft eignet sich hervorragend als Instrument dafür. Tatsächlich halte ich das was amerikanische Medien über Nordkorea als "WAHRHEIT" publizieren viel fragwürdiger. Dass sich Nordkorea dem Westen nicht öffnet, hat maßgeblich mit diesem Spott seitens Amerikas zu tun.

Ich glaube das ganze Zeug auch nicht, was da teilweise über Nordkorea verbreitet wird. Den Comic besitze ich sogar, muss ich aber zuletzt vor einigen Jahren durchgeschaut haben. Aber deiner Antwort entnehme ich, dass du nicht gerade der größte Simpsons-Fan bis :-) Ich fand die "The Simpsons" eigentlich immer toll, besonders die früheren Staffeln. Da ist so viel feinsinniger Humor versteckt und auch mit Kritik am amerikanischen Gesellschaftssystem ging man nie sparsam um.

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Naja, in "Die Simpsons" steckt durchaus viel kreative Energie drin, das möchte ich der Serie nicht absprechen. Aber wann immer es um kuturelle oder politische Statements geht, ist die Serie ganz klares Lobby- und Propaganda-Instrument und alles andere als eine objektive Gesellschaftskritik. Ich habe die Serie als Kind auch gerne geschaut, vor allem, als die Folgen noch auf RTL in Kurzformat liefen. Da hatte es noch was anarchisches wie Beavis&Butthead oder Liquid Television oder Duckman. Aber mittlerweile hat die Serie ihren Zenith brutal überschritten, wird von wesentlich mehr Leuten geschaut als damals, und hat einen zu hohen Einfluß auf die Meinungsmache. Ich mag die Serie nicht, nein.

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@Flimmervielfalt

Ich finde, dass die Simpsons schon zu lange laufen. Spätestens bereits vor 10 Jahren hätte man sie einstellen sollen, allerspätestens, besser Anfang der 2000er. Ab da ging es auch massiv mit der Qualität der Staffeln nach unten.

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@Flimmervielfalt

Ich finde es nie gut, wenn Serien bis zum Ende aller Zeiten durchgeprügelt werden, nur des Geldes wegen. Dasselbe Problem haben mittlerweile auch viele Hollywoodproduktionen, die ein Franchise (z.B. Transformers) über viele Jahre bis zum Gehtnichtmehr ausquetschen, auf Kosten der Qualität.

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Ja, Die Simpsons hätten legendärer sein können, wenn sie ein reines 90er Produkt geblieben wären. Und wenn die Folgen kurz geblieben wären. Aber hätte popette! Wobei Transformers auch schon im ersten Realfilm nicht wirklich geil war.

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Ich denke das hat wenig mit Spott zu tun, sondern um Satire. Natürlich weiß man, dass in Nordkorea die Menschen geknechtet werden und jeder jeden überwacht. Durch die Übertreibung im Comic oder auch in anderen Kunstformen, wollen die Macher nur auf ihrer Art über die mißlichen Lage in Nordkorea aufmerksam machen.

Kein US-Bürger mit etwas Bildung würde abkaufen, dass hinter jedem nordkoreanischen Zeichner ein Beobachter mit Gewehr steht. Wenn Du die Folge richtig beobachtet hast, hast Du sicher auch bemerkt, dass sie total übertrieben war. Oder meinst Du dass die Zeichner ernst gemeint haben mit dem Pandabär oder mit dem Einhorn?

Die Sache mit dem Einhorn kommt daher, weil eine nordkoreanische Propaganda besagt, dass in Nordkorea ein Einhorn existieren soll.

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Ich glaube, dass zuviele Menschen weder Satire verstehen, noch Propaganda als solche erkennen können. Die nordkoreanische Propaganda ist ja recht einfach zu erkennen, da sich an ihr seit der "Gründung" des Landes nichts verändert hat. Eigentlich kann man in Bezug auf nordkoreanische Propaganda schon fast Züge eines Kulturguts erkennen. Aber die Propaganda seitens des Westens ist viel geschickter getarnt und zu viele Leute plappern sie als Faktum weiter, ohne sie gedanklich entlarven zu können.

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Die Storylines von Simpson werden in den USA gemacht, die Detailzeichnungen erfolgen aber in Südkorea. Es gab eine Zusammenarbeit zwischen Süd- und Nordkorea, wo die Nordkoreaner Teilauftrag erledigt haben. In einem Interview wollte aber der Verantwortliche nicht verraten, ob auch Simpson darunter war.

Witzigerweise gibt es ja rein nordkoreanische Produktionen des SEK Animationsstudios in Deutschland auf DVD. Wie zum Beispiel "Mäusejagd auf der Titanic", wohingegen der nordkoreanische Realfilm hierzulande keinerlei Gelegenheit hat Fuß zu fassen. Also mir sind lediglich zwei nordkoreanische Realfilme bekannt, die es auf deutsch gibt und die sind zu DDR Zeiten von der DEFA übersetzt worden.

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@Flimmervielfalt

In einem Arirang-Interview hat ein sehr bekannter und berühmter Mann eines südkoreanischen Animestudios das behauptet, was ich oben geschrieben habe. Die Produzenten von Simpson sagen ja auch nicht so offen, dass ein Großteil der Arbeit in Südkorea gemacht wird. Aber das ist ja häufig bei vielen westlichen Markenprodukten auch so, oder behauptet etwa Markenjeans etwa in Ethiopien oder in Bangladesh produziert werden? Oder dass viele Autoteile von Tesla (made in USA) nicht aus den USA stammen.

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Kann ich mir kaum vorstellen, da Japan und Nordkorea nicht unbedingt eine freundschaftliche Beziehung pflegen. Und die japanischen Animateure arbeiten schon für Hungerlöhne, da gibt es keinen Grund für ein bisschen zusätzliche Einsparungen politische Spannungen hinzunehmen. 

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