Wenn ein Mann mit einem nicht operierten Transmann zusammen ist, ist der Mann dann schwul?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also wenn der Partner mit deinem Sohn klar kommt, wäre das der erste bei dem ich die Bezeichnung Pansexuell verstehen und anwenden würde.

Ich glaube nicht, dass es bei der Sexualität um das psychische Verständnis der eigenen Geschlechtsidentität geht. Zum einen wird sich ein nicht Tanssexueller in die Gefühls- und Wahrnehmungswelt eines Transsexuellen kaum hineinveretzen können. Ich selbst halte mich schon für sehr emphatisch, aber das Phänomen Transexaulität kann ich nicht erfassen, es geht einfach über meinen Vorstellungshorizont hinaus.

Man ist per Definition nicht schwul, nur weil die Frau, in die man sich verilebt, sagt, dass sie eigentlich als Mann empfindet. Bei der Sexualität geht es ja um drei Dinge, auf die man anspricht, 1. der Geruch, da man unterbewusst auf Pheromone reagiert. Homosexuelle Menschen reagieren dabei eben auf das vom gleichen Geschlecht ausgesandte Pheromon. Ich kenne mich mit Transsexualität nicht aus, aber ich denke, daran kann dein Sohn, wenn er als Frau geboren wurde nichts drehen. 2. das Aussehen. Üblicherweise gibt man jungen starken Personen den Vorrang, das hängt damit zusammen, das man instinktiv daran interessiert ist, einen Partner zu finden, mit dem man gesunde und überlebensfähige Nachkommen zeugen kann. Das gilt für Homosexuelle genauso wie für Heterosexuelle. Dass das bei Homosexuellen nicht klappt, ist noch mal eine andere Geschichte. 3. Das verhalten. Wie jemand auftritt, sich gibt und mit anderen interagiert macht ihn mehr oder weniger attraktiv.

Beim Verlieben spielen die ersten beiden Punkte wohl die größere Rolle, denn in der Verliebtheitsphase werden gerade charakterliche Eigenschaften ausgeblended. Man bemerkt dann nämlich nicht so sehr, wenn das Gegenüber irgendwelche Maken hat, wie zum Beispiel in der Nase bohren, sich pflegehaft benehmen, oder einfach unhöfich sein. Man sieht alles durch die berühmte rosarote Brille.

Wenn dann die Verliebtheit irgendwann in Liebe übergeht, dann spielt Punkt 3 eine immer größere Rolle.

Also wie gesagt, wenn dein Sohn wie eine Frau aussieht und (was ich halt nicht genau weiß) auch eher weibliche Pheromone abgibt, dann ist der Freund eigentlich nicht schwul. Er könnte bi sein, weil dann kann er ja auf beide Geschlechter reagieren, oder eben Pansexuell, wobei ich das bisher selbst noch nicht so richtig nachvollziehen konnte. Wie gesagt, bei dem Freund wäre es das erste mal wo ich die Bezeichnung so wie ich sie verstehe anwenden und nachvollziehen könnte.

Soviel zum wissenschaftlichen Teil. Letztlich, sollte man versuchen, wie hier auch schon von anderen gesagt wurde, sich nicht in Schubladen einordnen zu wollen. Auch das ist nicht ganz einfach, da unser Gehirn eigentlich auf dieses Schubladendenken ausgelegt ist, sonst würde es gar nicht richtig funktionieren.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Needs one to know one

mein Kind war ein ganz normales Mädchen. Keine Zeichen von Transsexualität, wir haben auch nichts unterdrückt. Das Trans-Ding macht sie noch keine zwei Jahre.

Es bestehen Zweifel von Seiten der Psychologen, ob das echte Transsexualtität ist.

Ich kann mit deinem Post was anfangen. Ich denke, der Partner ist bi, wußte das bisher aber nicht.

Es kommt jetzt auch noch dazu, dass der Partner auf mein Kind "aufpasst"- es ist echt absurd, sie himmelt ihn an, er sagt ihr wos langgeht, hilft ihr, wenn sie technisch mit dem PC nicht klar kommt.

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Erst einmal ein Hurra für ein Elternteil, das sein Kind mit ungewissem Geschlechtsempfinden unterstützt. Da hat dein Sohn großes Glück. Ich bin ein Bisschen neidisch.

Wenn der Partner deines Sohnes sich als Mann versteht, der Männer liebt, dann ist es sehr korrekt, dass er sich als schwul identifiziert. Das hat erst einmal nichts damit zu tun, mit wem er zusammen ist. Genauso gibt es Lesben, die mit operierten oder nichtoperierten Transfrauen zusammen sind.

Was mich wohl etwas nachdenken lässt, ist der Gedanke, dass dein Sohn "eventuell ein Two-Spirit" sein könnte. Hat er Native Wurzeln? Ansonsten ist das etwas unangebracht. Ich glaube fest an die Existenz und Validität nicht binärer Geschlechts-Identitäten. Einige davon sind allerdings Kultur-spezifisch und viele Natives stört es, dass Menschen, die diese Geschichte nicht haben, was ihr Volk erleiden musste, sich Teile ihrer Kultur zu eigen machen.

Aber jedem das seine. Ist ja nicht meine Entscheidung, als wer oder was dein Sohn sich sieht.

Ihm und dir und seinem Partner alles Liebe.

Naja, es gibt wie du sagst durchaus transidente Menschen die sich keinen geschlechtsangleichenden Maßnahmen unterziehen.

Wenn dein Kind sich als Mann fühlt und auch so leben möchte, dann wäre er für mich auch ein Mann. Ist er nun mit einem Mann zusammen, leben die zwei auf jeden Fall in einer homosexuellen Beziehung.
Ob der Partner deines Kindes jetzt bisexuell oder schwul ist, ist ja eigentlich egal. Er lebt in einer Beziehung mit einem Mann und wenn er sich gerne schwul nennen möchte, dann darf er das auch.

naja, er nannte sich bisher schwul. Er fand dann auch die Idee gut, sich nichts mehr zu nennen.

Ich schlug nicht "bi" vor, sondern Benennungen weg zu lassen.

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Das finde ich eine gute Idee, ich halte auch nichts von der ganzen Label-Kiste. Man soll lieben wen man möchte. Und wenn er ein anständiger Typ ist, dann steht dem ja auch nichts im Wege

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@Alex9Q1

er ist mehr als anständig. 7 Jahre älter als mein Kind (18). Kümmert sich drum, dass er/sie für Klausuren paukt.

 Schon komisch, wenn mein Sohn ein biologischer Junge wär, hätte er die weibliche Rolle in der homosexuellen Beziehung. Ich hoffe, der Partner beeinflusst mein Kind in der Art, dass er/sie sich einfach keinen Stress mehr macht mit seiner Identität.

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Na wenn er noch einen guten Einfluss hat... 👍🏼

Naja, grade in dem Alter ist das mit der eigenen Identität ja so eine Sache... auch für Menschen, die nicht Trans* sind. Ich glaube das mit dem stressen deswegen hört irgendwann und ab einem gewissen Alter von ganz alleine auf

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Was sein Partner ist und wie er sich nennt, ist doch vollkommen egal, solange er sich mit deinem Sohn versteht und die beiden sich lieben.

Bezeichnungen sind irgendwo auch immer Schubladen.

Ich hätte auch keine Probleme damit, mit einem Transmann zusammen zu leben, aber das liegt wohl auch daran, dass ich selbst bisexuell bin. Letztendlich wäre es trotzdem aber eine interessante Beziehung. 

Es ist nicht so vollkommen egal, weil wenn er sich bi nennt, oder nicht benennt, hätte mein Kind nicht das Gefühl, ihm gefallen zu müssen durch Hormone und wär dann freier sich selbst zu finden.

Mein Kind war nämlich ein ganz normales Mädchen, wollte immer lange Haare haben, was mich nervte, da ich die bürsten musste.

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@Draggyblackdots

Das klingt aber eher danach als ob DU ein Problem hättest und die Entscheidung Deines Sohnes anzweifelst und als Phase abtust.

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Wenn er sich als Schwul bezeichnet, dann ist er schwul.

Sexualität und Geschlecht sind schwer in Schubladen zu packen. Eventuell liebt er den männlichen Charakter Deines Sohnes und kann deswegen den weiblicheren Körper ignorieren.

Ich selber bin Hetero und mein Partner ist Neutrois/Genderfluid. Wenn er männlich ist, dann ist mir der weibliche Körper absolut egal. Dann ist er ein Kerl und hat für mich den sexuellen Reiz einer Apfelsine.

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