Wenn jemand in einer Anästhesie angibt er nehme illegale Drogen was passiert dann?

7 Antworten

Hallo,

ein Arzt hat eine Schweigepflicht. Das bedeutet, dass der Arzt keinerlei Informationen über den Patienten weitergeben darf, die er im Zuge von dessen Behandlung erfährt. Wenn du mir privat erzählst, dass du Drogen nimmst, kann ich dich anzeigen. Sagst du mir das in meiner Funktion als Anästhesist, weil ich dich im Vorgespräch danach frage, habe ich Schweigepflicht. Deswegen darf ich gar nicht mit so einer Information zur Polizei gehen. Die Antwort auf deine erste Frage ist also: Nein, der Anästhesist wird die Polizei nicht rufen.

Genauso wenig kann dich ein Anästhesist in eine Entzugsbehandlung schicken. Das ist nicht sein Job und dafür ist er auch nicht qualifiziert. Okay, wenn du mit Drogen vollgepumpt unter den Tisch im Sprechzimmer rutschst wird er natürlich eine Notfallbehandlung einleiten, aber das hat ja nichts mit einer Entgiftung oder ähnlichem zu tun. Das ist die Domäne der Psychiater. Du wirst wahrscheinlich von einem Anästhesisten aber nicht mal die Empfehlung hören, dich in Behandlung zu begeben, denn das ist ja in dem Moment der Narkoseaufklärung nicht seine Sorge.

Die Droge kriegst du mit Sicherheit nicht nach der Narkose. Ärzte werden keine illegalen Drogen geben, da sie sich damit selbst strafbar machen. Das wird nicht passieren. Allerdings kannst du bei manchen Drogen, Alkohol oder Benzodiazepine z.B., davon ausgehen, dass du Mittel bekommst, die einer Entzugsproblematik entgegenwirken. Man wird dich nicht leiden lassen.

Warum nun fragen die Anästhesisten überhaupt nach Drogen? Das hat verschiedene Gründe. Zum einen möchte man wissen, um welche Drogen es sich handelt, um deren Nebenwirkungen einordnen zu können (wenn du mit Kokain vollgepumpt zur Narkose kommst ist es hilfreich zu wissen, dass dein schneller Herzschlag daher kommt und warum du hinterher so aggressiv bist) und man möchte wissen, mit was für Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu rechnen ist. Manchmal ist durch bestimmte Drogen, die lange konsumiert wurden, auch der Stoffwechsel anders und reagiert viel schneller mit dem Abbau von giftigen Substanzen, wie z.B. Narkosemitteln. Wenn man weiß, dass deine Leber trainierter ist, als die von "normalen" Leuten, kriegst du mehr Narkosemittel (mal einfach ausgedrückt). Dann will der Anästhesist wissen, ob du ansteckende Krankheiten haben könntest. Drückst du dir Heroin, ist die Chance, dass du eine Hepatitis C hast beispielsweise erhöht.

Zusammengefasst kann also Drogenkonsum, genauso wie die Einnahme von Medikamenten, Einfluss auf die Narkoseführung und die Zeit nach dem Aufwachen haben. Insofern ist es wichtig, dass der Anästhesist eine Drogengeschichte abfragt - und genauso wichtig ist es, ehrlich zu antworten. Man hat rechtlich nichts zu befürchten wegen der Schweigepflicht, und für die Narkose ist es sicher besser.

Der Arzt hat Schweigepflicht. Er wird also nicht die Polizei rufen.

Je nach Art und Schwere des Drogenmissbrauchs kann es nötig sein, die Narkose anzupassen. Des weiteren erhöht sich das Risiko von Komplikationen, darauf wird der Arzt hinweisen.

Im schlimmsten Fall wird der Arzt den Eingriff verweigern, wenn das Risiko zu hoch ist.

In eine Therapie stecken können sie dich auch nicht gegen deinen Willen, aber du erhältst mit Sicherheit Infos, an wen du dich wenden kannst.

Die stehen unter ärztlicher Schweigepflicht, also die Polizei wird nicht gerufen. Die Angabe von Drogen ist aber sehr wichtig, da bestimmte Kombinationen dazu führen können, dass die Narkose entweder nicht tief genug ist und man während der OP möglicherweise aufwacht oder eben andersrum, wenn man schon was eingeworfen hat man durch eine normale Narkose eben eingeschläfert wird.

Wahrscheinlich kriegt man Drogenberatungsflyer in die Hand gedrückt aber viel mehr passiert nicht, sie dürfen einen ja auch nicht festhalten solange man nicht andere gefährdet.

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