Weniger Urlaubsanspruch als alle anderen Mitarbeiter?

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7 Antworten

Der Arbeitgeber hat allen Beschäftigten seines Betriebes den gleichen Urlaubsanspruch zu gewähren.

Davon abweichen darf er nur, wenn es dafür objektive Gründe gibt:

Ein höherer Anspruch aufgrund längerer Betriebszugehörigkeit ist erlaubt, einer wegen höheren Alters nur dann in einem engen Rahmen, wenn das mit einer außergewöhnlichen Belastung für den Arbeitnehmer gerechtfertigt werden kann (höheres Alter alleine erlaubt keine Gewährung eines längeren Urlaubs. Einen höheren Anspruch haben auch Schwerbehinderte, das aber aufgrund gesetzlicher Bestimmungen und nicht als "Geschenk" des Arbeitgebers.

Liegen solche Gründe nicht vor, dann ist eine unterschiedliche Behandlung beim Urlaubsanspruch nicht erlaubt.

Was Du tun kannst, kann man Dir hier schlecht sagen. Wenn Dir bekannt ist, dass es keine rechtfertigenden sachlichen Gründe für die unterschiedlichen Gewährung durch den Arbeitgeber gibt, sein Vorgehen also gegen geltendes Recht verstößt, dann kannst Du ihn mit dieser Tatsache konfrontieren - sofern Du in eine Auseinandersetzung mit ihm treten kannst oder willst. Denn leider gilt auch in diesem Fall, dass "Recht haben" und "Recht bekommen" nicht unbedingt zwei gleiche Dinge sind.

Sollte die Situation eintreten, dass Dein Arbeitsverhältnis in diesem Betrieb nicht fortgeführt wird, kannst Du den in der Vergangenheit vorenthaltenen Urlaub als Surrogat in Geld nachträglich einfordern im Rahmen von Ausschlussfristen (arbeitsvertraglich mindestens 3 Monate), nach deren Verstreichen Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen sind, oder - wenn es keine solche Fristen gibt - in Rahmen der gesetzlichen Verjährungsfrist von 3 Jahren (für Ansprüche aus 2016 also bis zum 31.12.2019).

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Kommentar von Messkreisfehler
14.06.2016, 07:23

Da Du die "Fettschrift" ja immmer so gerne verwendest:

Deine Antwort ist falsch!

Ein Arbeitgeber kann sehr wohl bei einem neuen Arbeitnehmer einen niedrigeren Urlaub verhandeln und arbeitsvertraglich festlegen als bei den übrigen Kollegen.

Nach dem allgemeinen arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz ist es dem Arbeitgeber zwar verboten verschiedene vergleichbare Arbeitnehmergruppen ungleich zu behandeln, allerdings ist dies nur bei Maßnahmen mit kollektivem Bezug der Fall.

Der Urlaub wird jedoch individuell mit dem Arbeitnehmer ausgehandelt.

Dem Arbeitgeber muss bei Neueinstellung von Arbeitnehmern immer noch die Möglichkeit gegeben sein einzelne Arbeitsbedignungen abweichend von den zuvor gewählten Bedingungen zu gestalten.

Der Gleichbehandlungsgrundsatz wäre hier nur zutreffend, wenn der kürzere Urlaubsanspruch auf ein Diskriminierungsmerkmal gestützt wäre (Rasse, Geschlecht, Religion, etc), davon ist hier nichts zu lesen.

Wenn der Arbeitgeber grundsätzlich bei Neueinstellungen nur noch den Mindesturlaub gewähren möchte, dann ist das rechtlich nicht zu beanstanden.

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Der Urlaubsanspruch für alle Arbeitnehmer ist gesetzlich im Bundesurlaubsgesetz(BUrlG) geregelt und kann  tarif- bzw. arbeitsvertraglich abweichend vereinbart werden.

Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt nach § 3 BUrlG:

https://dejure.org/gesetze/BUrlG/3.html



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Kommentar von Familiengerd
13.06.2016, 13:27

kann  tarif- bzw. arbeitsvertraglich abweichend vereinbart werden

Das sagt aber nichts dazu aus, ob ein Arbeitgeber den Beschäftigten seines Betriebes unterschiedlich langen Urlaub gewähren kann.

Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer eines Betriebes den gleichen Urlaubsanspruch, wenn nicht objektive Gründe eine Differenzierung erlauben: Dauer der Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung.

Ein höherer Urlaubsanspruch aufgrund des Alters ist in engem Rahmen nur unter besonderen Bedingungen (außergewöhnliche Belastung) erlaubt, da er ansonsten eine mittelbare Altersdiskriminierung (gegenüber Jüngeren) darstellen würde.

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Solange Du den gesetzlichen Urlaub bekommst der Dir zusteht hast Du keine Handhabe.

Es gibt auch unterschiedliche Regelungen. z.B. hat ein Angestellter mit einem GdB (Behinderung) mehr Urlaubsanspruch als Du.

Andererseits könnte es auch interne Regelungen sein, z. B. das die Angestellten wegen Kinder begünstigt worden sind. denn es gibt auch unbezahlten Urlaub.

Vielleicht erhöht die Firma die Urlaubstage auch je nach Länge/Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Ganz ehrlich, Du hast eine Arbeit mit Urlaubstagen die Dir gesetzlich zustehen und forderst schon am Anfang ( ohne genaue Hintergründe zu kennen ) den gleichen Anspruch?!

Arbeite erst mal eine längere Zeit dort, dann wirst Du auch die Vorgehensweise und die interne Betriebsregeln besser kennenlernen und dann kannst Du, wenn diese Fragen noch offen sind, irgendwann mal nachfragen.

Du könntest mit Deiner Art anecken - ich korrigiere - sehr wahrscheinlich wirst Du damit nicht sehr gut bei den Kollegen, besonders bei dem Vorgesetzten ankommen.

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Kommentar von Familiengerd
13.06.2016, 13:15

Solange Du den gesetzlichen Urlaub bekommst der Dir zusteht hast Du keine Handhabe.

Das ist schlicht und einfach falsch!

Der Arbeitgeber hat allen Arbeitnehmern seines Betriebes den gleichen Urlaubsanspruch zu gewähren, wenn es nicht sachliche Gründe für eine Differenzierung gibt.

Ein Grund für einen höheren Urlaubsanspruch kann die längere Dauer des Beschäftigungsverhältnisses sein; höheres Alter ist nur dann ein Grund, wenn das aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei älteren Arbeitnehmern in Zusammenhang mit einer besonders belastenden Arbeit in engem Rahmen angebracht ist oder bei Schwerbehinderung aufgrund gesetzlicher Bestimmung.

Ansonsten ist die Gewährung unterschiedlich hoher Urlaubsansprüche "nach Gutdünken" des Arbeitgebers nicht erlaubt!

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rein Interesse halber.. wie viel ist denn Deine Wochenarbeitszeit?

Kann sich darüber irgendwas ergeben? (wo bei Du ja sagst, nein)


Gemeinhin hat jeder, wenn wir von BRD ausgehen, Mindesturlaub 24 Tage im Jahr.

Das bezieht sich auf eine 6-Tage-Woche, bei 5-Tage-Woche können es auch nur 20 sein. Also das ist rechtlich dann okay.

http://www.urlaubsgesetz.com/


Tatsächlich gilt, wenn den Mindestansprüchen genüge getan wird, bvereinbart ist vereinbart.. aber bissl vera* käm eich mir auch vor, wenn andere- entgegen der Aussage von Chef- doch mehr haben.



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Kommentar von Familiengerd
13.06.2016, 13:28

Tatsächlich gilt, wenn den Mindestansprüchen genüge getan wird, bvereinbart ist vereinbart..

Das ist falsch - siehe meine Kommentare oben!

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Hallo, leider kannst du da nicht viel machen es ist zwar bestimmt ärgerlich das die anderen viel mehr Urlaub haben, jedoch ist der gesetzliche Anspruch bei einer 5 Tage Woche nur 20 Tage, alles darüber ist übertariflich und vom Arbeitgeber freiwillig.

Hast du denn schon mal mit deinem Chef darüber geredet? Vieleicht ist es ja auch abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit wie viel Urlaub man bekommt.

Echt Ärgerlich aber gesetzlich kann man da nix machen...

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Kommentar von Familiengerd
13.06.2016, 13:33

Echt Ärgerlich aber gesetzlich kann man da nix machen...

Das ist falsch!!

alles darüber ist übertariflich und vom Arbeitgeber freiwillig.

Was hat das mit "übertariflich" zu tun??

Selbstverständlich kann der Arbeitgeber freiwillig mehr Urlaub gewähren, als er nach dem Gesetz oder nach einem anzuwendenden Tarifvertrag muss.

Er muss dann aber allen Arbeitnehmern den gleichen Anspruch gewähren, wenn nicht objektive Gründe eine Differenzierung erlauben: Dauer der Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung (und das auch nach dem Gesetz und nicht freiwillig), unter bestimmten Voraussetzungen und in engen Grenzen höheres Alter.

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Salü Jeshane

Solange die Anzahl der Urlaubstage dem mindestens gesetzlichen Minimum entsprechen, können diese vertraglich ohne weiteres voneinander abweichen. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, Dir die gleiche Anzahl zu geben, solange der Vertrag selbst einen rechtsgültigen Inhalt aufweist.

Das scheint er (leider zu deinen Ungunsten) zu tun.

Vergleichbar ist das mit dem Lohn. Auch dort muss der Arbeitgeber nicht zwingend jedem Mitarbeiter gleich viel bezahlen. Die Verhandlungen führst Du selbst. Genauso ist es mit den Ferientagen.

Schwierig wird es, wenn du schreibst "...wurde der Eindruck [...] erweckt, alle...". Erstens sind solche Eindrücke immer subjektiver Natur und zweitens hast du hier leider nichts in der Hand

Zudem kommt, dass man als Arbeitgeber seine Anstellbedingungen anpassen darf: Ein Mitarbeiter, welcher vor 2 Jahren eingestellt wurde, hatte unter Umständen mehr Lohn.

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Kommentar von Familiengerd
13.06.2016, 13:21

Solange die Anzahl der Urlaubstage dem mindestens gesetzlichen Minimum entsprechen, können diese vertraglich ohne weiteres voneinander abweichen. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, Dir die gleiche Anzahl zu geben, solange der Vertrag selbst einen rechtsgültigen Inhalt aufweist.

Das ist schlicht und einfach falsch!

Der Arbeitgeber hat allen Arbeitnehmern seines Betriebes den gleichen Urlaubsanspruch zu gewähren, wenn es nicht sachliche Gründe für eine Differenzierung gibt.

Ein Grund für einen höheren Urlaubsanspruch kann die längere Dauer des Beschäftigungsverhältnisses sein oder eine Schwerbehinderung; höheres Alter ist nur dann ein Grund, wenn das aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bei älteren Arbeitnehmern in Zusammenhang mit einer besonders belastenden Arbeit in engem Rahmen angebracht ist .

Ansonsten ist die Gewährung unterschiedlich hoher Urlaubsansprüche "nach Gutdünken" des Arbeitgebers nicht erlaubt!

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red doch einfach mal mit deinen Chef's? vielleicht haben sie ja einen Grund das du nur so wenige Tage hast

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