Welcher 3D Drucker ist mit Düse 0,2mm zu betreiben?

6 Antworten

0,2 mm Düsen-Durchmesser machen die meisten nicht als Standard, da Du dadurch zwar tatsächlich Details etwas besser hinbekommst, die Druckzeit allerdings astronomisch hoch wird. Wissen tue ich es nur vom Ultimaker 2+, der mit 3 verschiedenen Größen kommt, die kleinste davon 0,25 mm, was qualitativ weitgehend identisch sein sollte. Der liegt aber auch leider weit über dem Ziel-Budget vom 500,- EUR.

Mein Tipp wäre, Dir Bausätze für den Preis herauszusuchen, und die Hersteller/Verkäufer direkt anzuschreiben, ob mit 0,2 mm Düsen Erfahrungen vorliegen. Von Prinzip her kannst Du fast jeden Drucker auf eine kleinere Düse umrüsten, in dem Du ein paar Einstellungen in Deinem Slicer veränderst. Praktisch ist das aber etwas tricky, weil es dann häufig vorkommen kann, das Düsen verstopfen oder sonstige Probleme auftreten.

Wenn Du sehr hohe Details benötigst, ist ggf. ein SLA System besser geeignet als FDM Drucker. Details und Oberflächenqualität sind hierbei deutlich besser. Formlabs (Forma 1+ / 2) oder XYZ Printing (Nobel) haben  Desktop Varianten, allerdings liegen die auch um die 2.000,- EUR (XYZ) oder etwas darüber (Formlabs). Es gibt inzwischen aber auch einen DIY Kit für ~550,- EUR, dazu benötigt man aber zusätzlich einen Projektor, der noch einmal genauso viel kosten dürfte (http://www.kitprinter3d.com/en/3d-printer-kits/127-kit-printer-3d-sladlp-solidray.html#/con-proyector-no/colour-black/reservoir-borosilicate-petri-pdms). Wie gut Letzterer ist, weiß ich leider nicht.

Ich habe einen China-Klon-Drucker, und dafür kann man bei Ebay und Co Düsen bis zum Druchmesser von 0,2mm kaufen.

Aber außer der erhöhten Druckzeit, die Düse ist auch wesentlich anfälliger gegen Verstopfung als eine 0,3mm oder 0,4mm-Düse.

Ich habe mir für meinen Drucker ein Set aus 4 Düsen (0,2, 0,3, 0,4 und 0,5mm geholt, aber mich noch nicht an die 0,2mm-Düse gewagt. Selbst bei der 0,3mm-Düse ist viel Hirnschmalz notwendig, um die Slicer-Software vernüftig darauf einzustellen.

Auch die Schichtdricke muss dann kleiner gewählt werden, bei einer 0,2mm-Düse sollte sie nicht dicker als 0,1mm sein.

Die Druckzeiten werden so verachtfacht gegenüber der 0,4mm-Düse, und wahrscheinlich muss auch noch die Geschwindigkeit gedrosselt werden, da man nicht so viel Material durch die Düse gepresst bekommt.

Ich habe mit einem Kommilitonen zusammen eine Studienarbeit über Druckqualität von 3d-Druckteilen erstellt. Unser Ergebnis in hinsicht auf feine Strukturen: Zwar kann man mit kleinen Düsendurchmessern dünnere Wände bauen, aber vor allem bei günstigeren Druckern gibt es dabei oft probleme durch die unzureichend genaue Positionierung der Achsen. Durch oft sehr großes Spiel in den Antriebssystemen ist die Wiederholgenauigkeit in der Regel für sehr feine Strukturen nicht ausreichend. Unsere Versuche dazu haben wir mit zwei i3 Prusa (Bausatz) und einem 3DFreesculpt Ex2 von Pearl gemacht. Beides Drucker für den Heimanwender, bei qualitativ hochwertigeren Druckern dürfte das Problem geringer sein.

Was möchtest Du wissen?