Welche Reitart gefällt euch am Besten oder welche benutzt ihr?

20 Antworten

Also ich bin bis vor kurzem noch mit meinen beiden Pferden Englsich, also Springen und Dressur, auf Turnieren geritten. Da wir jetzt aber umgezogen sind, und ich die beiden nicht mitnehmen konnte, habe ich jetzt wieder eine RB. Die beiden laufen Western, was aber auch kein Problem ist, weil ich auch davon was verstehen :D. Ich bin, bis ich meine beiden Pferde bekommen habe, Western geritten. davor noch auf Isis, also Gangpferden.

Woher ich das weiß:Hobby – Schon sehr lange damit zutun

Ich bin Freizeitreiter, habe aber alles notwendige Fachwissen dazu in Form von Basispass, Reitpass und Longierabzeichen erworben. Wir reiten auf unserem Hof nur Englisch. Einige nehmen in den Kategorien M und S an Turnieren teil und reiten schon sehr hochklassig. (Auch siegreich beim Bundeschampionat) Allerdings nur Dressur. Auf einem Westernpferd habe ich schon gesessen. Die Reitweise unterscheidet sich doch sehr, was sich ja auch bereits in der Art des Sattels und der Trense zeigt. Western ist erst zum Freizeitsport geworden, nachdem der reine Arbeitsbetrieb in Amerika weniger wurde. Ein Westernpferd muss Kühe treiben und dem Cowboy als Mitarbeiter bem Job helfen. An ein solches Pferd werden natürlich andere Anforderungen gestellt, als an Totilas! Barockpferde mussten ihre Reiter früher in die Kämpfe begleiten und sehr ausdauernd sein. Zusätzlich bildeten sich Lippiza im 17. Jahrhundert und die Wiener Hofreitschule. Ich habe mir das Gestüt in Bückeburg mal angesehen und war ehrlich gesagt schon fasziniert. Auch in Lippiza in Slowenien bin ich gewesen und kann jedem interessierten Pferdefreund einen solchen Besuch auf dem Stammgestüt der Lippizaner nur empfehlen, wenn man die Gelegenheit dazu erhält. Es kommt beim Reiten darauf an, was man will. Wer an Turnieren der normalen Englischen Reiterei teilnehmen will, der kann sich natürlich kein Baraock oder Westernpferd kaufen. Auch ein Haffi und ein Norweger wären da deplaziert. Andererseits gibt es so viele schöne Möglichkeiten nicht turniergebunden mit seinem vierbeinigen Partner umzugehen, dass man manchmal wirklich die Qual der Wahl hat. Ich schreibe Bücher und habe auch mit "Kai und der Ponyhof" sowie" Kai und das Reitabzeichen" zwei Anfängerbücher über das Reiten geschrieben. Die Reitlehre habe ich geschickt mit eingebaut, so dass man neben einer bezaubernden Geschichte über einen kleinen reitsportbegeisterten Jungen, seine behinderte Freundin(Behindertensport) und sein Fohlen(vom Fohlen zum Turnierpony) auch alles Wissenswerte rund ums Thema Pferd lernen kann. website: http://manuelmagiera.de.to lg Manuel Magiera

Hurrah! Schon zwei klassisch-barocke hier! Punkgirl512 und ich!

Für die, die es nicht kennen: klassisch-barocke Reitweisen sind auch Arbeitsreitweisen, gehen also von Impulshilfen aus, um die Hände für andere Dinge (leider auch Krieg, Hütearbeit... ) frei zu haben. Sie sind vom Sitz bzw. Sattel her nah am Englischreiten, also eignet sich der Englischsattel deutlich besser als der Westernsattel, sollte dem Pferd und / oder Reiter kein Barocksattel passen oder sollte man nicht gerne einen benutzen. Unterschied zum heutigen Englischreiten sind, wie gesagt, die feinen, impulsartigen Hilfen und die Ausbildungsmethodik. Der klassisch-barocke baut die Gangarten viel mehr aufeinander auf, setzt im Schritt saubere Dehnung, einige lösende Seitengänge und beginnende Versammlung oft voraus, bevor Pferd oder Reiter (wer halt grade ausgebildet wird), mit der Trabarbeit anfängt und so weiter, während man im modernen Englischsport durch alle Gangarten geht und dann an den Details arbeitet. Da die klassisch-barocke Ausbildungsmethodik in jeder Epoche ihrer Zeit eine etwas andere war, ist meine Beschreibung sicher viel zu pauschal, aber so grob kann man daraus vielleicht eine Vorstellung gewinnen.

nur wo ist der Unterschied zum Western reiten? das ist ja genauso Reitart wo auf Impulsen geritten wird.

und das mit sauberer Schritte, sauberer Dehnung etc sollte eigentlich jedes Pferd in jeder Reitart beigberacht werden - das sind ja doch keine Merkmale einer bestimmten Reitart oder? Wie man ein Pferd ausbildet (von Anfang an ganz langsam oder alles auf einmal und nacher Details korrigieren) - das hängt ja nicht von der Reitart ab sondern rein vom Ausbilder und auf was der schwört.

0
@dancefloor55

Beim Klassischen wird z.B. Aufrichtung verlangt - meines Wissens nach beim Westernreiten nicht.

Western ist zwar von den Impulsen her sehr ähnlich, man hat allerdings noch die leichte Verbindung zum Pferdemaul, die man bei einem korrekt gerittenen Westernpferd nicht mehr so sehr braucht.

Die Seitengänge und beginnende Versammlung für die nächsthöhere Gangart würde ich aber doch schon sehr als barock sehen.

Es hängt schon von der Reitart ab, zumindest ein wenig. Es ist jedenfalls fü Englisch UND Westernreiter untypisch, wenn die die ersten Wochen nach dem Anreiten des Pferdes nur im Schritt bleiben, ggf. mal ne Runde traben.

0
@Punkgirl512

"Die Seitengänge und beginnende Versammlung für die nächsthöhere Gangart würde ich aber doch schon sehr als barock sehen. "

Naja, die Seitengänge gehören genau wie die Versammlung ebenfalls zum Westernreiten dazu, der Kantakt zum Pferdemaul wird durch die schweren Lederzügel mehr oder weniger gehalten, man lässt die Zügel ja nicht nen Meter druchhängen, nur so viel das man jederzeit wieder einen Impuls geben kann. Was dem Englischreiter die Piourette ist, das ist dem Westernreiter das Spinning. Das Western und Englisch eigentlich gar nicht soooo weit auseinander liegen Zeigt dieses Viedeo ganz gut. Es werden ganauso wechseln geritten und Tempiunterrschiede.

http://www.youtube.com/watch?v=vrYOQ52U3LQ

0
@Karin1987

Das Video kenn ich ;)

Damit meinte ich, dass man nicht galoppiert, wenn das Pferd sich im Trab nicht versammeln lässt bzw. wenigstens ausbalanciert läuft. Sollte zwar (meiner Meinung nach) überall so sein, aber ich habe noch keinen Klassischen Trainer gesehen, der das anders gemacht hat. Englisch und Westerntrainer dagegen zu Genüge.

Ich habe niemals behauptet, dass die Arten weit auseinander liegen ;) Die Grundausbildung ist sich sehr, sehr, sehr ähnlich, das gesundheitsfördernde Reiten will erreicht werden, zusammen mit leichten Hilfen.

0
@Punkgirl512

Also meine Reitlehrer haben mir immer Gesagt wenn der Schritt schon Schei++ße ist brauchst du gar nicht antraben. Ist auch logisch, ein Pferd lässt sich ja auch im schritt einfacher einstellen, Versammeln und so als in einer Höheren Gangart.

Bei meinem Pony haben wir anfangs nicht drauf geachtet, deshalb hat sie alles relatiev schnell gelehrt aber nie richtig Ordentlich. Das Ergebnis war das ich nun heute noch mühsamer die Lücken schließen darf und durfte. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte würde ich jetzt anders machen.

0

Hallu :)

Ich kenn mich fast nur mit englisch (fn) aus ^^

Ist klassisch barock denn das selbe wie klassische reitkunst --> legerete und sowas? denn so würde ich meine kleine später gerne einreiten lassen, aber wenn sich die hilfen so unterscheiden kann ich es ja selber nicht ^^

lg Blue

0
@Bluelove

@ Bluelove: Ich sehe folgende Unterschiede:

Kein FN Reiter könnte eine Hand frei machen, um ein Volk zu grüßen wie der regierende auf einer barocken Parade oder um eine Lanze oder andere Waffe zu führen wie der Krieger, denn da sind beide Hände gleich im Einsatz. Das wiederum ist im Prinzip auch bei den klassich barocken Reitern so, sofern sie auf gebrochenes Gebiss oder Kappzaum reiten, denn beides gehört beidhändig geführt. Lediglich die Stange führt man einhändig, was sich im modernen mit Kandare und Unterlegtrense in der 3:1 Zügelführung niederschlägt. Aber modern gibt es keine blanke Kandare.

Ich sehe viele - nicht alle - FN-ausgebildete Reiter auf dem Pferd sich anstrengen. Sie schwitzen, sitzen mit rotem Kopf da, treiben jeden Schritt, Tritt oder Sprung einzeln raus. Diese anstrengende Reiterei ist nicht im Sinne der Reiterei vergangener Zeiten. Der Krieger kann nur bestehen, wenn ihm sein Pferd keine Anstrengung abverlangt, das repräsentierende Staatsoberhaupt sähe traurig aus, würde es mit knallroter Birne schweißtriefend vor seinem Volk auftreten. Also gilt der Grundsatz: Es muss möglich sein, sein Pferd ohne Anstrengung zu handeln.

Die Methodik ist eine andere. Während der eine versucht, sein Pferd im Trab zu lösen, trabt der andere, wie Karin1987 geschrieben hatte nicht an, ohne dass das Pferd im Schritt sauber läuft.

Dann ist da noch die Sache mit der Aufrichtung, die mir im Magen liegt. Denn eigentlich besagen auch diese alten Lehren, dass diese nur über eine Dehnung der Oberlinie reell wird, wie Herr von Neindorff auch oft genug betont hat, doch gibt es viele heutige barocke, die viel zu früh aufrichten und dann eine absolute Aufrichtung mit enger Ganasche, weggedrücktem Rüchen, eben ohne diese Dehnung erhalten. Schade. War neulich erst bei einer solchen bei der Morgenarbeit.

Was ist klassisch? Darüber hat Richard Hinrichs letztes Jahr mal einen Vortrag gehalten. Das Wort "klassisch" wird für "normal" oder "üblich" gebraucht im deutschen, also ist der Begriff zu groß. Eigentlich nennt man klassich, was nach den "normalen" Regeln, der HdV12 oder auch den daraus entwickelten FN Richtlinien reitet, doch kann man die so oder so auslegen und einige rennen glatt über deren Rand hinaus ohne es zu merken.

Die Legerete (wo gehört da der Accent hin?) ist die von Philipe Karl gelehrte leichte Reitweise. Da die Zeit der Reitkunst so ewig weit zurückliegt, ist ganz klar, dass es schon immer Unterschiede gab, die auch heute sich in ganz verschiedenen Strömungen niederschlagen. So lehrt heute Bent Branderup ein gutes Stück anders als Philipe Karl und dennoch ist alles klassische Reitkunst oder auch klassich barock - die Begrifflichkeit stellt zum einen dar, dass man sich auf die alten Schulen beispielsweise der Barockzeit bezieht, aber auch, dass hier die Kunst im Vordergrund steht und nicht der Sport.

Die Hilfen an sich unterscheiden sich nicht sehr, doch je leichter das Pferd geritten ist, desto schneller spricht es auf eine Hilfe an. Wenn ein Pferd die Zügelhilfen als wirkliche Krafthilfe mitbekommen hat, dann musst Du am Zügel zerren, um durchzukommen, wenn es sie als leichteste Hilfe kennt, musst Du den durchhängenden Zügel nur etwas mehr heben und es reagiert. Generell finde ich es aber schon wichtig, dass Reiter und Pferd vom selben Ausbilder unterrichtet werden, ich würde auch niemals ein Pferd in Beritt geben, sondern mich anleiten lasse, wie ich das Pferd ausbilden kann. Denn ich muss es später reiten, sonst niemand.

Schwierig ist schon, sich zu entscheiden, ob einem Branderup oder Karl oder Hinrichs oder sonstwer lieber ist? Woran macht man das als Laie fest? Wieviel Zeit hat Deine Kleine noch? Je nach Rasse kann das schnell gehen oder noch dauern. Daher nutze diese Zeit jetzt und sie Dir die "Schulen" an, was Dir liegen könnte. Geh zu den Seminaren, die gehalten werden, sieh Dir Unterricht und Kurse an. Und wenn Du dann weißt, was Dir taugen würde, brauchst Du nochmal Zeit, um einen Ausbilder zu finden, der das auch gut umsetzen kann, der das an die verschiedensten Menschen- und Pferdetypen gut weitergeben kann, denn all diese großen Koriphäen kannst Dir nicht leisten und die können ihre Regeln an ihre Schüler weitergeben, nicht aber ihr Genie. Spekulierst Du (je nach eigenen reiterlichen Fähigkeiten nicht ausgeschlossen) beispielsweise auf eine Branderup-Ritter-Ausbildung, so musst Du Dein Tier eh selbst ausbilden, denn das ist Teil der Prüfungsleistung, dass man ein Pferd (idealerweise ein eigenes, denn das kommt einem wenigstens nicht mitten drin abhanden). Die Branderup-Ritter, die das schon hinter sich haben, bereiten einen auf diese Schule vor, d.h. wenn man bei einem Ritter Unterricht hat und eine gewisse Begabung zeigt, wird man bestimmt vorgeschlagen. Wie es Philipe Karl handhabt, weiß ich jetzt nicht, glaube aber, ähnlich. Also sieh Dich jetzt um, wenn Du an sowas Interesse hast, die Zeit läuft eh so schnell davon.

0
@Baroque

Wow .. ich bin echt sprachlos und danke dir, dass du das alles geschrieben hast. :)

Légèreté --> das musste ich jetzt kopieren, da ich nicht weiß wie man die e's hier schreibt ^^ betont wird auf dem letzten e soweit ich weiß und das g wie ein weiches sch ^^

Das mit den Seminaren hab ich bisher gar nicht so ernst gesehen, aber nachdem ich das gelesen hab, werde ich wohl doch noch einige besuchen, sofern ich hinkomme.

Meine Kleine ist Trakehner aus unserer Vollblutstute und "erst" etwas über ein Jahr jung, jedoch mache ich mir immer seehr viele Gedanken, was denn das beste für sie sein kann und Fakt ist, dass mir viele Dinge der FN nicht gefallen, sowohl bei der Ausbildung als auch der Ausrüstung, nur kenne ich mich in anderen Lagern noch nicht so sehr aus, als dass ich sie da so einfach ausbilden lassen würde.

0

Ich habe mir ein Pony zugelegt was gar nichts konnte, ich selbst bin dann nach 2 Jahren unterricht und 5 Jahren Pause auch erst wieder angefangen.

Mit Hilfe meiner Freundin habe ich sie dann eingeritten, Freizeit-Western ausgebildet. Nach 2 Jahren musste ich leider feststellen das uns beiden wichtige Grundlagen fehlten und der Sattel nicht mehr passte. Ich habe neben bei noch den Stall gewechselt und keinen Unterricht mehr im Western bereich bekommen. Dann habe ich einfah aus dem Bauch heraus geritten, klappte erst prima, konnte sie ohne Sattel und Trense reiten (nur mit Halsring). Danach habe ich mir eine VS Sattel zugelgt und englisch unterricht genommen um die Grundlagen nachzuhohlen, mein Pony versammeln zu könnne, auf die Hinterhand zu gekommen und zu lehrnen wie man richtig stellt, biegt und sein Pferd korrekt gymnastiziert. Dann habe ich angefangen Springunterricht zu nehmen. Mein Pony und ich haben dann zusammen die ersten Springstunden genommen, sie hat das superbrav gemacht, ich muss da noch einiges lehrnen, will aber eh nicht höher als E mit Ihr Springen. Ich gehe jetzt am 11.09. Mein erstes Turnier (Reiter WB), wird auch wohl mein letztes mit ihr sein, ich bin nur eine Freizeitreiterin, das Turnier ist aber bei uns am Hof. Eigentlich will ich mein Pony nur fit halten, gymnastizieren und unsere heißgeliebten Ausritte machen. Ausritte sind für mich und mein Pony immer das Highlight. Sie hat sichlich freude daran, die Ohren immer Vorn im zügigen Schritt ohne Stocken und glotzen, geht Problemlos an allem vorbei.

Ich weiß nicht so genau was du unter Freizeit verstehst... Also auf meinem Hof reiten wir schon so dressursachen, aber ich würde es schon als Freizeit bezeichnen weil wir halt keine turniere machen und oft ohne Sattel reiten und gebisslos und nicht mit extralangen Dressursteigbügeln und so... Ich springe allerdings auch gerne, bin dieses jahr meinen ersten Parcours gesprungen ; )

Also: Ich reite Englisch und ein bisschen was von jedem: Freizeit, Dressur, springen, Mounted games (falls das jemand kennt). Auf einem anderen Reiterhof nehme ich richtig Dressur und Springunterricht, aber nicht regelmäßig.

Was möchtest Du wissen?