Welche politischen Probleme gibt es?

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5 Antworten

Hier ein Supertext, der auch auf Russland und auf Gas eingeht, dessen Link sich aber hier nicht verschicken lässt, weil zweimal "www. "drin vorkommt. Ich kopiere ihn hier hinein und weil er außerdem zul ang ist, schicke ich ihn in zwei Teilen: Krieg und Öl

Die Industriestaaten haben ein Problem mit der zunehmenden Abhängigkeit von den Lieferungen der OPEC. In der Vergangenheit zeigte sich, daß nur die OPEC in der Lage ist, ihre Förderung noch zu expandieren (ebenso wie zu drosseln). Während der letzten Hochpreisphase war kein anderer Sektor in der Lage, die Förderung auszuweiten. Rußland ebenso wie UK/Norwegen und USA förderten schon an ihrem oberen Limit. Der Anteil der OPEC an der Weltölversorgung steigt nach dem Absinken in den 80ern kontinuierlich (1973 54%, 1985 29,7%, 2000 41,6%, nach den angeblichen Ölreserven 2015 um 60%). Deswegen ist eine strategische Forderung der US-Energie-Politik, so viele Öl- und Gasvorkommen wie möglich außerhalb der OPEC zu erschließen. Dies wurde um so dringlicher, je prekärer die politische Lage im Nahen und Mittleren Osten sich entwickelte. Die Unfähigkeit, die gesellschaftlichen Kosten für eine stabile Ausbeutung sicherzustellen, haben die zunehmende Abhängigkeit von der Versorgung mit Öl aus der Golfregion zu einem höchst riskanten Faktor für die USA und andere Industriestaaten gemacht (siehe hierzu auch den Artikel von G. Caffentzis in der Beilage zu diesem Zirkular).

Wurde früher versucht, Rußlands Einfluss auf die ölfördernden Regionen rund ums Kaspische Meer zu untergraben (Tschetschenien, Afghanistan, »Entwicklungs«-Investitionen in die zentralasiatischen und kaukasischen Länder), so ist heute Rußland ein wichtiger Partner bei der Versorgung mit Nicht-OPEC-Öl und -Gas geworden, nicht nur wegen der Kaspischen Region, sondern auch wegen der Potentiale in Sibirien. Öl- und Gasmengen

Im Jahr 2000 erreichte die Weltölproduktion 77 Mio. bpd (Barrels pro Tag), das entspricht rechnerisch einem Jahresvolumen von über 28 Milliarden Barrel. Die prospektierten Weltölreserven werden mit über einer Billion (1000 Milliarden) Barrel angegeben (Quelle: BP-Amoco, Statistical Review of World Energy; IEA, OECD). Während die aktuellen Produktionsdaten für Erdöl realen Größen entsprechen, sind die Angaben zu den Reserven zweifelhaft, weil eine Reihe von erdölproduzierenden Ländern (OPEC) seit vielen Jahren gleichbleibende Angaben machen, obwohl dort nicht nennenswert in Prospektion investiert wurde. Allerdings ist die Vergabe und der Umfang von internationalen Krediten von Sicherheiten, z.B. Erdölreserven abhängig. Auch ist die Vergabe von Förderquoten innerhalb der OPEC unter anderem an die Höhe der Reserven gebunden. Das führte dazu, daß in den letzten drei Jahren nach und nach alle OPEC-Länder ihre Reserven neubewerteten und dabei die Angaben verdoppelten bis verdreifachten. Bei der reinen Betrachtung der Volumina wird auch nicht berücksichtigt, daß mit zunehmender Dauer der Förderung die Ausbeutung der Restmengen einen zunehmenden technischen Aufwand erfordert und so die Förderung progressiv teurer wird.

Die Weltgasproduktion hatte im Jahr 2000 einen Umfang von über 2,5 Billionen Kubikmetern. Über die weltweiten Gasvorkommen liegen keine vernünftigen Zahlen vor.

Die erwarteten Ölvorräte in der Region am Kaspischen Meer werden derzeit - soweit veröffentlicht - auf ein Volumen von mehr als 200 Milliarden Barrel Öl geschätzt. Die Schätzungen haben sich mit fortschreitender Prospektion vervielfacht. Erst ein geringer Teil davon ist auch zur Förderung erschlossen. Das Volumen der Gasvorräte lässt sich über seismische Prospektion viel schwerer definieren. Nach jüngeren Untersuchungen werden im Bereich vom Kaspischen Meer bis nach Kirgisistan riesige Vorkommen vermutet. Über Struktur und Volumen dieser Vorkommen gibt es noch keine realistischen Zahlen.

Noch vor vier Jahren sind die Ölmengen-Schätzungen als Phantasieprodukt abgetan worden. Sie sind mittlerweile aber durch Prospektion erhärtet. In den Prospektionsprojekten wird derzeit von 150 Millionen Barrel - das entspräche ca. 15% der hochgerechneten Weltölreserven - und von 50% der Weltgasvorräte ausgegangen.

Die Ausbeutung des Öls vom Ostrand des Kaspischen Meeres, wo sich die größten Vorräte befinden, bringt besondere Probleme mit sich. Der Gehalt an Schwefel und Schwefelwasserstoffen, geologische Verhältnisse und teilweise durch frühere Ausbeutung drucklose Lagerstätten erfordern schon vor dem Transport hohe Förderkosten.

Anliegerstaaten am Kaspischen Meer sind Rußland, Kasachstan, Turkmenistan, Iran und Aserbeidschan. Östlich vom Kaspischen Meer in der turkmenischen Wüste und im weiter zurückliegenden Usbekistan finden sich auch noch Öl- und Gaslagerstätten. In Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan werden weitere vermutet.

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Text Teil 2Die Grenzziehung im Meer ist umstritten. Sie wird vor allem von Iran angefochten, dem Rußland, Kasachstan und Aserbeidschan nur 12,5% der Meeresfläche zugestehen wollen. Juristisch ist das offen. Die iranische Regierung beruft sich auf Verträge mit der Sowjetunion von 1921 und 1940, welche die einseitige Nutzung der Rohstoffe durch einen der Anliegerstaaten verbieten. Das entspricht nach internationalem Recht der Definition des Gewässers als Binnensee (gemeinsame Nutzung). Die anderen definieren es als offenes Meer, dann liegen die Rechtsverhältnisse so, daß die Meeresfläche ausgehend von den bestehenden Landesgrenzen, die auf dem Meer nach einem festgelegten Berechnungsverfahren fortgeschrieben werden, aufgeteilt wird. Die Realität sieht gegenwärtig so aus, daß De-fakto-Verhältnisse geschaffen wurden und die völkerrechtlichen Verhandlungen immer wieder vertagt werden. Aserbeidschanische (BP!-)Prospektionsschiffe wurden am 23. Juli 2001 vom Iran schon militärisch bedroht. Andererseits demonstrierten türkische Jets über Baku militärische Unterstützung für Aserbeidschan. Rußland

Der Staat Rußland hängt in hohem Maß vom Öl und vom Preis des Öls ab. In manchen Jahren machten Öl- und Gas bis zu 44% der gesamten Exporte aus. Eine Variation des Ölpreises um einen Dollar/Barrel verändert die russischen Einnahmen um 850 Millionen Dollar. Bis 1998 fiel der Ölpreis auf weniger als 10 Dollar und führte zum Zusammenbruch des Rubels, Zahlungsunfähigkeit des Staates und katastrophalen Verhältnissen in der russischen Ökonomie. Diese Verhältnisse ermöglichten andererseits die Konzentration der russische Erdölindustrie unter Einsatz mafioser Mitteln in den Händen sogenannter Oligarchen.

Vom Tiefstpunkt 1998 stieg der Ölpreis bis auf über 36 Dollar bis September 2000 an. Diese enormen Deviseneinnahmen ermöglichten der Regierung Putin, Renten und Löhne pünktlicher auszuzahlen, den zweiten Tschetschenienkrieg zu finanzieren, den Zugriff auf die Nachfolgestaaten wieder zu konsolidieren und die Wahlen im März 2000 zu gewinnen. Die Inhaber der vier großen Ölfirmen Rußlands (Lukoil, Jukoil, Interrosneft-Sidanko, Sibneft) finanzierten den Wahlkampf Putins mit.

Der erste Tschetschenienkrieg, in dem die separatistische Bewegung durch Saudi-Arabien und andere unterstützt wurde und der im Ergebnis westlichen Interessen folgte, zerschlug die bedeutende petrochemische Industrie und vertrieb das aufsässige Proletariat von den Produktionsmitteln. Die historische Pipeline von Baku zum Schwarzen Meer wurde in Tschetschenien mehr als 100mal unterbrochen und angezapft. Das Öl wurde sogar in klandestinen Raffinerien weiterverarbeitet und auf dem schwarzen Markt vertrieben. Über eine Umgehungspipeline kann mittlerweile wieder Öl aus den alten Ölfedern bei Baku zum Schwarzen Meer fließen.

Der Zerfall der Sowjetunion öffnete für die USA und andere Industriestaaten den Zugang zu den Ölressourcen des Kaspischen Meeres. Sie unterstützten die zentrifugalen Tendenzen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in Zentralasien und investierten in großem Umfang in Prospektion, Förder- und Verarbeitungsanlagen in Kasachstan und Turkmenistan. Rußland verlor mit dem Ende der SU bis auf einen kleinen Anteil auf seinem Territorium den Zugang zu den kaspischen Ölquellen, behielt aber das Monopol auf die Transportsysteme, solange keine andere effiziente Pipeline möglich wurde. 1996 reduzierte es unter dem Vorwand zu hohen Schwefelgehaltes (der schon immer so hoch war) den Weitertransport des Öls. Unter diesem Druck erreichte es die Finanzierung (Milliarden Dollar) einer neuen Pipeline von den kasachischen Ölfeldern durch Rußland nach Noworossijsk am Schwarzen Meer durch das Exploitationskonsortium von Chevron, Mobil, Lukoil (Rußland), Oman und Kasachstan (in der Reihenfolge der Größe ihrer Beteiligungen) und behielt so weiter die Kontrolle über einen expandierten Export des Kaspischen Öls.

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Vielleicht hilft dir dieser Artikel aus der ZEIT:http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-09/asien-naher-osten-usa

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Jeder will von denen das Erdöl haben, doch nicht jeder hat das Geld dazu, es sich von China oder aus Russland/aus der Sowjetunion importieren zu lassen!

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