Welche Figur habt ihr lieber, den Springer oder den Läufer?

Das Ergebnis basiert auf 4 Abstimmungen

Läufer 75%
Springer 25%

7 Antworten

Moin,

das hängt immer von der konkreten Stellung ab und manchmal auch von der Spielstärke der handelnden Personen. Ich hatte mal einen Kunstlehrer, der in Partien mit mir nie mit den in seinen Augen verwirrenden Möglichkeiten des bizarr hüpfenden Springers zurecht kam. Gegen ihn spielte ich natürlich gerne mit zwei Springern... Ansonsten gibt es da so ein paar allgemeine Faustregeln, wie: Dame und Springer harmonieren bei einem Königsangriff oftmals besser miteinander als Dame und Läufer. Der langschrittige Läufer ist in einem Endspiel mit Bauern auf beiden Flügeln häufig dem kurzbeinigen Springer überlegen. Ein Springer wechselt bei jedem Zug die Felderfarbe, was dem Läufer generell verwehrt ist, so dass in einem Endspiel ein Springer eher (alle) Bauern des Gegners potenziell angreifen kann. Dafür kann man mit einem Springer im Gegensatz zum Läufer keine Tempozüge machen. In einer eher geschlossenen Stellung mit Stützpunkten, ist ein Springer mitunter dem Läufer deutlich überlegen. Umgekehrt ist vor allem ein Läuferpaar in offenen Stellungen sehr oft eine fürchterliche Waffe und einem Springerpaar oder Springer plus Läufer oftmals überlegen. Ein Läufer, der auf derselben Felderfarbe steht, wie seine eigenen Bauern, kann manchmal sehr wirkungslos sein; er wird dann auch despektierlich als "Großbauer" bezeichnet. So ein Geselle ist einem agilen Springer oft unterlegen. Läufer und Turm harmonieren meist besser als Springer und Turm. Von Karpow hieß es mal, dass er lieber mit Läufern spiele und dass er mit dem Königsläufer besser umgehen könne, als mit dem Damenläufer. Tarrasch bezeichnete den Tausch von Springer gegen Läufer als "Gewinn einer kleinen Qualität". Einem Anfänger wird oft folgende Wertzumessung vermittelt: Springer = Läufer = 3 Bauern. Nach verschiedenen Autoren schwankt der präzisierte Wert von Springern zwischen 3,05 Bauerneinheiten (Staunton) über 3,20 Bauerneinheiten (Berliner) bis zu 3,25 Bauerneinheiten (Kaufman). Diese Autoren geben den Wert eines Läufers mit 3,50 (Staunton), 3,33 (Berliner) bzw. 3,25 (Kaufman) an, wobei Kaufman einen Bonus von 0,5 zuschlägt, wenn es ein Läuferpaar gibt. Demnach wird generell der Läufer also als etwas wertvoller betrachtet. Immer wird jedoch betont, dass es auf die Stellung ankäme und von den Zug- und Kräfteentwicklungsmöglichkeiten der Leichtfiguren abhänge, wenn es um die Einschätzung des Wertes gehe.

Aus all diesen allgemeinen Erkenntnissen geht wohl deutlich hervor, dass man nicht so recht pauschal beantworten kann, welche der beiden Leichtfiguren besser ist. Alles hängt von der konkreten Situation auf dem Brett ab und den dynamisch-potenziellen Möglichkeiten, die in einer Stellung stecken. Deshalb habe ich auch bewusst auf eine Festlegung in der Abstimmung verzichtet. Ich persönlich spiele mit beiden Leichtfiguren gerne, wobei ich allerdings tendenziell besonders Stellungen liebe, in denen ein Springer einen starken Stützpunkt besetzt oder gar eine Blockade der gegnerischen Stellung ermöglicht...

LG von der Waterkant

Bei Geschmacksfragen kann man nicht wirklich objektiv sagen, was man „lieber“ hat. Jetzt habe ich Appetit auf ein Schäuferle und zwei Stunden später mag ich lieber ein Spaghetti-Eis!

Ebenso verhält es sich mit Läufer und Springer. Das kommt zum einen auf den Gegner an und zum anderen, welche Stellung auf dem Brett steht. Mal sind da die Springer geeigneter und in anderen Stellungen lässt sich mit Läufern mehr anfangen.

Jede der beiden Figuren hat ihre Stärken und Schwächen. Die sollte man kennen und in der Partie dann konkret deren Fähigkeiten beachten!

Läufer

Läufer, weil er richtig stark sein kann, wenn man ihn fiancettiert

Springer

Springer weil er vielseitiger ist.

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