Welche Bedeutung hat folgendes Gedicht?

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Hallo Alexe12!

ThadMiller bleibt mit seiner Interpretation ein bisschen zu sehr an den Wortbedeutungen hängen. Es geht hier doch um eine Stadt, die tagsüber anders wahrgenommen wird, als nachts und die bei Nebel und in der Nacht liebenswerter erscheint.

Das Spiel ist das städtische Tagestreiben = "das ungestüme" der Menschen, das abends aufgeräumt und wie in Schachteln gelegt ist.

So voll Schicksal träumen - auch dies bezieht sich auf die Tagsexistenz, wo so viele Menschen einem Schicksal ausgesetzt sind und sich nun zum Abend und zur Nacht im Traum über dieses Schicksal wandelt und "heilig" wird. Und "heilig" würde ich hier in der direktesten Wortbedeutung, nämlich "heil", also unverletzt, verstehen. Während nämlich das Schicksal die Menschen tagsüber greift und verletzt, bleiben sie in ihren Träumen eben unverletzt.

Gruß Friedemann

Hier bewundert der Dichter die wuselige lebendige Großstadt mit all ihren Facetten, die am Ende wie ein Spielzeugkasten zurm Schlaf in eine Schachtel gepackt wird. Typisches expressionistisches Thema.

Ich kannte dieses Gedicht bisher nicht, hätte es aber nie für Morgenstern gehalten, weil man von dem eben nur die Scherzgedichte à la Palmström kennt. Aber sieh da! Er konnte auch anders, und weiß Gott nicht schlecht.

Der letzte Glanz erlischt in blinden Scheiben;

(Fenster - Sonne)

in seine Schachteln liegt ein Spiel geräumt;

(Spielsachen aufgeräumt)

gebändigt ruht ein ungestümes Treiben,

(Kinderlärm vorbei > Schlaf)

und heilig wird, was so voll Schicksal träumt.

(unschuldig schlafen die Kinder)

Das ist nur meine Interpretation

Hmm...es klingt schlüssig. Danke dir

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