Was würdet ihr tun, wenn das Pferd buckelt und bockt?

8 Antworten

Ich interpretiere deine Frage mal so, dass du wissen möchtest, ob man im Sinne eines "gewaltfreien Umgangs" auf das verzichtet, was man wollte, wenn das Pferd Widersetzlichkeiten zeigt oder ob man sich eben doch mal durchsetzen muss!?

Vorweggeschickt zunächst mal, dass es in den meisten Fällen tatsächlich gesundheitliche und/oder materialbedingte Ursachen haben dürfte, wenn Pferde bocken (Freudensprünge ausgenommen...die sind in Maßen auch erlaubt), gibt es natürlich auch die Sorte, die bereits einmal gelernt hat, dass sie sich mit Bocken vor bestimmten Dingen drücken können. Das ist allerdings auch die Sorte Pferd, auf die nur ein sehr erfahrener Reiter gehört...wenn überhaupt. Habe schon ein solches Pony erlebt, wo das Bocken beim aufsteigen anfing und sich die ganze Stunde fortsetzte, selbst wenn man es in den Sattel geschafft hat. Das arme Ding war schlichtweg in jungen Jahren überfordert worden und wusste gar nicht was sie sollte... da half nur ein kompletter "Reset", heißt: Pferd ein paar Monate auf die Wiese und dann nochmal neu ganz langsam und schonend mit Bodenarbeit etc. anfangen als wäre das Pferd noch roh...

Bei einem älteren Pferd, das schlicht sauer geritten ist, wird das Verhalten etwas manifestierter sein und mit ein paar Bodenarbeitseinheiten nicht zu beheben. Da muss man dann also durch. Auf das Reiten verzichten ist natürlich nicht der Weg. Runde um Runde im Schritt bleiben eher auch nicht, denn das ist ermüdend und für das Pferd wenig motivierend, es soll ja über kurz oder lang wieder Spaß an der Sache finden. Bei den meisten (aus Widersetzlichkeit) bockenden Pferden, die mir bislang untergekommen sind, liegt das Heil im Vorwärts... ein Pferd das mit weichen Hilfen immer lang und frei vorwärts geschickt wird, kann sich im Rücken nicht fest machen, sich nicht aufrollen und damit auch nicht bocken. Nebenbei wird das Energielevel gesenkt und das Pferd wird im Laufe der Reitstunde immer mehr "runter kommen". Das kostet Anfangs ziemlich Überwindung, wenn man schon das Gefühl hat, auf einem Pulverfass zu sitzen, auch noch aktiv vorwärts zu reiten. Wenn meine Stute mal in Dynamit-Stimmung ist (gottseidank passiert das selten), nehm ich mir gern ne Freundin mit auf den Platz oder in die Halle mit der Aufgabe, mir die Ohren vollzuquatschen und mich abzulenken... dann bin ich lockerer und kann mich nicht an dem Gedanken festhalten "gleich geht sie los"... meist geht es dann nach einer Weile ganz gut und wir können arbeiten... oder wir lassen es dann einfach für den Tag dabei und haken das Training als "Stresskilling" ab.

Kurzum: ja, man muss sich durchsetzen, aber das geht auch ohne Gewalt, indem man den Pferden quasi vorgreift und ihm keine Chance lässt. Allerdings vorausgesetzt, dass man sich wirklich sicher ist, dass kein anderer, ernst zu nehmender Grund hinter dem Verhalten des Pferdes steckt!

wenn ein pferd im umgang super artig ist und dann den reiter aber nichtmal aufsteigen lässt, ist es meistens ein ernstzunehmendes schmerz-problem.
entweder hat das pferd selbst schmerzen z.b. im rücken durch blockaden etc, oder der sattel passt nicht und verursacht druckschmerz, oder der reiter wird als unangenehm empfunden weil er z.b. im maul rumreisst.

natürlich merken pferde sehr schnell wer sich "durchsetzen" kann und wer nicht und wie sie sich um leistungen drücken können. das tun sie in der regel aber nicht durch bocken  und absolutem verweigern jeglicher kommunikation.
in dem fall würde ich erstmal einen rund-um-check veranlassen. ostheopat, sattler, reitlehrer.

nehmen wir an, es ist kein körperliches Problem, dann darf ich mich schon durchsetzen und trotzdem z.b versuchen anzugaloppieren? ich möchte das Pferd ja auch nicht zwingen..

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@Otakumitherz

geht es dir jetzt darum, dass das pferd nicht aufs kommando angaloppiert oder darum, dass es buckelt? das ist ein großer unterschied!

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Ich würde beim aufsteigen die zügel kurz nehmen und paraden beim reiten geben,wenn das pferd richtig stur ist, kommt auch mal die gerte. 😊

Meiner hat das sofort kapiert, er hat sich einmal erschreckt und gebuckelt (wir waren ca. 2 Meter in der Luft, dann hat er unterm sprung gedreht und beim zweiten Sprung war ich dann unten)

Er wusste sofort wie es funktioniert und hat es noch zweimal hintereinander wiederholt bei zwei verschiedenen ritten. Da ich die Technik noch nicht hatte, das war vor fast 2 Jahren da war ich 12 und meine Mutter ist ihn dann einmal geritten. Bei ihr hat er das selbe abgezogen, beim ersten mal ist sie runter gesprungen, als er es 50 Meter weiter wiederholt hat sagte sie 'entweder du hörst auf oder wir gehen zusammen auf den Boden' sie hat's geschmissen, danach hat er das reguliert. Inzwischen, zwei Jahre später buckelt er nur noch im Frühling und Herbst.

Ich hab meine Lösung : Seinen Kopf hoch reisen und weiter treiben

Er ist jung, da kommt schon mal ein freudensprung vor, für mich ist es okey solange er nicht wieder die Absicht hat mich abzusetzen.

Wenn er das Auf dem reitplatz machen würde würde ich ihm die Hefte zwischen die Ohren Hauen und zwar fest.

Sowas kann man leider nicht gewaltfrei abgewöhnen aber Hey, schaut euch mal an wie die miteinander umgehen wenn sie spielen, wir wären Tod 🤷‍♀️

Soetwas kommt ja nicht von heute auf morgen ;-), wenn mein eigenes Pferd mich auf einmal nicht mehr ausfsitzen lassen würde, würde ich icht aufsteigen sondern ganz dringend Ursachenforschung betreiben, denn meinen Dicken kenne ich seit über 15 Jahren, und weiß das er das nicht ohne Grnd machen würde oder weil "kein Bock". Gleiches gilt, wenn das Hü auf einmal unter mir Rodeo spielt. Ein Bocksrung beim angaloppieren finde ich nicht so tragisch - würde bei mir wahrscheinlich daran liegen, dass ich mich nicht konzentriert habe und mein äußerer Schenkel ein munteres Eigenleben geführt hat. Wenn ein Pferd das ich "neu" reite, dieses Verhalten zeigt --> Besitzer fragen, warum. Wenn alles ausgeschlossen ist (Gesundheit, Ausrüstung, Ausbildung des PFerdes) scheitert es an der Ausbildung des Reiters, sprich ich würde mir jemanden suchen, der schaut was ich da gerade oben vermurkse, dass das Pferd sich wehren muss (ich gehe mal jetzt nicht von einmal Po hoch beim Pferd aus). Ansosnten bei der Ausbildung des Pferdes soweit zurück gehen, dass man an die Stelle gelangt, an der das Problem entstanden ist, und von dort neu aufbauen.


P.S.: Ein absolut gesundes, korrekt ausgebildetes Pferd, mit einem gut reitendem Reiter, das steigt, bockt und einen nicht aufsitzen lässt ist mir noch nie begegnet - ich wage zu behaupten das es das gibt, im Zweifelsfalle hakt es immer an der Ausbildung von Mensch oder Tier, oder bei beiden

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