Was versteht ihr unter Erziehung?

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14 Antworten

Hallo Liselotte, als mein Kind zur Welt kam, dachte ich a) Kinder sind unbeschriebene Blätter B) die Erziehung (Formung der Persönlichkeit) liegt bei der Bezugsperson. Schon in den ersten Tagen erlebte ich, dass ein winzig kleiner Mensch mit ganz vielen Eigenarten geboren wird. Und in den nächsten 2 Jahren wurde mir dann klar, dass er auch nicht "einfach so zu formen ist, wie ich es mir wünsche". Da ich das Kind schon immer viel und intensiv beobchtet habe und versucht habe, nicht sofort auf alles zu reagieren (macht man bei einem Einzelkind sehr schnell, hab ich dann auch gelernt, dass Erziehung immer die Interaktion zwischen den Menschen meint. Wenn man denn überhaupt zulässt, dass der andere einen anderen Standpunkt hat und den stehen lassen kann, erkennt man sehr schnell, welche Auswirkung das dann auf den "Erziehenden" hat. Ein Beispiel: ich habe mich über meinen 7 J ährigen geärgert, weil sein Zimmer ein Chaos bot. Als er aus der Schule kommt, mache ich ihn deswegen an und steiger mich auch noch hinein, werde laut. Als ich dann endlich eine Pause einlegte, fragte mich mein Sohn, Mama meinst Du wirklich mich? Ja, wen dennn sonst dachte ich, mir blieb aber einfach die Spucke weg und so drehte ich mich nur um. So gewann ich auch Zeit, über seine Aussage nachzudenken und es stimmte: ich meinte gar nicht ihn, ich hatte mich über etwas ganz anderes geärgert. Und gehe normalerweise auch komplett anders mit einem unordentlichen Zimmer um, als ihn dafür anzumachen. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich ihn nicht meinte und warum ich so ärgerlich war. Mir ist das ganz oft passiert, dass Kinder und Jugendliche mich in meinen "Erziehungs-gedanken" stoppen und ich etwas dazulerne. Würden wir alle mehr vom anderen zulassen, bräuchten wir das Wort Erziehung vielleicht nicht mehr und würden es durch ein sinnvolleres (ich hab jetzt leider keines) ersetzen.

Erziehung bedeutet für mich, mein Gegenüber (Kinder als auch andere) zu begleiten und ihnen Möglichkeiten für ihre eigenen Entscheidungen zu geben. Zwar gehören Werte- und allgemeine Wissensvermittlung auch zur Erziehung, aber das Hauptziel ist den Menschen bei seiner Entfaltung zu assistieren, damit er sich zu einer eigenen Persönlichkeit entwickeln kann.

Erziehung ist für mich auf der einen Seite die Unterstützung und Prägung, um sich in der Welt zu recht finden zu können. Auf der anderen Seite muss sie aber auch die Kinder so weit stärken, dass sie in der Lage sind etwas neues hervor bringen zu können. Ich empfehle dir dazu die Bücher von und über Janusz Korczak. Er war ein Reformpädagoge und hat sehr kluge Dinge gesagt, die leider heute immer noch nicht umgesetzt werden (können) weil die Welt sich mit schlechten Erziehungsratgebern ala Bernhard Bueb zufrieden gibt. Auch der Essay von Hannah Arendt zum Thema Erziehung ist großartig.

erziehung ist für mich:

die begleitung meines kindes bis zum erreichen des erwachsenwerdens,

wobei ich ihm Werte vermittle ( moralische, soziale, ethische, gut und böse verständlich mache u.s.w.),

die welt zeige und diese so gut wie möglich erkläre

und dafür sorge trage, dass es seinen platz in dieser als erwachsener mensch findet bzw. in diese hineinpasst.

Ich verstehe darunter, dass man etwas auf den Weg bringt, von dem man glaubt, dass es wichtig und richtig für einen anderen ist. Am Ende sollte eine positive Erkenntnis für beide Seiten stehen. Kleiner Tipp: Zu einer erfolgreichen Erzieherin braucht es eine gute Rechtschreibung.Ehe man Texte ins Netz stellt, sollte man sie sorgfältig überprüfen.

Erziehung sozialisiert und gibt dem zu-erziehenden einen sicheren rahmen und dadurch geborgenheit, um eben die sozialisation möglich zu machen und gelingen zu lassen : )

Hallo Liesellotte!

Da es in Deiner Frage nicht um die tatsächliche Bedeutung/Übersetzung des Wortes Erziehung geht, sondern um die persönliche Empfindung bzw. das individuelle Verständnis, möchte ich gerne einmal meine Gedanken zum Thema mitteilen.

Mir gefällt das Wort "Erziehung" überhaupt nicht. Allein das "Zieh" hierin bedeutet für mein Empfinden etwas wie "Zwang". Die Persönlichkeit eines Menschen in die gewünschte Richtung "ziehen". Gewisse ErZIEHungsmethoden der ErZIEHenden verlangen ein Verhaltensanpassung der Kinder in die jeweils gewünschte Richtung.

Natürlich ist es richtig und wichtig, dass Kinder in die jeweiligen Gesellschaftsnormen eingeführt werden, damit sie sich hierin zurechtfinden. Aber man muss sie deshalb nicht dorthin "ziehen", sondern das erwünscht "richtige" Verhalten vorleben.

Nun würde sich der Begriff " Vorleber/in" auch ziemlich merkwürdig anhören. Eine andere passenderere Bezeichnung fällt mir aber leider auch nicht ein!

Meine Kinder habe ich nicht "erzogen", sondern ihnen den Weg ins Leben gezeigt, ihnen das Leben vorgelebt, sie auf ihren Lebensweg begleitet, ihnen vom Leben erzählt und ihre Fragen zum Leben beantwortet. Denn es geht IMMER in erster Linie um das Leben des Menschen. Der Mensch lernt sein Leben lang. Es geht einerseits um die Wissensvermittlung, dass wir von Generation zu Generation weitertragen UND und um die freie Bildung der Persönlichkeiten aus dem jeweiligen Individuum heraus.

Schöne Grüße

korrekt, deshalb wäre "Vorbild" eine möglicherweise angemessene Bezeichnung. Woran deutlich wird, dass auch Erzieher nicht immer für ihren Beruf geeignet sind und manch Anderer sehr gut geeignet wäre.

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@BlackRainbow666

Es kommt beim Beruf Erzieher/in (Vorbilder/in ?) neben der persönlichen Eignung und Reife auch darauf an, wann und wo die Ausbildung gemacht wurde. Hier habe ich in den Kitas, die meine Kinder besucht haben, sehr viele verschiedene Fachkräfte kennengelernt. Viele von ihnen haben meinem Empfinden nach ihre Aufgabe sehr gut bewältigt, was unter manchen ungünstigen Voraussetzungen gewiss nicht immer einfach war und auch heute noch ist. Einige wenige sind mit leider in schlechter Erinnerung. Auch bei den Eltern gibt es sehr große Unterschiede in bezug auf Vorkenntnis, Erfahrung, Einstellung, Denkweise, intuitiven und bewusstem Handeln usw. Überall, wie auch hier, gibt es solche und solche.

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Erziehung sollte im Bestfall eine realitätskonforme Gehirnwäsche sein, die einen auf möglichst viele Aspekte und Situationen des Lebens vorbereitet.

erziehung bedeutet für mich: dem kind die welt erklären, den unterschied von gut und böse beibringen und ein kind alltagstauglich machen, also es sollte regeln und grenzen lernen. das ganze mit viel liebe und ohne gewalt und strafen.

Erziehung ist für mich das Vermitteln von menschlichen und charakterlichen Regeln mit Hilfe von Vorbildfunktion, Liebe aber auch Strenge (Konsequenz).

kindererziehung ? die vorbereitung auf das spätere leben durch die eltern -- dieses thema ist so umfangreich, daß hier ein link genaueres sagen kann: http://www.kindererziehung.com/

Erziehung im Allgemeinen. Was das ist weiß ich natürlich, aaaaber ich will ja deinen Meinung wissen :)

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Erziehung ist in meinen Augen "Hilfe zur Selbsthilfe" und zwar nicht in der Rolle Erwachsener und Kind sondern als Partnerschaft, immer mit dem Erinnern, wie habe ich das als Kind empfunden (wenn möglich), es ist kein Umformprozess!! das Kind hat auch Dinge, die es wesentlich besser als wir Erwachsenen kann (z.B. sich entspannen, Phantasie,...) das sollten wir Erwachsenen anerkennen, es ist keine Schande, wenn ein Kind "Recht hatte" und der Erwachsene falsch lag -das kann man zugeben!

es ist von Anfang an eine eigenständige Persönlichkeit und sollte auch so behandelt werden, egal ob in Gesprächen, ...es ist auch immer Erklärungen wert, warum ich etwas von ihm möchte, das erwarte ich ja auch und ein Kind hat nicht in erster Linie vor, mich zu ärgern, es hat immer einen Grund, den man ernst zu nehmen hat, wenn es weint, nicht essen will,...auch wenn das gerade ungünstig sein sollte

ansonsten zu den wiss. Hintergründen kann ich Prof. Manfred Spitzer sehr empfehlen (Hirn- und Verhaltensforscher, Entwicklungspsychologe), weil hier nicht, wie relativ oft nur das pädagogische Möchten/Wollen, sondern eben die wiss. Grundlagen behandelt werden (nicht wie so oft in der Pädagogik nach Goethes Worten "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut..."

Widersprüche in der Entwicklung sind zulässig und Andersein auch, man muss nicht, wie in der Schule oft erzwungen, einheitliche Entwicklungsstandardts erfüllen!! (ein Kind hat das Recht zum Langsamsein!!)

damit man zurecht kommt im Leben

Jemanden so zu formen, wie man ihn haben möchte.

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