Was sind eure Lieblingswörter, Lieblingsredewendungen und Lieblingssprüche, die im Aussterben begriffen sind?

7 Antworten

Die alten Dialektwörter (Nordbaden/Unterfranken) meiner Kindheit sind vom Aussterben bedroht:

  • Kansträuweli pflogge - Johannisbeeren ernten
  • Saich-Emes - die Ameisen, die so fies beißen können, die kleinen roten
  • Kolder - eine Wolldecke
  • Gelde - die Babybadewanne zum Planschen
  • De Göiger und sei Hüngeli - der Hahn mit seinen Hühnern
  • En Bembel full Mouschd - ein Henkelkrug voller Apfelwein
  • Stöllele - ein Spitzbrötchen
  • ä Mörbsle - ein süßes Stückchen
  • Latwerche - Pflaumenmus
  • Es Bobbele in de Scheese - Das Baby im Kinderwagen
  • Dir brönnt woul de Kiddl - Dir brennt deine Arbeitskleidung = Du hast nicht mehr alle Latten am Zaun.
  • Du Simbl - Du Depp!
  • Ranzeblitze - Bauchweh
  • Ranzebeißer - sehr herber trockener Wein
  • Gramofoträchderli (Grammofon-Tricherchen) = Petunien, ihrer Form wegen

Die Dialektsprecher, mit denen ich die Sprache meiner Kindheit sprechen kann, werden leider immer weniger.

Im Saarland sagt man "Hansdrauwe" (Hans-trauben) zu Johannisbeeren.

Und "saichen" für "pinkeln" ist auch bekannt, offenbar hat man den Biss der Ameise so interpretiert. "Bettsaicher" ist der Löwenzahn, welcher harntreibend ist (frz. pisse-en-lit).

Den "Ranzen" kennen wir auch.
Aber das mit den Petunien kannte ich auch noch nicht. :)

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"Zu welchem Behufe"

"In nicht allzu ferner Bälde"

"Wie meinen?"

Allgemein der Genitiv. "Ich bin so nass wegen dem Regen". Ein absolutes NOGO, Hört man aber sogar von Journalisten und Politikern. Ein ganz schlimme Verstümmelung der Sprache.

Es muss natürlich heißen:"Ich bin so nass wegen des Regens."

Generell befleißige ich mich einer möglichst akkuraten Sprache, auch hier beim Schreiben.

Hallo,

zu meinen deutschen Lieblingswörtern - Wörter, die mir durchaus abgehen - gehören u. a. diese: rar, Laib, Base, Muhme, itzo, Hupfdohle, Backfisch, ...

Dazu empfehle ich auch das „Das Buch der fast vergessenen Wörter" von Petra Cnyrim.

https://www.merkur.de/kultur/petra-cnyrim-aus-muenchen-hat-buch-fast-vergessenen-woerter-geschrieben-7044656.html

Darüber hinaus aus dem

 :

- Ullige

- uselig

- Matsch am Paddel

- Kusselkopp

:-) AstridDerPu

 - (Menschen, Sprache, Kunst und Kultur)

Hammer und recht herzlichen Dank. Der Ruhrpott ist eh eine uferlose Fundgrube für linguistische Forschungen: "Bist du die Pommes Schranke?"

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@CanadianRanger

Ach, du bist das! Jahrzehntelanges Rumrätseln hat an diesem Sonntag Morgen endlich sein Ende gefunden.

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Ja, ich mag auch das Wort "uselig" (für das Wetter).
Könnte das zusammenhängen (fällt mir gerade so ein) mit schwedisch "usel"/"uselt"? (lausig, schlecht...)

Det var ju uselt.

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In Schwaben sagt man stupfig anstelle von spitz.
Folglich ist der Igel, der ja spitze Stacheln hat, ein Stupfl.

Gestern habe ich noch ein plattdeutsches Wort gelernt.
Dass der Mors der Hintern ist, wusste ich schon.
Aber was ist ein Plüschmors? Das ist eine Hummel. Irgendwie nett.

Wieder zum Igel zurück, auch in Schweden gibt es Dialekte. Das schwedische Wort
für das stachelige Tier ist eigentlich igelkott, aber auf der Insel Gotland (welche auch zu Schweden gehört) sagt man pinnsvein, also "Stachelschwein".

In Luxemburg sagt man zum Eichhörnchen Kaweechelchen;
und die Amsel ist eine Märel. Diese Wörter sind (in Luxemburg) nicht vom Aussterben bedroht, aber in Schwaben sagt fast niemand mehr "Stupfl".  

Alte Wiener Dialekt Worte...

Zb "Bodhur", "Gsöchta", etc etc

Mistkübel, unterstandslos

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