Was sind die Ursachen von Sado/Masochismus?

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24 Antworten

Dafür gibt es keine Ursachen denn es ist eine Neigung kein trieb .Eine Neigung hat man einfach oder eben nicvt dafür gibt es keinen Auslöser .

Zu den Ursachen kann ich leider nicht wirklich was sagen, das interresiert mich auch sehr, aber ich glaube,das weiß keiner wirklich. Aber ich möchte mal etwas zu all den Vorurteilen gegen SM sagen. Ich habe eine Masochistische Neigung. Ich habe mir das nicht ausgesucht, aber ich kann auch nichts dagegen tun. Ich hatte eine wunderschöne Kindheit, und keine traumatischen Erfahrungen. Was mich lange Zeit krank gemacht hat, war das Wissen, dass ich anders, eben abnormal und pervers, wie viele das nennen, bin, und das dies von anderen und damals auch von mir selbst als eklig empfunden wird. Ich wurde in der Zeit, Selbstbewusster, glücklicher und zufriedener mit mir selbst, in der ich auch gelernt habe meine Neigung zu aktzeptieren. Das heißt nicht, dass ich mich jetzt dauernd auf sm Partys rumdrücke, oder mich ständig auspeitschen lasse, sondern einfach, dass ich mich nicht mehr für meine Gedanken schäme. Ich würde diese Neigung wirklich gerne ablegen, aber es geht nun mal nicht, und deshalb muss ich mich damit abfinden. Zum Thema Krankheit: Ich war auch bei einer Psychologin, und SM wird NICHT als psychische Störung therapiert. Sie hat mir nur geholfen, meine Neigung zu aktzeptieren. Also bitte, redet nicht derart abwertend über Dinge, von denen ihr keine wirklich Ahnung habt. Genau diese Haltung, ist nähmlich das was wirklich krank macht, und nicht der Masochismus! danke bubae, für deinen Link, steht ne Menge kluger Sachen drin.

Und hier noch ein hilfreicher Link, der mir bestätigt, das Sadomasochismus zwar selten, aber nicht krankhaft ist: "Die Psychologie des Sadomasochismus" http://www.datenschlag.org/txt/moser.html Fazit: man kennt die Ursachen der SM-Neigungen, sowie irgendeiner anderer sexuellen Neigung, nicht, keine Hypothese wurde bestätigt. SM ist kulturübergreifend und historisch belegt. es wird angenommen, dass es einfach zum mesnschlichen, sexuellen Repertoire gehört. phylogentisch nicht verwunderlich, da auch Säugetiere SM praktizieren, wenn auch in anderer Form. Interessant ist, dass in den Jahrhunderten vor der Pathologisierung vor gut 100 Jahren, SM nicht als Krankheit, sondern als Kuriosum angesehen wurde. Wir sind sehr in den gesellschaftlichen Moralvorstellungen gefangen. Einige der hier abgegebenen Kommentare sind einfach Repititionen gängiger Klischees und Vorurteile, die aus Unkenntnis und Abscheu sowie aus den herrschenden Moralvorstellungen entstanden sind.

Hallo marimutter, bei mir ist der Masochismus zu einer Krankheit oder Sucht geworden. Ich muss immer erniedrigt werden und Suche immer nach Seiten im Internet wo ich mit Sadistischen Personen in Kontakt kommen kann egal ob Frauen oder Männer. Ich bin 25Jahre und lebe den Masochismus seit ich 18 aus und habe schon viel Geld darin investiert und mich so in die Schuldenfalle katapultiert! Und wenn ich mit einer normalen Frau schlafen möchte, bekomme ich keinen hoch und habe Erektionsstörungen die mich auch sehr belasten. Dadurch hatte ich seit gut vier Jahren keinen Sex sondern nur die befriedigung durch Schmerzen von einer Domina. Da habe ich nie Erektionsstörungen und durch dies alles bin ich der Auffassung das ich mich durch eine Therapie behandeln lassen muss! Villeicht könnt ihr mir sagen wo ich gute Therapeuten auf diesem Gebiet finden kann im Raum Frankfurt? Würde mich freuen wenn ihr mir helfen könntet! Viele Grüsse

Ich finde nicht dass es immer etwas mit einem psychischen Schaden zu tun hat wenn jemand von der Norm abweicht, es kann ja sein dass in manchen Fällen ein oder mehrere Erlebnisse dazu führen, aber ich denke nicht dass das ein wahrer Grund ist, weil ich vor kurzem selbst herausgefunden habe dass mich sowas anmacht und eigentlich selbst eine starke Persönlichkeit bin und in keinster Weise irgendwelche Persönlichkeitsprobleme habe (hoffe ich ^^), aber gerade deshalb ist es schön im Bett mal die andere Seite zu erleben

Sicher sind keine ängste Ursache des Masochismus. eher ein erhöhtes Reizniveau bei den Neurotransmittern. Diese Studie ist sehr erhellend : "Konsensueller Sadomasochismus. Eine empirische Prüfung von Bindugsstil und Sozialisationseinfluss": http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2008/2339/pdf/HAFOS_76.pdf Das mangelnde Selbstbewusstsein scheint mir nicht Ursache, sondern Folge des Masochismus zu sein, in einer intoleranten, tabuisierenden Gesellschaft. das Gefühl, nicht normal zu sein, mit niemandem reden zu können, Lust zu haben, aber von normalen Männern immer nur angeödet zu sein - das bringt das Selbstwertgefühl ganz schön ins Wanken! hat man dann aber den richtigen Partner gefunden, der den dominant-sadistischen Part uebernimmt: aus meiner Erfahrung kann ich mit vollem Selbstbewusstsein und mit der Sicherheit, dass ich keine traumatischen Kindheitserlebnisse habe, sagen: es ist die Erfüllung. und je mehr man liebt, umso mehr kann man geben. noch ein Literaturtipp, von einer, die wirklich recherchiert hat: "Sina-Aline Geißler: Lust an der Unterwerfung. Frauen bekennen sich zum Masochismus.". eine Erkenntnis dieses Buches ist, dass gerade oft gebildete, beruflich erfolgreiche Mittelstandsmaedchen, die eine gewaltfreie, z. T. Antiautoritaere Erziehung genossen haben, masochistische werden und sich in der Sexualität unterwerfen wollen. umgekehrt sind die dominant-sadistischen Männer im normalen Leben die bestens Freunde, hören zu, sind einfühlsam und wertschätzend. Gegensätze gehören zum Leben. man muss für sich selbst die Synthese betreiben. sich nicht pathologisieren lassen und glücklich werden. der Sadomasochistische Bundesverband setzt sich z. B. Dafür ein, dass SM aus dem Krankheitskatalog unter Sexualstörungen herausgenommen wird, weil es eine veraltete Ansicht ist und viele Studien zeigen, dass SM Eine Präferenz, aber keine Krankheit ist, so wie Homosexualitaet ja auch mittlerweile als normal und gesund anerkannt ist. So, nun genug, von einer glücklichen, selbstbewussten, aber doch ganz devoten Masochistin.

SM : Krankheit?!

Es gab mal eine Zeit, da wurde Dissoziation für eine Krankheit gehalten. Heute ist sich die Psychiatrie da nicht mehr (eindeutig / einstimmig) sicher. Kein Wunder, zumal wir keine Ahnung davon haben, was Persönlichkeit, Identität, Bewusstsein, Un(ter)bewusstsein eigentlich sind. Wir klassifizieren sie nach ihren Symptomen und beobachten die Wechselwirkungen. Wir schreiben überall "Normal" drüber, wenn die Allgemeinheit oder das, was man dafür hält mangels besseren Wissen oder ehrlichen Umfragedaten das auch so praktiziert / ist / darstellt / mag und dergleichen. Jeden Ausreisser davon bezeichnen wir daher als abnormal - und was also vermeintlich ungewöhnlich ist, ist automatisch eine Krankheit. Denn pro Körper nur eine Person, nein, nehmen sie den nächsten Körper, dieser hier ist schon besetzt! So bleibt unser Leben überschaubar - und die Sonne dreht sich auch weiterhin um die flache Erdscheibe... Es gibt glücklicherweise Psychiater, die das in Frage stellen. Hauptsächlich deswegen, weil wir kaum etwas WIRKLICH über uns selbst wissen.

SM ist ein ventilartiges Reizspiel.

Es wird mit sexuellen Machteffekten gereizt. Abnormal? Dann ist jegliches Angestelltenverhältnis auch abnormal. Denn auch hierbei hat einer Macht (der Chef / die Chefin) und einer muss ackern und hat nix zu melden. Unsere ganze menschliche Gesellschaft ist auf solchen Hierarchien gebaut, das fängt schon in der Familie an. Das Kind möchte durchs Leben geführt werden, solange es noch nicht erwachsen ist. Denn alleine schafft ein Kind das nicht. Das kann sich einprägen, es kann sich kombinieren mit anderen Faktoren, seien sie gefühlstechnisch positiver oder negativer Natur und findet im Akt der Liebe seinen sexuellen Katalysator bzw. sein Ventil.

Ein Beispiel für einen Hintergrund: Viele Mädchen hängen ihren Vätern nach. Einige wollen sogar insgeheim mit ihnen schlafen, haben zumindest solche Phantasien. Wie ist das zu erklären? Möglicherweise so, dass sich das Anlehnungs- und Schutzbedürfnis abstrakter Natur mit der Person im "Bauch" verbindet, zu der man volles Vertrauen hat. Unsere Gefühle werden nicht von uns gesteuert, sie tauchen wie Ideen auf. Genauso entstehen dann entsprechende Muster, die nach irgendeiner Vergegenständlichung trachten, nach einem Ventil, um verarbeitet, gelebt werden zu können. Unsere Tränen behielten wir ja auch nicht für uns, wenn wir traurig waren. Dominante Persönlichkeiten entsprechen diesem Muster später.

Beim Liebesakt werden wir sprichwörtlich zu Tieren, selbst die Schmusekuschler. Aus und Vorbei das Schön- und Hochgeistige, wir werden von "niederen" Trieben regiert. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das limbische System, also die Etage in unserem Hirn unterhalb des Neokortex ist dabei am aktivisten. Evolutionär gesehen haben wir diesen Hauptpart des Hirns von den Tieren geerbt. Wir sind nur in unserer Grosshirnrinde ein Wesen mit edlen Tugenden. Moral, Gerechtigkeitssinn, Kalkulationen, all das findet man nur dort, so scheint es. Aber das ist nicht alles, was wir sind. Letztlich, ob es uns passt oder nicht, besitzen wir auch einen tierischen Teil, der beim Sex aktiv wird. Auf welche Weise - das bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist SM von Vergewaltigung oder gar Pädophilie (was auch eine Vergewaltigung ist) zu unterscheiden. Letztere definieren sich dadurch, dass der sexuelle Akt GEGEN den Willen eines Beteiligten stattfindet, bzw. selbst im seltenen Fall, wo Kinder das tatsächlich wollen: wie viele andere Dinge auch, können sie auch dies nicht für sich selbst entscheiden. Ihre Reifung ist noch nicht abgeschlossen, Schäden sind vorhersehbar und wahrscheinlich. Ein extremer Grenzfall ist dann gegeben, wenn einer der beiden Erwachsenen bewusst zu Schaden kommen will. Zum Beispiel offensichtlicherweise beim Kannibalismus. Das Leben ist ein schützenswertes Gut, Sex hat einen psychologisch motivierten Hintergrund, dient der Bereicherung des Lebens und dessen Fortsetzung im Falle einer Zeugung. Keines von beiden lässt sich mit dem genannten Extrembeispiel kombinieren, daher steht es auch meines Erachtens nach völlig richtig und rechtens unter Strafe. Wir sind weder reine Vernunftswesen, noch triebgesteuerte Tiere, sondern eine Mischung aus beiden. Für die Ambivalenzen, die sich daraus ergeben, gibt es aber in unserem geregelten Alltag keinen Platz, daher finden sie Ihre Bühne beim "Akt" :). Diese Ambivalenzen sind in jedem Menschen drin. Oder wie kann man sonst erklären, dass eine ganze Ecke Frauen brutale Schlägertypen ablehnt, mit Kuschelbärchies aber langfristig gesehen auch nicht glücklich wird? Oder dass Männer reine "Hinterherlauf-"Freundin über kurz oder lang langweilig und sexuell abturnend finden, während sie bei Hausdrachen als Lebenspartnerin schnell Reißaus nehmen? Und selbst das kann man nicht verallgemeinern, denn es gibt für beides Gegenbeispiele. Letztlich kann man feststellen, dass der Mensch in Symbiosen leben möchte. SM ist eine solche.

Ich habe selten so viel Quatsch gelesen wie hier zu diesem Thema. Ich stelle mal die Behauptung auf, dass jeder Mensch einen gewissen Anteil Masochismus und Sadismus in sich trägt. Sexualität ist lebendig und hat immer etwas mit Spannung, Energie und Aggression (keine negative Aggression) zu tun. Habt Ihr schon mal jemandem kurz vor oder während des Orgasmus ins Gesicht geschaut? Glücklich, lächelnd und sanft schaut da niemand - erst anschließend. BDSM ist mit unter sehr gefühlvoll, fürsorglich und zärtlich.

sm, ich bin selbst betroffene, habe dies lange unterdrückt und unglücklich in normalen beziehungen gelebt. Jetzt habe ich einen partner gefunden. Es fühlt sich für mich gut an, endlich das fühlen zu dürfen, nachdem ich mich sehne. Es ist für mich sexuelle erfüllung und für meinen partner ebenso. So viel Vertrauen und Respekt ist mir noch nie begenet, obwohl ich in unserer beziehung der masochistische Part bin. Weshalb soll eine erfüllte beziehung nun als Krankheit bezeichnet werden, wenn sie beiden guttut? Vieviele "normale" Partnerschaften machen die betroffenen krank? Vielleicht wäre ein bischen mehr toleranz in der Gesellschaft für alle beteiligten eine guter Lösungsansatz. Ja, ich hatte eine versaute Kindheit. Und die Psychologen hatten keinen Lösungsansatz. Jetrzt hab ich meinen eigenen Weg gefunden und das ist gut so.

Gute Frage die ich mir auch schon gestellt hab. Aber warum, wieso, weshalb weiß ich auch nicht. Lustempfinden, Spaß, Persönlichkeit, Kindheit. Es wirken sicher viele Faktoren zusammen und bei jedem auch wieder andere.

Zu der Diskussion krank oder nicht, kann ich nur sagen, dass uns die Amerikaner mit ihren Diagnosekriterien (DSM) einen Schritt voraus sind: "Die Phantasien, sexuell dranghaften Bedürfnisse oder Verhaltensweisen verursachen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen." Erst wenn das erfüllt ist wird die Diagnose gestellt. In Deutschland gilt der ICD, in dem dieses Kriterium noch nicht aufgenommen ist. Wenn hier von Perversion usw. gesprochen wird sollte vielleicht bedacht werden, dass auch Homosexualität bis 1991 im ICD als Krankheit aufgeführt war...

Das hat mit Blockaden zu tun, Muster, welche sich ein Mensch angeeignet hat. Das sind oftmals Menschen, welche als Kind wenig Macht hatten, sie müssen es auch nicht mehr wissen, aber das läuft dann bei denen weiter wie ein Programm...kannte schon mehrere denen es gleich erging...z.B. einen Jungen welcher extrem gemobbt wurde, der nahm dann Drogen und auch, wenn er mittlerweile wieder runter ist, diese Gefühl ohne Macht zu sein und andere "bemächtigen" zu dominieren zu wollen, dies auch endlich einmal erleben und ausleben zu wollen, was er lange nicht konnte, durch die extremen Hänseleien, führten dann dazu.

Dieser junge Mann ist mittlerweile einer der gefährlichsten, verlogensten und manipulativsten Menschen, welche ich bis jetzt getroffen habe und da kann man sich nur mehr in Sicherheit bringen, da sieht man was Mobbing und Drogen bei einem Menschen anrichten können, aber das ist eine andere Geschichte...war aber nur ein Beispiel, was Gründe sein können.

Es gibt auch Leute, wo der Vater zu dominant ist, die Kinder das sehen und sich als Frau z.B. dann extra dominant geben, damit Ihnen das nicht auch passiert usw... da gibt es viele Gründe.

Auch wenn Leute von einer Neigung sprechen, für mich ist das keine Neigung, sondern ein riesiges Problem, was dahinter steckt, aber jedem das Seine...ich habe immer wieder beobachtet, dass bei einigen in der Vita etwas gehörig schief lief, was denen gar nicht bewusst war und die jetzt diese Neigung haben.

Liebe Grüße!

Natürlich sehe ich diese Phänomene auch 'wertfrei' etc. und darum geht es auch gar nicht.Die Ursachen liegen zum großen Teil in mangelndem Selbstwertgefühl und hierzu kann es keine kurze Erklärung in ein, zwei Sätzen geben. Dazu ist das Thema viel zu umfangreich und sensibel. Jedenfalls handelt es sich nicht nur um harmlose Spielereien, die Ursachen sitzen viel tiefer und sind oft dramatisch.

user1175 11.02.2008, 23:52

"in mangelndem Selbstwertgefühl" ?? *räusper

Ne, mangelndes Selbstwertgefühl haben jene Personen, die sich beim Sex nicht ordentlich ausleben und artiklulieren können. :-)

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Elster79 12.02.2008, 00:08
@user1175

aber mal interessant u sehen, wie die Leutchen darüber so denken ;)

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user1175 13.02.2008, 14:54
@Elster79

Ja. Schade, dass so wenig Meinungen zum Thema kamen ;)

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mariamutter 29.06.2008, 11:58

Gute Antwort! DH!

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ich möchte hier keine Klischees anführen.SM hat was mit absoluten Vertrauen zu tun,wie es in "normalen "Beziehungen kaum möglich ist.

Elster79 12.02.2008, 00:07

was ist denn für dich eine "normale Beziehung"? Ich weiss mit bestimmtheit, daß das wunderbar funktioniert, in einer harmonischen normalen Beziehung.

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Die Ursachen sind in der Persönlichkeit des Betroffenen zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Masochismus

Minderwertigkeitskomplexe führen gerne zu sadistischer Ausprägung, wobei noch andere Faktoren nötig sind, ob es gelebet wird oder nicht. Primär ist ein gewisses Aggressivitätspotential nötig.

Masochismus ist eine Verhaltensstörung, die sich darin begründet, dass ein Patient Vergnügen, sogar Sehnsucht daran hat, sich unterzuordnen, sich zu unterwerfen, sich Schmerzen zuzufügen oder zufügen zu lassen. Ausgeprägt spricht man sogar von einer Sucht, wobei es sich klar um eine psychische Erkrankung handelt. Die Ursachen liegen tief in der Persönlichkeit des Betroffenen. Vielfach handelt es sich um kompensatiorische Handlungen auf psychsichen Druck (ähnlich Haare raufen, Nägel kauen).

Beide Erkrankungen können sexuell motiviert sein, müssen es aber nicht !

Ich versuche es mal ganz kurz:

Die sadomasochistischen Neigungen entspringen den vielfältigen Formen der Misshandlung in Kindheitstagen. Das wird dann durchmischt mit der Persönlichkeit des Wesens, das da unbedarft auf die Welt kommt mit einem bestimmten, noch vollkommen unausgeprägten Grundcharakter. Und am Ende gibt es dann eben eine ganz breite Palette sadomasochistischer Bedürfnisse und Verhaltensweisen – manche wollen nur die psychische Erniedrigung (selbst erdulden oder ausüben), und am anderen Ende der Palette wird es manchmal schon ziemlich brenzlig (das sollten nur Leute machen, die sich wirklich zu 100 % gegenseitig vertrauen und die auch etwas vom menschlichen Körper verstehen, im physiologischen und medizinischen Sinne).

Spannender als der Sadomasochismus sind die Biografien, die dahinter stehen.

megumi 28.05.2011, 15:37

Du hast auf jeden Fall Recht -Daumen hoch- Aber das so zu lesen ... brachte mich grade einfach nur zum heulen...

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owl2mor 11.05.2012, 03:31

Also bist du der Auffassung das der Ursprung dieser Neigungen auf Missbrauchserlebnissen aus der Kindheit beruhen..?

Sehr interessant, keine Kritik nur hast du da Quellen oder Nachweise für. Würde mich sehr interessieren.

Danke

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frederick 27.05.2012, 22:59
@owl2mor

Sorry, wachse spät mit Antwort rüber...

Es gibt offenbar Ansätze in der Psychoanalyse, im Rahmen derer unmittelbare Schlüsse gezogen werden. Laut einer "Wilma Maria" (die offensichtlich professionell als dominante Dienstleisterin tätig ist oder zumindest war) sind hier relevant: Sigmund Freud, Erich Fromm, Karen Horney, Wilhelm Reich, und ein Schweizer Ethno-Psychoanalytiker Fritz Morgenthaler. Weiterhin geht diese Dame (Protokoll eines Vortrags aus dem Jahre 2002: Wilma Maria, "Sado-Masochismus und Partnerschaft: Licht- und Schattenseiten von SM-Praktiken") auf einen - wie sie ihn benennt - New-Age-Papst und LSD-Spezialisten Stanislaw Grof ein. - Ich weise hierauf nur erweiternd hin; das heißt nicht, dass ich mich selbst mit deren Ansätzen und Theorien weitergehend auseinandergesetzt habe. Die beiläufige Einbeziehung solcher Darstellungen zeigt aber auf, dass man bei im Detail unterschiedlicher Gewichtung und Auslegung darin konform geht, dass frühkindliche und mithin vorgeburtliche oder Geburtserfahrungen die sexuelle Prädestination mitbestimmen. Ich selbst habe mich der Thematik nicht über die eigentliche "Psychoanalyse" angenähert und finde dem Menschen angemessenere Erklärungs- und Erkenntnismuster in der Primärtherapie. Arthur Janov hat in den 1960er und 1970er Jahren selbst als Therapeut praktiziert; später hat er sich auf die Lehre und auf die Publikation von Schriften beschränkt. Es gibt noch heute die einen oder anderen Bücher von ihm, die immer mal wieder neu in Taschenbuch-Form aufgelegt werden. Janov hat nie den Anspruch erhoben, im wissenschaftlichen Sinne eine "Theorie" aufzustellen. Das Erklärungsmuster dieses primär-therapeutischen Ansatzes lässt eindeutig auch Rückschlüsse zum Thema des Sado-Masochismus und sexueller SM-Praktiken zu. Dennoch bitte ich dringend, sich dabei nicht nur auf die frühkindliche Erfahrung rein körperlicher Gewalt zu versteifen! Auch die psychische Gewaltanwendung spielt eine erhebliche Rolle. Weiterhin sollten Geburtserlebnisse mit in Betracht gezogen werden (die den körperlichen wie auch psychischen Gewalterlebnissen zuzurechnen sind).

Weitere Hinweise: J. Konrad Stettbacher, "Wenn Leiden einen Sinn haben soll". Er hat als Schweizer Therapeut auch primärtherapeutisch gearbeitet, aber völlig unabhängig von Janov (hat seinen Ansatz auch unabhängig von Janov entwickelt!). Jean Leadloff, "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück". Hat nichts mit Primärtherapie zu tun, trägt aber zum Gesamtverständnis bei (wichtig!). Frédérik Leboyer, "Geburt ohne Gewalt". Ein Frauenarzt und Geburtshelfer. Sehr aufschlussreich!!! Darüber hinaus verzichte ich auf die etwaige Darlegung einer mehr oder minder "kompletten Bibliothek" (nicht wörtlich zu nehmen!). Wenn Du an die erwähnten Bücher und Autoren kommen kannst und sie VERSTEHST, dann verstehst Du den Menschen! Aber ich muss warnen: Wenn Du diese Bücher frisst wie Brot, dann bleibt die Erkenntnis aus; wenn Du die Botschaften, Hinweise und Anstöße der Bücher verinnerlichst, dann geht der Weg dieser Erkenntnis nicht schmerzfrei ab.

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Roland1988 17.12.2013, 23:12

Das trifft sicher auf den einen oder anderen zu und bedarf dann vermutlich auch einer Behandlung, aber pauschalisieren würde ich das auch wieder nicht. Ich kann da auch nur aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich empfinde kein Bedürfnis nach Bestrafung. Ich finde einfach die Vorstellung spannend mal die Kontrolle abzugeben oder zu übernehmen, beides gleichermaßen und ich finde der eigentliche Reiz kommt erst daher dass beide Partner wirklich wollen was sie da tun. Ich will damit nur sagen, zwischen sexuellem Sadismus und einer tatsächlichen Bereitschaft/Freude daran jemandes Grenzen zu überschreiten liegen Welten. Genausowenig verhalten sich masochisten zwangsläufig Selbstzerstörerisch oder haben Minderwertigkeitskomplexe. Ausnahmslos jede Form sexueller Vorlieben kann zu echter Gewalt führen wenn man sie nur lange genug verteufelt und unterdrückt.

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frederick 24.12.2013, 15:56
@Roland1988

Wenn das für Dich spannende Spielchen sind, um die Palette der sexuellen Ertrüchtigungen zu erweitern, dann ist das okay. Aber die Feststellung, dass Du "kein Bedürfnis nach Bestrafung" empfindest, greift in Fragen der sadomasochistischen Praktiken einfach viel zu kurz. Leider wirft aber die einschlägige Branche genau dieses Licht auf SM: (Fast) Alle Rituale, die man praktiziert findet, zielen auf "Bestrafung" ab. Aber im Kern geht es nicht um Bestrafung, sondern um SCHMERZ!

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Da du sinngemäß geschrieben hast "egal, in welcher Ausprägung", schildere ich mal mein Empfinden.

Wie es bei (und in) Menschen aussieht, die eine extreme Form des Sado-/Masochismus für ihre Sexualität oder Befriedigung brauchen, weiss ich nicht.

Aber einen gewissen Hang zur Unterwerfung/ Dominanz haben bestimmt viele Menschen. Ich glaube schon, dass viele Männer es reizvoll finden, ihre (Sexual)Partnerin (ein wenig) zu dominieren, ihr Anweisungen zu geben, die auch ausgeführt werden müssen, ihre Unterwerfung und ihre "Demut" und völlige Hingabe wahrzunehmen. Der Ton kann etwas bestimmter sein, der Mann darf feste zupacken und sich nehmen, was er möchte.

Als Frau kann man das als sehr lustvoll empfinden, wenn man "frei" und aufgeschlossen ist, sich mit dem (Sexual)Partner auf einer Ebene bewegt, sich ausserhalb des Bettes Respekt zollt und den anderen wertschätzt. Es ist nur ein sexuelles "Spiel". Macht und Unterwerfung sind keine Abnormalitäten... jeder Mensch übt in irgendeiner Weise Macht aus oder unterliegt auch mal Bestimmungen, wieso nicht auch bei der schönsten (Neben)Sache der Welt?

Mein Mann muss schon dominant sein... Einen Kuschelbären brauche ich nicht. :-)

JoeWied 13.02.2008, 17:33

Der Vorgang der Unterwerfung oder der Dominanz ist bereits in der Keimzelle der Evolution begründet und gehört sogar zu den Spielen der Machtkämpfe (Rudel). Nur krankhaft wird es dann, wenn diese Vorgänge zur Suchtbefriedigung herhalten oder wenn Lebewesen geqäult werden oder geqäult werden wollen. Das kann sexuell motiviert sein, muss aber nicht.

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Die meisten dieser Antworten sind voreilig und hören sich an als wäre die Ursache eine einfach zu klärende Frage. Man könnte meinen das sich hier manche schon seit Jahren mit BDSM befassen und Psychologie studiert haben. Hier ist ein guter Text von einem Sexualwissenschaftler der sich mit SM beschäftigt hat.

http://datenschlag.org/txt/moser.html

Es gibt zu allem das Gegenteil. Die sowas lieben und machen, sind dementsprechend keine "Weicheier". Angeborene Gene werden die Ursache sein, wie oben "strick4a" gut definiert hat.

mariamutter 29.06.2008, 19:20

Deine Antwort verstehe ich nicht!

Masochismus entsteht aus großen, existentiellen Ängsten, die nicht verarbeitet werden können; oder, wie "Macchiato" oben richtig schreibt: "Die Ursachen liegen zum großen Teil in mangelndem Selbstwertgefühl".

Also: was hat das mit "Weichei" oder nicht "Weichei" sein zu tun?

Oder meinst Du mit "Weichei", dass Masochisten nur durch ganz extreme Reize zur Erregung kommen kann, also in diesem Sinne "Weicheier" sind???

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Ich finde das Masochismus ein segen ist und ich würde gerne mit einen Masochisten tauschen.

**PS: Die Menschen mit Masochismus haben echt glück.

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