Was sind die Ursachen von Sado/Masochismus?

29 Antworten

Ich habe selten so viel Quatsch gelesen wie hier zu diesem Thema. Ich stelle mal die Behauptung auf, dass jeder Mensch einen gewissen Anteil Masochismus und Sadismus in sich trägt. Sexualität ist lebendig und hat immer etwas mit Spannung, Energie und Aggression (keine negative Aggression) zu tun. Habt Ihr schon mal jemandem kurz vor oder während des Orgasmus ins Gesicht geschaut? Glücklich, lächelnd und sanft schaut da niemand - erst anschließend. BDSM ist mit unter sehr gefühlvoll, fürsorglich und zärtlich.

Das hat mit Blockaden zu tun, Muster, welche sich ein Mensch angeeignet hat. Das sind oftmals Menschen, welche als Kind wenig Macht hatten, sie müssen es auch nicht mehr wissen, aber das läuft dann bei denen weiter wie ein Programm...kannte schon mehrere denen es gleich erging...z.B. einen Jungen welcher extrem gemobbt wurde, der nahm dann Drogen und auch, wenn er mittlerweile wieder runter ist, diese Gefühl ohne Macht zu sein und andere "bemächtigen" zu dominieren zu wollen, dies auch endlich einmal erleben und ausleben zu wollen, was er lange nicht konnte, durch die extremen Hänseleien, führten dann dazu.

Dieser junge Mann ist mittlerweile einer der gefährlichsten, verlogensten und manipulativsten Menschen, welche ich bis jetzt getroffen habe und da kann man sich nur mehr in Sicherheit bringen, da sieht man was Mobbing und Drogen bei einem Menschen anrichten können, aber das ist eine andere Geschichte...war aber nur ein Beispiel, was Gründe sein können.

Es gibt auch Leute, wo der Vater zu dominant ist, die Kinder das sehen und sich als Frau z.B. dann extra dominant geben, damit Ihnen das nicht auch passiert usw... da gibt es viele Gründe.

Auch wenn Leute von einer Neigung sprechen, für mich ist das keine Neigung, sondern ein riesiges Problem, was dahinter steckt, aber jedem das Seine...ich habe immer wieder beobachtet, dass bei einigen in der Vita etwas gehörig schief lief, was denen gar nicht bewusst war und die jetzt diese Neigung haben.

Liebe Grüße!

Das ist völleriger Blödsinn. Nenn mir eine Quelle wo das steht.

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Ich finde nicht dass es immer etwas mit einem psychischen Schaden zu tun hat wenn jemand von der Norm abweicht, es kann ja sein dass in manchen Fällen ein oder mehrere Erlebnisse dazu führen, aber ich denke nicht dass das ein wahrer Grund ist, weil ich vor kurzem selbst herausgefunden habe dass mich sowas anmacht und eigentlich selbst eine starke Persönlichkeit bin und in keinster Weise irgendwelche Persönlichkeitsprobleme habe (hoffe ich ^^), aber gerade deshalb ist es schön im Bett mal die andere Seite zu erleben

Ich versuche es mal ganz kurz:

Die sadomasochistischen Neigungen entspringen den vielfältigen Formen der Misshandlung in Kindheitstagen. Das wird dann durchmischt mit der Persönlichkeit des Wesens, das da unbedarft auf die Welt kommt mit einem bestimmten, noch vollkommen unausgeprägten Grundcharakter. Und am Ende gibt es dann eben eine ganz breite Palette sadomasochistischer Bedürfnisse und Verhaltensweisen – manche wollen nur die psychische Erniedrigung (selbst erdulden oder ausüben), und am anderen Ende der Palette wird es manchmal schon ziemlich brenzlig (das sollten nur Leute machen, die sich wirklich zu 100 % gegenseitig vertrauen und die auch etwas vom menschlichen Körper verstehen, im physiologischen und medizinischen Sinne).

Spannender als der Sadomasochismus sind die Biografien, die dahinter stehen.

Du hast auf jeden Fall Recht -Daumen hoch- Aber das so zu lesen ... brachte mich grade einfach nur zum heulen...

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Also bist du der Auffassung das der Ursprung dieser Neigungen auf Missbrauchserlebnissen aus der Kindheit beruhen..?

Sehr interessant, keine Kritik nur hast du da Quellen oder Nachweise für. Würde mich sehr interessieren.

Danke

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@owl2mor

Sorry, wachse spät mit Antwort rüber...

Es gibt offenbar Ansätze in der Psychoanalyse, im Rahmen derer unmittelbare Schlüsse gezogen werden. Laut einer "Wilma Maria" (die offensichtlich professionell als dominante Dienstleisterin tätig ist oder zumindest war) sind hier relevant: Sigmund Freud, Erich Fromm, Karen Horney, Wilhelm Reich, und ein Schweizer Ethno-Psychoanalytiker Fritz Morgenthaler. Weiterhin geht diese Dame (Protokoll eines Vortrags aus dem Jahre 2002: Wilma Maria, "Sado-Masochismus und Partnerschaft: Licht- und Schattenseiten von SM-Praktiken") auf einen - wie sie ihn benennt - New-Age-Papst und LSD-Spezialisten Stanislaw Grof ein. - Ich weise hierauf nur erweiternd hin; das heißt nicht, dass ich mich selbst mit deren Ansätzen und Theorien weitergehend auseinandergesetzt habe. Die beiläufige Einbeziehung solcher Darstellungen zeigt aber auf, dass man bei im Detail unterschiedlicher Gewichtung und Auslegung darin konform geht, dass frühkindliche und mithin vorgeburtliche oder Geburtserfahrungen die sexuelle Prädestination mitbestimmen. Ich selbst habe mich der Thematik nicht über die eigentliche "Psychoanalyse" angenähert und finde dem Menschen angemessenere Erklärungs- und Erkenntnismuster in der Primärtherapie. Arthur Janov hat in den 1960er und 1970er Jahren selbst als Therapeut praktiziert; später hat er sich auf die Lehre und auf die Publikation von Schriften beschränkt. Es gibt noch heute die einen oder anderen Bücher von ihm, die immer mal wieder neu in Taschenbuch-Form aufgelegt werden. Janov hat nie den Anspruch erhoben, im wissenschaftlichen Sinne eine "Theorie" aufzustellen. Das Erklärungsmuster dieses primär-therapeutischen Ansatzes lässt eindeutig auch Rückschlüsse zum Thema des Sado-Masochismus und sexueller SM-Praktiken zu. Dennoch bitte ich dringend, sich dabei nicht nur auf die frühkindliche Erfahrung rein körperlicher Gewalt zu versteifen! Auch die psychische Gewaltanwendung spielt eine erhebliche Rolle. Weiterhin sollten Geburtserlebnisse mit in Betracht gezogen werden (die den körperlichen wie auch psychischen Gewalterlebnissen zuzurechnen sind).

Weitere Hinweise: J. Konrad Stettbacher, "Wenn Leiden einen Sinn haben soll". Er hat als Schweizer Therapeut auch primärtherapeutisch gearbeitet, aber völlig unabhängig von Janov (hat seinen Ansatz auch unabhängig von Janov entwickelt!). Jean Leadloff, "Auf der Suche nach dem verlorenen Glück". Hat nichts mit Primärtherapie zu tun, trägt aber zum Gesamtverständnis bei (wichtig!). Frédérik Leboyer, "Geburt ohne Gewalt". Ein Frauenarzt und Geburtshelfer. Sehr aufschlussreich!!! Darüber hinaus verzichte ich auf die etwaige Darlegung einer mehr oder minder "kompletten Bibliothek" (nicht wörtlich zu nehmen!). Wenn Du an die erwähnten Bücher und Autoren kommen kannst und sie VERSTEHST, dann verstehst Du den Menschen! Aber ich muss warnen: Wenn Du diese Bücher frisst wie Brot, dann bleibt die Erkenntnis aus; wenn Du die Botschaften, Hinweise und Anstöße der Bücher verinnerlichst, dann geht der Weg dieser Erkenntnis nicht schmerzfrei ab.

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Das trifft sicher auf den einen oder anderen zu und bedarf dann vermutlich auch einer Behandlung, aber pauschalisieren würde ich das auch wieder nicht. Ich kann da auch nur aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich empfinde kein Bedürfnis nach Bestrafung. Ich finde einfach die Vorstellung spannend mal die Kontrolle abzugeben oder zu übernehmen, beides gleichermaßen und ich finde der eigentliche Reiz kommt erst daher dass beide Partner wirklich wollen was sie da tun. Ich will damit nur sagen, zwischen sexuellem Sadismus und einer tatsächlichen Bereitschaft/Freude daran jemandes Grenzen zu überschreiten liegen Welten. Genausowenig verhalten sich masochisten zwangsläufig Selbstzerstörerisch oder haben Minderwertigkeitskomplexe. Ausnahmslos jede Form sexueller Vorlieben kann zu echter Gewalt führen wenn man sie nur lange genug verteufelt und unterdrückt.

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@Roland1988

Wenn das für Dich spannende Spielchen sind, um die Palette der sexuellen Ertrüchtigungen zu erweitern, dann ist das okay. Aber die Feststellung, dass Du "kein Bedürfnis nach Bestrafung" empfindest, greift in Fragen der sadomasochistischen Praktiken einfach viel zu kurz. Leider wirft aber die einschlägige Branche genau dieses Licht auf SM: (Fast) Alle Rituale, die man praktiziert findet, zielen auf "Bestrafung" ab. Aber im Kern geht es nicht um Bestrafung, sondern um SCHMERZ!

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Sicher sind keine ängste Ursache des Masochismus. eher ein erhöhtes Reizniveau bei den Neurotransmittern. Diese Studie ist sehr erhellend : "Konsensueller Sadomasochismus. Eine empirische Prüfung von Bindugsstil und Sozialisationseinfluss": http://psydok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2008/2339/pdf/HAFOS_76.pdf Das mangelnde Selbstbewusstsein scheint mir nicht Ursache, sondern Folge des Masochismus zu sein, in einer intoleranten, tabuisierenden Gesellschaft. das Gefühl, nicht normal zu sein, mit niemandem reden zu können, Lust zu haben, aber von normalen Männern immer nur angeödet zu sein - das bringt das Selbstwertgefühl ganz schön ins Wanken! hat man dann aber den richtigen Partner gefunden, der den dominant-sadistischen Part uebernimmt: aus meiner Erfahrung kann ich mit vollem Selbstbewusstsein und mit der Sicherheit, dass ich keine traumatischen Kindheitserlebnisse habe, sagen: es ist die Erfüllung. und je mehr man liebt, umso mehr kann man geben. noch ein Literaturtipp, von einer, die wirklich recherchiert hat: "Sina-Aline Geißler: Lust an der Unterwerfung. Frauen bekennen sich zum Masochismus.". eine Erkenntnis dieses Buches ist, dass gerade oft gebildete, beruflich erfolgreiche Mittelstandsmaedchen, die eine gewaltfreie, z. T. Antiautoritaere Erziehung genossen haben, masochistische werden und sich in der Sexualität unterwerfen wollen. umgekehrt sind die dominant-sadistischen Männer im normalen Leben die bestens Freunde, hören zu, sind einfühlsam und wertschätzend. Gegensätze gehören zum Leben. man muss für sich selbst die Synthese betreiben. sich nicht pathologisieren lassen und glücklich werden. der Sadomasochistische Bundesverband setzt sich z. B. Dafür ein, dass SM aus dem Krankheitskatalog unter Sexualstörungen herausgenommen wird, weil es eine veraltete Ansicht ist und viele Studien zeigen, dass SM Eine Präferenz, aber keine Krankheit ist, so wie Homosexualitaet ja auch mittlerweile als normal und gesund anerkannt ist. So, nun genug, von einer glücklichen, selbstbewussten, aber doch ganz devoten Masochistin.

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