Hallo!

Die Unterschiede werden immer kleiner bzw. die Grenzen fließender. Die Staatssender näherten sich den privaten Stationen was ihre Programme anging immer weiter an während der letzten zehn Jahre -----> das Reizwort nennt sich "Formatisierung" bzw. "Formatradio".

Der Wortanteil bzw. die tatsächlichen Informationswellen werden immer geringer, sieht man von speziellen Nachrichtensendern wie B5-Aktuell (BAyern), HR-Info oder MDR-Info ab. 

Früher erkannte man Privatradiostationen neben dem deutlich höheren Werbeanteil daran, dass sie öfters auch mal fragwürdig wirkende Mittel einsetzten, damit sie mehr Hörer bekamen. Etwa konnte man ein neues Auto gewinnen, wenn man sein bisheriges verschrotten ließ.. und wenn man Pech hatte, bekam man das Neue eben nicht & saß dann ohne Auto da. Inzwischen haben aber auch die Öffentlich-Rechtlichen immer wieder solche "Scherze" drauf oder bringen primitive Comedy aus der Retorte, um "cool" zu wirken & die "werberelevante Zielgruppe" zu gewinnen bzw. vom Privatsender abzuhalten.

Wir haben ein duales Rundfunksystem in Deutschland, das auf zwei Säulen steht, dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Hörfunk. Die Idee ist, dass damit ein umfassendes journalistisches Angebot sichergestellt werden soll.

Die privaten Sender haben dabei keine inhaltlichen Vorgaben. Sie sind ganz normale, privat geführte Unternehmen und müssen sich rein durch ihr Angebot finanzieren. Die Kohle dafür kommt in erster Linie aus Werbeeinnahmen. Dadurch scheint das Angebot zunächst kostenfrei zu sein. Man darf da aber nicht vergessen, dass die Werbeausgaben auf die Verkaufspreise aufgeschlagen werden, durch die Hintertür finanzieren wir also auch die privaten Sender mit.

Öffentlich-rechtliche Sender (das sind alle Wellen eures Regionalsenders, also z.B. WDR oder MDR und der Deutschlandfunk) sind kein Staatsradio - das würde bedeuten, dass sie vom Staat inhaltlich beeinflusst werden können. Sie haben aber einen öffentlich-rechtlichen Auftrag (ausgewogen zu berichten und zu informieren - und dazu gehören auch unterhaltende Beiträge) und deswegen finanzieren sie sich hauptsächlich durch Gebühren (was im übrigen keine Steuer ist). Der Staat treibt diese Gebühren allerdings für den Rundfunk ein.

Anders als bei privaten Sendern entscheidet bei den öffentlich-rechtlichen nicht irgendein Vorstand sondern der sogenannte Rundfunkrat, der sich zusammensetzt aus Vertretern aus Politik und "gesellschaftlich relevanten Gruppen", wie es so schön heißt.

Öffentliche Sender (TV wie Radio) haben einen Informations- Kultur- und Bildungsauftrag, und kassieren dafür Gebühren (bei euch GEZ). Private finanzieren sich durch Werbung

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