Was macht die Kunst zur Kunst?

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12 Antworten

Hallo Coffeebitch,

ist aber schon ein wenig unfair, Bilder, die sicher im Original deutlich größer sind, auf GF in Miniformat einzustellen. :-)

Ich kenne "diese" Bilder sehr gut und übe mich selbst in einigen Techniken seit langer Zeit. - Vielleicht würdest Du meine Bilder ebenso einschätzen, ganz sicher aber nicht mehr, wenn ich Dir erläutern würde, worum es geht. Kann aber sein, dass Du meine Überlegungen für viel zu abgehoben ansehen würdest und sie weiterhin mit der Begründung ablehnen würdest: Gefällt mir aber nicht.

Und damit wäre man dann immer am Ende der Diskussion.

In allen Bereichen der Kunst wird man Ausdrucksformen begegnen, die man nicht mag / nicht nachvollziehen kann. Wenn man sich mit Kunstgeschichte befasst, lernt man, die verschiedenen Formen der Kunst einzuordnen - ob man sie aber schätzt, ist eine andere Frage.

Aber auch, wenn man die Kunst eines anderen nicht schätzt / nicht versteht - muss man ihr nicht das Existenzrecht als Kunstwerk absprechen.

Versuche es vielleicht mal so:

Jedes Bild kann eine Geschichte erzählen, die ein anderer Mensch erzählen möchte. Sie ist mit visuellen Mitteln aufgezeichnet. Der Künstler hat etwas in diese Ausdrucksform hineingelegt. Wenn Du in der Lage wärst, das Bild mit seinen Augen zu sehen, würdest Du vielleicht eine wunderbare und wunderschöne Welt von Farben und Formen entdecken - sie scheinen zufällig, aber sie kommunizieren auch miteinander und mit dem Betrachter. Du schaffst es besser, die visuelle Welt des Künstlers zu verstehen, wenn Du seinem Werk mit Respekt begegnest. Kritik ist schin erlaubt, aber wenn die Skepsis am Werk überwiegt, dass es überhaupt ein Werk ist, dann ist es schwer, sich ihm anzunähern.

Ich hatte mal das Glück, eine große Ausstellung mit Werken von Mark Rothko besuchen zu dürfen. Die Ausstellungsräume waren so eingerichtet und abgedunkelt, damit das sensible Farbgefüge der Gemälde gut wahrnehmbar war. Den Ausstellern bin ich sehr dankbar dafür, dass sie sich die enorme Mühe gemacht haben, die Bildsprache von Rothko für mich und alle anderen nachvollziehbar zu machen. Ähnlich ist es mir schon oft ergangen. Ich erwarte keineswegs, dass ein Bild, dass ich in Daumennagelgröße im Internet finde, den Ausdruck hat, den das Original hat. Ich erwarte auch nicht, dass ein Werk von Bach oder Händel über ein Kofferradio in vollem Umfang zu genießen ist.

(Hier einige Bilder von Rothko - es sind aber nur elektronische Erinnerungen - nicht mit den Originalen zu vergleichen :-) )

Van Gogh, der in den Antworten ebenfalls vorkommt, ist ein ähnliches, aber etwas anderes Beispiel. Reproduktionen von Van Goghs Werken gelingen weit besser, als solche von Rothko, Pollock oder auch Richter - dennoch ersetzen sie nicht die Originale - erst an ihnen kann man wirklich das Ringen van Goghs nachvollziehen.

Soweit meine Meinung zu Deiner Frage.

LG und alles Gute

Jo

Gerade bei van Gogh versteht man vieles besser, wenn man sein Leben kennt. Ich habe "Loving Vincent" gesehen, und erst danach habe ich die Bilder mit einem anderen Auge gesehen.

Er hat nicht die exakte Realität gemalt, nur vordergründig, aber dafür eine bunte, verzerrte Welt hinter der Welt. Seine Linien sind krummer, seine Farben bunter als in den echten Motiven. Und dennoch ist die Zuordnung zum Motiv eindeutig.

Das macht seine Bilder schon zu etwas Besonderem.  

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Nun ja, Kunst kann verschiedene Gesichter haben und unterschiedlichen Zwecken dienlich sein.

Aber zu erst einmal mal die Objektive Sicht: Kunst ist keine Wissenschaft oder ein Phänomen wie ein Ur Knall der sich einer bestimmten Physikalischen Untersuchung unterzieht um das Rätsel zu lösen. Eigentlich existiert die Kunst nicht, sie ist vom Menschen selbst erschaffen und lebt auch nur durch den Menschen.

Die Frage was Kunst ist, die gehen eigentlich nur Narren nach und da kann jeder die Kunst verallgemeinern und es für sich Pachten.

Mittlerweile muss man leider sagen, dass die Kunst ein wenig einer Art Diktatur unterliegt, dass extrem reiche Menschen mittlerweile den Kunstmark bestimmen und mit dem Kauf eines Kunstwerkes eben dessen Wert bestimmen und somit nicht mehr Demokratisch bestimmt wird wie es bei Platten Käufe der Fall ist.

Die Abstrakte Kunst war auch im Kalten Krieg von der CIA gesponsert worden. Künstler wie Pollock oder Mark Rothko wurden von denen gefördert. Dies ergaben mal Recherchen der Saturday Evening Post im Jahre 1967, die Finanzierungen und Scheinstiftungen aufdeckte. Wenn man so was mit bekommt ist man natürlich Skeptisch was das soll. Ich bin der Meinung das die Kunst jedem Volk gehört und auch die Vielfalt bestimmt.

Heute befindet sich die Kunst in einer Millionen schweren Kunstblase, eine intern finanzierte Scheinwelt die leider nur von einer Handvollen Menschen beherrscht wird. Somit kann man sich zumindest den Kunstmarkt erklären und wie diese enormen Preise zustande kommen.

Ich denke jeder hat das Recht selbst zu bestimmen was Kunst ist, aber wenn andere sich das Recht raus nehmen etwas als Kunst zu betiteln, hat man genau so das Recht etwas als Nicht-Kunst zu betiteln, ich finde es nur fair und ist demokratisch. Ich denke man muss nicht jede Kunst verstehen und es ist wird nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. Ich finde es auch verwirrend wenn mit vielen Intellektuellen Begriffen umher geworfen wird. Man braucht nicht wirklich Professoren um sich Kunst erklären zu lassen oder gar zu bestimmen, meiner Ansicht nach hat sich da so eine Art Star Wars Universum aufgetan mit eigenen Regeln und eigener Sprache…

Ich habe großen Respekt vor der Kunst die man im dritten Reich verboten hatte, da war sie Zweckdienlich gewesen und auch lebensgefährlich.

Dann gab es auch noch die Dadaisten, die die Kunstszene zur Zeiten der Akademischen Kunst boykottierten wollten. Es war eigentlich nie ihre Absicht gewesen im Musen zu hängen, aber wurden dann doch irgendwann ausgestellt.

Die heutige Kunst sehe ich etwas mehr mit Skepsis, weil die Kunst mehr versucht zu Provozieren und es eigentlich nur noch Obszöner wird. Man versucht einfach die Grenzen des guten Geschmackes immer weiter mehr auszudehnen. Da war es mal Hunde Haufen der vergoldet wurde, später ein Hund der angeleint war in einem Museum und dem man beim qualvollen verhungern zugucken konnte. Man muss vieles dulden, weil Kunst darf es ja…

Wer mal hinter den Kulissen schauen will, dem kann ich die Doku die Millionenblase empfehlen.

Ich verstehe es auch nicht. Ich mache mir bestimmte viele Feinde wenn ich das sage, aber ich finde Van Goghs Kunst viel zu gehypt.

https://static.posters.cz/image/1300/poster/vincent-van-gogh-cafe-terrace-i31055.jpg

Ich meine, natürlich kann das nicht jeder malen. Aber mit ein bisschen Übung könnte man das locker überbieten.

Seit dem Film "Loving Vincent" (den kann ich nur empfehlen) bin ich ein Fan von van Goghs Kunst. Vieles versteht man besser, wenn man sein Leben kennt.

Kunst hat zwar auch was mit "Können" zu tun, aber es ist eben auch ein Ausdruck einer bestimmten Betrachtung der Welt. Es geht nicht nur um das Endergebnis (das Bild).

Es geht auch um Innovation, und - wie erwähnt - die Betrachtungsweise des Künstlers. Es gibt meiner Ansicht nach auch heute Leute, die im Stil von Mozart komponieren könnten (rein technisch gesehen), aber es wäre halt nicht dasselbe, weil diese Punkte Innovation und Weltsicht relevant sind, und auch nicht in jeder Epoche gleichermaßen wiederholt werden können.

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Gegenstandslose Malerei/abstrakte Kunst, Entstehungsgründe? ABITUR, KUNST!

Hallo liebe Menschen!

Meine liebe tolle Kunstlehrerin, die mir eigentlich zu einem guten Abitur verhelfen sollte, hat plötzlich ein Thema in die Klausur geworfen, das wir eigentlich (laut meinen Vorstellungen) nicht wirklich durch genommen haben. Es geht um "die Gründe, warum Maler Anfang des 20. Jahrhunderts angefangen haben gegenstandslos zu malen (z.B. Kandinsky, Moholy Nagy....)"

Nun habe ich schon etwas im Internet gestöbert, aber die wirklichen Gründe, warum die Künstler denn plötzlich eine Tendenz hatten gegenstandslos und von der inneren Seele heraus zu malen, habe ich leider nicht finden können. Gibt es dafür politische Gründe? Oder haben die einfach rumexperimentiert? Deshalb hoffe ich unter euch findet sich ein/e liebe/r Ersatzkunstlehrer/in und kann mir weiterhelfen!

Ich bedanke mich schon mal im Voraus! :-)

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