Was kostet ca. eine Augendiagnostik beim Heilpraktiker?

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5 Antworten

Geschichte

Schon in der Antike und in der traditionellen chinesischen Medizin wurden Vorläufer der Irisdiagnostik in die Krankheitserkennung mit einbezogen.

Die Geschichte der heute verbreiteten Irisdiagnostik lässt sich bis 1670 zurückverfolgen, als Philippus Meynes Prinzipien dazu festlegte. 1881 hat der ungarische Arzt Ignaz von Peczely diese Thesen erneut aufgegriffen und im Lehrbuch "Diagnose von Organerkrankungen aus Farb- und Formveränderungen der Regenbogenhaut (Iris)" veröffentlichte, was zur weiteren Verbreitung der Methode führte. Péczély begründete die Irisdiagnostik auf einem einfachen «Tierexperiment» aus seiner Jugendzeit. Er hatte angeblich einer Eule im Garten unabsichtlich ein Bein gebrochen. Kurz danach entdeckte er einen schwarzen Streifen auf der Iris der Eule. Im darauffolgenden Heilungsprozess hatte er den Eindruck, der schwarze Streifen habe sich in einen weissen Streifen verwandet.

Ein Heidelberger Arzt namens Lang hat 1954 angeblich bewiesen, dass "anatomisch gesehen Nervenverbindungen von allen Teilen des menschlichen Körpers zur Iris bestehen". Allerdings wurde das schon mehrmals widerlegt (1961 vom Anatom Rohen, 1977 von Jentzsch). Eine sehr fundierte Kritik hat auch Frau Prof. Irmgard Oepens imJahre 1986 verfasst. Sie wies einmal mehr darauf hin, dass eine direkte Abbildung des Organismus schon deshalb nicht möglich sei, weil sich die Nervenbahnen des Rückenmarks nach dem Eintritt ins Gehirn überschneiden. Die Behauptung der Iridologen, die rechte Körperhälfte projiziere sich auf die rechte Iris, die linke Hälfte auf die linke Iris, entbehrt anatomisch gesehen jeder Grundlage

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Kommentar von Hubertt
08.10.2010, 03:28

Uneinheitliche Diagnoseverfahren

Allerdings sind sich selbst Heilpraktiker über die Irisdiagnostik nicht einig. Es existieren unterschiedliche Diagnoseschulen, deren "Diagnosen" sich z.T. sogar widersprechen. Die einen teilen die Iris in 59 gleich große Kreissegmente ein, in denen die verschiedenen Irisphänomene detailgetreu beschrieben werden. Die anderen benutzen eine Iriskarte in der Art der Fußreflexzonen (Es sind rund 20 verschiedene Karten im Gebrauch!).

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Unwissenschaftlichkeit

Der simple und eigentlich verlockend einfache Ansatz ist nach heutigen medizinischen Erkenntnissen unhaltbar. Die Behauptung der Iridologen, die rechte Körperhälfte projiziere sich auf die rechte Iris, die linke Hälfte auf die linke Iris, entbehrt anatomisch gesehen jeder Grundlage. Nachdem es zudem unter den Anhängern verschiedene "Iriskarten" gibt, die jeweils zu anderen Diagnosen kommen, kann dieses Verfahren nur als völlig untauglich eingestuft werden. Wie immer bei pseudodiagnostischen Methoden besteht außerdem die Gefahr, dass ernsthafte Erkrankungen übersehen werden und deren rechtzeitige Behandlung unterbleibt.

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Auf welchen schwachen Füßen die Irisdiagnostik steht, ergibt sich aus der Tatsache, dass die Iris des Menschen ihre individuellen Eigenschaften das Leben über behält und sich auch nicht bei einer Krankheit verändert. In der Sicherheitstechnik macht man sich diesen Umstand als "Irisanalyse" zu Nutze und verwendet Iris-Scanner zur Personenidentifizierung, analog zur Auswerung der Papillarlinien der Hand ("Fingerabruck").

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Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer Deutschlands hat eine Warnung vor dem Verfahren der Iridologie herausgegeben, was übrigens auch für die sogenannte "Pupillendiagnostik" gilt.

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Kommentar von Hubertt
08.10.2010, 03:30

Veränderung im Auge bei Erkrankungen

Die hier thematisierte Irisdiagnostik hat nichts mit der in der wissenschaftlichen Medizin praktizierten Auswertung pathognomonischer Veränderungen des Auges bei bestimmten Krankheiten zu tun. Die Gelbverfärbung der Skleren des Auges können Zeichen für eine Leberfunktionsstörung oder Blutkrankheiten sein. Die Hornhaut und/oder Iris können darüber hinaus Hinweise auf eine Reihe von Stoffwechselerkrankungen liefern: Der Kayser-Fleischer Ring im Hornhaut-Stroma gilt beispielsweise als typisch für den Morbus Wilson. Und auch das bei einer Hämochromatose überschüssig anfallende Eisen kann im Auge einen sichtbaren Niederschlag finden so wie Farbveränderungen bei Glaukompatienten. Auch Veränderungen der Pupille (Beispiel: "Entrundung") oder Veränderungen der Pupillenreaktion auf einfallendes Licht sind wichtige Zeichen die in der akademischen Medizin zu diagnostischen Zwecken geprüft werden.

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Kommentar von Hubertt
13.11.2010, 14:59

Danke für den Stern

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Wenn's ganz dumm läuft kostet es dich dein Leben.

Mit Augen- oder Irisdiagnose kann nichts erkannt werden, eine Fehldiagnose bei einer reell vorliegenden Erkrankung ist so gut wie sicher. Die Folge einer Fehldiagnose ist üblicherweise eine Fehltherapie.

Eigentlich hat es sich bereits hinreichend herumgesprochen, dass Irisdiagnose reine Scharlatanerie ist. Bei allen Versuchen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, sind Irisdiagnostiker kläglich gescheitert. Sogar bei einer vorgegebenen Diagnose, welche bestätigt oder verworfen werden sollte, kam die Aussagekraft der Irisdiagnose einem Münzwurf gleich.

Schon die Tatsache, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher "Iriskarten" gibt, sollte aufmerken lassen. Dort, wo auf der einen Karte bspw. das Herz repräsentiert sein soll, liegt auf einer anderen Karte den Magen. Ob der Patient nun also an einer Herz- oder an einer Magenkrankheit leidet, entscheidet einzig die verwendete Iriskarte, und wo der Irisdiagnostiker eine Veränderung entdeckt zu haben glaubt!

Hier mal was anderes als Esowatch, aber leider auf Englisch: http://www.intelihealth.com/IH/ihtIH/WSIHW000/8513/34968/358826.html?d=dmtContent

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Wenn ich "Irisdiagnose Preis" bei Google eingebe, finde ich spontan einen Preis zu 50 Euro...

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Kommentar von Hubertt
13.11.2010, 15:01

Und ich dachte immer die alternativen Heilmethoden wären so billig.

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Was auch immer, es ist zuviel.

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Kommentar von tiara546
07.10.2010, 15:51

Siehst Du es bei Dir selbst auch so, dass Deine Arbeit nichts wert ist?

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einfach mal in einer heilpraktiker praxis anrufen ich denke das ist unteschiedlich.

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