Was kann ich gegen einen bellenden Aussie machen?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du solltest dich da mal an einen erfahrenen Trainer wenden, der sich gut mit Hütehunden auskennt. Du hast ja schon vieles probiert, was an sich nicht wirklich gut ist, wenn man zig Sachen durchprobiert.

Vielleicht hilft dir auch der Artikel hier für ein besseres Verständnis weiter http://www.planethund.com/hundewissen/border-collie-problemhund-2808.html

Gerade Hütehunde bekommen oftmals ein zu vollgestopftes Programm, was für sie sehr schädlich sein kann (natürlich kann eine Unterforderung auch daran Schuld sein).

Ich würde aber zu einem wirklich erfahrenen Trainer raten, der sich die Situation anschaut und dir zeigt, wie du deinem Hund klarmachen kannst, dass das Hüteverhalten in solchen Situationen nicht erwünscht ist....ggf. muss man auch gerade am Anfang auf diese Plauderpausen verzichten und den Hund erst einmal aus solchen Situationen rausnehmen. Das kann aber nur jemand direkt vor Ort beurteilen.

LG Melanie

Oh, da hab ich erstmal viel zu lesen! ;-) Die Hundeschule, in der ich sowohl Unterordnung wie auch Agilty mache, ist eigentlich sehr gut und die Trainerinnen sehr kompetent. Jedoch kommen sie hier auch nicht weiter. Vielleicht muss ich mich dann doch mal nach jemanden umschauen, der viel und erfolgreich mit Hütehunden arbeitet. Danke für den "Anstoß" von aussen. Den braucht man manchmal! ;-)

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@daule

Gibt halt immer wieder Hunderassen, die einfach anders ticken ;)

Gerade bei Hütehunden denkt man immer "die sind doch soo leicht zu erziehen". Das sie allerdings bei falschen Impulsen schnell "ausarten" können, vergisst man gerne mal.

Ich kann auch folgenden Artikel von Nina empfehlen http://www.planethund.com/hundewissen/hundeerziehung-zwischen-wunsch-und-wirklichkeit-0106.html

Manchmal gibt es "Probleme" mit denen man sich arrangieren muss, bzw. man seine Einstellung, was man gerne für einen Hund hätte, ändern sollte :)

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@daule

dein Hund scheint schnell hoch zufahren, ich würde gerne wissen, wie sie sich beim Agility verhält? Ist sie dort ebenfalls gestresst und hibbelig ?

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@spikecoco

Ja, beim Agility fährt sie auch schnell hoch. Das erste Jahr gab es überhaupt keine Probleme und dann kam es immer häufiger, dass sie gebellt hat. Da kann ich aber gut reagieren. Sobald sie bellt, ist der Spaß für diese Runde vorbei. Das hat sie ziemlich schnell kapiert. Kommt aber ab und an noch vor.

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Du hast, wie du selbst schon geschrieben hast - schon zu viel "probiert"! Daher hast du dir wohl bereits sehr große eigene Baustellen geschaffen. Dass andere Personen deinen Hund "maßregeln" halte ich mit verlaub als extrem unsinnig. Selbst wenn diese Personen ein exaktes Timing hätten, wird es zusätzlich Stress aufbauen und ist daher kontraproduktiv für dich. Außerdem lernt er im allergünstigsten Fall nur sein Verhalten zu hemmen, aber nicht wie du möchtest, dass er sich benimmt (aus seiner Sicht verhält er sich ja wie ein richtiger Hütehund :) ) Fange einfach wirklich wieder "ganz klein" an! Entweder Zweiertraining von z.B. Konzentrationsübungen oder Balancetraining. Jedenfalls kein Agility, das ist wohl die beste Möglichkeit, Hütehunde ganz nach oben zu schießen. Kämpfe nicht "gegen das Hüteverhalten" sondern baue ein Alternativverhalten auf. Bringe deinem Hund bei, dass die Gegenwart von anderen Hunden auch schön sein kann, wenn man z.B. gemeinsam schnüffelt. Social Walks wären gut für euch.

Das Bellen dient dem Spannungsabbau. Um es zu beenden, muss es gelingen, den Hund aus der Spannung zu kriegen.

Methoden wie Wasserpistole etc. schaffen über den Schreckreiz in aller Regel eine kurze Unterbrechung des Verhaltens, beseitigen aber die Spannung nicht. Deswegen beginnen die Hunde nach dieser Unterbrechung meist noch heftiger zu bellen, weil der Schreck die Anspannung verschärft hat.

Hütehunde sind hierfür besonders anfällig, da sie darauf selektiert wurden, permanente Aufmerksamkeit zu zeigen - sie sollen ja die Schafe im Blick behalten. An der Herde kann sich die Spannung immer wieder lösen, weil der Hund rennen kann oder eben bellen darf. Im normalen Familienalltag klappt dieses Abreagieren nicht durchgängig.

Der Weg führt über gezieltes Entspannungstraining. Das kann so aussehen, dass du deinen Hund in jeder Situation, in der er sich entspannt, belohnst. Das kombinierst du mit einem Wort, z.B. "easy". Die Belohnung muss ruhig und kurz erfolgen, sonst fährt der Hund sofort wieder hoch.

Wenn dein Hund zu den Exemplaren gehört, die auch zuhause nur schwer runterkommen, trainiere Zwangspausen. Hier haben sich Zimmerkennels als sehr hilfreich erwiesen. Wenn diese positiv konditioniert werden, lernt der Hund sie als Rückzugsort kennen. Zu Zeiten, wo der Hund eigentlich müde sein sollte, also z.B. nach dem Spaziergang/ Training, geht er für 30 Minuten in die Box.

Dort wird er auch nicht angesprochen. Ideal ist - gerade für den Anfang - sich in dieser Zeit selbst mit einer ruhigen Tätigkeit im gleichen Raum aufzuhalten, so dass der Hund nicht das Gefühl kriegt, etwas zu verpassen. Die Box sollte so stehen, dass der Hund keinen Blickkontakt aufnehmen kann. Eventuell legt man sogar ein Tuch über die Tür. Da Hütehunde Augentiere sind, nimmt das wesentliche Reize weg.

Regt sich der Hund auch beim Autofahren auf, kann man auch hier durch ein Tuch die Sicht nehmen (im Sommer Achtung vor Hitzestau!).

Ist der Kennel akzeptiert und funktioniert im Haus, kann er z.B. auch mit auf den Hundeplatz. Dort muss er so stehen, dass kein anderer Hund ran kann. Nach jeder Arbeitseinheit kommt der Hund in die Box samt Sichtschutz. Am Anfang setzt du dich ruhig daneben.

Das alles sind viele kleine Schrittchen hin zur Fähigkeit, sich zu entspannen. Da der Hund bereits 4 ist, kann das dauern - und ein Rest wird vermutlich immer bleiben. Du kannst den Hund aber nach und nach über das etablierte "Easy" zur Ruhe bringen.

Zu Hause und im Auto kommt sie zur Ruhe. Draussen wird ein Ruhigbleiben in derartigen Situationen immer belohnt. Dass es ein langer Weg ist, ist mir klar. Sie hatte ja auch mehrere Jahre um sich das anzugewöhnen. Und wenn sie ab und an mal bellt ist es für mich auch ok. Aber dieses Hinneinsteigern ist für sie Stress und für die drum herum auch. Ferndiagnosen und praktische Tipps sind hier immer etwas schwierig, aber im Punkt Entspannungstraining werde ich auf jeden Fall auch mal meine Huschu ansprechen. Danke auf jeden Fall dafür.

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@daule

Es wird immer ein Seiltanz bleiben: Wenn man einen Hund hat, der zum Hochfahren neigt - was bei nahezu allen Hunden mit hoher Arbeitsmotivation der Fall ist - muss man ein Stück weit auch mit den "Nebenwirkungen" leben.

Einen motivierten Arbeits- (Agility)-Hund zu führen, bringt sehr häufig die Nebenwirkung Bellen mit sich. Australian Shepherds und Border Collies neigen dazu stärker als andere Rassen. Eine befreundete Agility-Trainerin sprach immer mit einem Augenzwinkern von ihren "Hüte-Keifen".

Entspannungstraining als Gegenpol ist wichtig und kann die Problematik verringern - beseitigen wird es sie nicht.

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