Was ist zum Kochen energetisch effizienter? Heißes Wasser ausm Kran oder kaltes Wasser auf Herdplatte erhitzen?

10 Antworten

Dazu sollten wir erst einmal wissen, auf welche Art (z.B. Fernheizung, Elektroboiler, Elektrospeicher, Gas-Durchlauferhitzer, Elektro-Durchlauferhitzer u..s.w.) das Leitungswasser erwärmt wird, da gibt es schon gewaltige Unterschiede. Ich gehe hier einmal auf Verdacht von einem elektrischen Durchlauferhitzer aus und von einer klassischen elektrischen Herdplatte. Da ist die Rechnung am Unkompliziertesten, weil wir schon den gleichen Energie-Tarife haben. Da brauchen wir nur noch die Wärmeverluste zu vergleichen. Aber selbst der Vergleich ist im Ergebnis von vielen Umständen abhängig, und die gilt es zu beachten:

Bei der elektrischen Herdplatte enstehen Wärmeverluste v.a. durch die Wärmeabstrahlungen von Herdplatte, Topf und Wasser während der Aufheizung. Weitere Verluste entstehen durch die Wärmeabstrahlung der Herdplatte nach Entfernung des Topfes (Restwärme-Verlust). Hier lassen sich Einsparungen erzielen durch Nutzung der Restwärme und durch die Vermeidung unnötiger Aufheizungen: Bei der einmaligen Aufheizung von 10 Litern Wasser vergeude ich eine einzige Restwärme, bei zehnmaliger Aufheizung von jeweils 1 Liter Wasser vergeude ich 10 Restwärmen von gleicher Größe.

Beim Durchlauferhitzer kommt es praktisch nur auf die Länge der Warmwasser-leitung an. Das Gerät selbst ist so klein, dass es keine nennswerte Wärmemennge abstrahlt im Gegensatz zur Warmwasserleitung (und zum Boiler!). Wenn also die Möglichkeit besteht, das Wasser ohne Leitung direkt am Durchlauferhitzer zu zapfen, dann ist der Wärmeverlust praktisch null (wie beim Tauchsieder), energieeffizienter geht es nicht mehr. Wenn Du allerdings 10 Sekunden Vorlauf kalkulieren musst, dann heizt Du bei jedem Zapfvorgang schätzungsweise 1 Liter Wasser nutzlos auf. Die Aufheizung von 1 Liter Wasser um 60°C (z.B. von 10° auf 70°) kostet 0,07 kWh (etwa 2 Cent). Das ist sehr unwirtschaftlich. Auch hier kommt es also darauf an, immer möglichst viel auf einmal zu zapfen, anstatt mit häufigen kleinen Zapfmengen häufige Vorlauf-Verluste zu produzieren.

Das Wasser erst am Durchlauferhitzer mit langer Leitung und entsprechenden einmaligen Verlusten vorgewärmt zu zapfen, um dann zusätzlich zur weiteren Erwärmung die einmaligen Verluste mit der Herdplatte zu verschwenden, wäre also wegen doppelter Verluste offensichtlicher Unsinn.

Wenn ich dagegen ohne Leitung direkt am Durchlauferhitzer das Wasser mit meiner Wunschtemperatur zapfen kann, dann entstehen weder am Durchlauferhitzer noch an der Herdplatte Verluste. Wirtschaftlicher geht es nicht!

Kommt drauf an, wie das Heißwasser aus dem Hahn erhitzt wird. Wenn ihr einen elektrischen Durchlauferhitzer habt, ist es sinnvoller, das kalte Wasser auf dem Herd zu erhitzen.

Wenn das Wasser bei euch mit einer Gas- oder Ölheizung erhitzt wird, ist es zwar nicht energetisch effizienter, das Warmwasser aus dem Wasserhahn zu nutzen, aber dadurch dass die Energie aus Gas und Öl günstiger ist, als Strom, kann es sein dass es günstiger ist, das Wasser aus dem Hahn zu nehmen.

Für ein genaues Ergebnis müsste man jetzt aber ziemlich viel rumrechnen. (Wie viel Liter Wasser fließen aus dem Hahn, bis es heiß wird (bzw. wie viel warmes Wasser bleibt in der Leitung)? Mit welcher Energieform wird das Wasser in der Leitung erhitzt? Kommt das Wasser aus einem Durchlauferhitzer oder einem Warmwasserspeicher von der Heizungsanlage? Wieviel Warmwasser wird entnommen? Wie viel Grad hat das Wasser (also wieviel Energie wird auf der Herdplatte gespart)? Was für einen Herdtyp habt ihr (Gas, Elektro-Gussplatten, Ceran, Induktion)?

Ohne weitere Informationen würde ich sagen, dass es sinnvoller ist, das kalte Wasser auf dem Herd zu erhitzen.

Wenn du natürlich einen Kran hast, der kostenlos heißes Wasser zur Verfügung stellt, ist der Kran die beste Alternative ;-)

Da du gefragt hast was "energetisch effizienter" und nicht was schneller ist, wird der Wasserkocher oder der optimale Topf auf optimalem Herd sein.

Der Wasserhahn muss auf dem Weg durch die Rohre, diese erst komplett mit erhitzen. Ganz ineffizient, da aber eventuell an Drehstrom (Starkstrom) angeschlossen viel schneller.

Nicht verwechseln.

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