Was haltet ihr von modernen evangelischen Freikirchen?

12 Antworten

Hallo hamsterhung95,

Diese so genannten evangelischen Freikirchen oder evangelikalen Kirchen, sind einfach Gemeinschaften die aus verschiedenen Interessen heraus entstanden sind, da ihnen die evangelische Kirche zu liberal oder zu Bibelfremd war. 

Ich selbst bin auch Mitglied einer dieser Freikirchen, die sich meist in größeren Verbänden zusammenschließen. 

Dort fühle ich mich persönlich sehr Wohl. Man hat viele Freiheiten und wird auch nicht dazu gezwungen Geld zu zahlen das nicht da ist. In unserer Gemeinde unterstützt man den anderen wo man kann und tauscht sich auch untereinander über den PERSÖNLICHEN Glauben aus. Es gibt hier nicht den einen Glauben sondern jeder muss sich selbst entwickeln und darf Wachsen. Da ich es unten irgendwo gelesen habe, es ist auch keineswegs so das man sich hier nur in seiner Gemeinschaft zusammenrottet. Nein, im gegenteil. Es finden häufig ökumenische Veranstaltungen statt und keiner ist einem böse wenn man auch mal einen andere Gemeinde besucht. Allgemein sind diese gemeinden immer offen für neues, prüfen das aber zuvor ob es auch mit dem Glauben vereinbar ist.

Wichtig ist hierbei das es sich nicht um gruppierungen wie die Zeugen Jehovas oder 7-Tags-Adventisten -ich will hier niemanden zu nahe treten-Periphrase in der Periphrase-ein kleiner Deutschexkurs um meine grauenhafte Satzzeichensetzung und Rechtsschreibung zu überdecken---handelt die davon überzeugt sind das ihre denkweiße die einzig richtige wäre, sondern einfach um eine Christliche Gemeinschaft, die meist einfach etwas moderner angehaucht ist als in der evangelischen Kirche.

Grundsätzlich ist eine moderne evangelische Freikirche positiv zu bewerten. Es kommt aber immer auf die jeweilige Gemeinde an. Wichtig ist, zu überprüfen, ob das, was gelehrt und gepredigt wird, der Lehre der Bibel entspricht. Alles sollte anhand der Bibel überprüft werden, wie es die Beröer taten (Apostelgeschichte 17,11).

Ich hatte in früheren Jahren mit evangelikal geprägten Freikirchen, oder besser ausgedrückt mit diesen in Freikirchen kleineren Sondergemeinschaften, keine sehr guten Erfahrungen gemacht. Was mich am meisten störte, das war dieses ständige Missionieren. Außerdem haben viele dieser Gemeinschaften  die etablierten Kirchen (weder die Institution Großkirche, noch die einzelnen Christen in den Großkirchen) nicht anerkannt. Ihre Art den Glauben zu leben, war zu sehr auf ihre Gemeinschaften fixiert. Von der Freiheit eines Christenmenschen war da nicht mehr viel übrig.

Wohin das im Extremfall führen kann, zeigt die Geschichte der Colognia Dignitat in Chile. Paul Schäfer war Mitglied einer Baptisten-Gemeinde - es war schade dass durch diese Vorkommnisse eine ganze Freikirche zu Unrecht in Verruf geriet.

Heute bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass jede (gemäßigte) Glaubensrichtung einen Platz bei den Kirchen haben sollte, und dass der Respekt und die Achtung vor Andersdenkenden gewahrt bleibt. Da sind dann Formulierungen wie "eine sektiererische Gläubigkeit" oder "ihr seid ja alles Antichristen" nicht mehr sehr hilfreich.

LA

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