Was genau ist ein Psychopath?

11 Antworten

Hauptsächlich ist es wichtig zu wissen, das Psychopathie einfach nachgewiesen werden kann; durch ein MRT und einen Hormonspiegel.

Durch das MRT werden Hirnregionen beobachtet, die z.B. für die Empathie verantwortlich sind. Diese Regionen werden dann weniger durchblutet.

Bei dem Hormonspiegel erkennt man z.B. wie hoch der Stresslevel in simulierten, normalerweise beängstigenden Situationen ist. Dieser müsste trotz der Bedrohung niedrig bleiben.

Viele Mörder versuchen als Psychopath 'durchzugehen' wenn sie vor Gericht landen, da sie dann in eine gepflegte, freundliche und humane Psychiatrie eingewiesen werden, nicht in ein Gefängnis, weswegen solche MRTs und Hormonspiegel im Zweifelsfall häufig durchgeführt werden.

Nunja, Amokläufer?! Gut, Psychopathen achten nicht auf anderen Menschen, stimmt. ABer die meisten sind nicht so dumm einen Amoklauf zu machen. Sie morden zwar, aber dann gezielt und planvoll. Psychopathen sind meistens Menschen aus normalen Familienverhältnissen, hoher Intelligenz und guten Arbeitsstellen. Sie sind nicht von anderen zu unterscheiden. Jedenfalls äußerlich. Psychopathen sind gelangweilt vom Leben und brauchen etwas, was sie amüsiert und fesselt, Morde. Sadistische Morde. Vielleicht klingt es verrückt, aber ich würde Psychopathen nicht unbedingt als total gestört darstellen. Sie sind nur, anders. Und als Psychopath beleidigt zu werden, daran fidne ich nichts schlimmes. Das wurde ich ja auch früher, nur weil ich früh reif war und die Welt anders gesehen habe. (Nicht in der rosaroten-Brillen Perspektive). Sind Psychopathen nicht eigentlich sehr fesselnt? Die Art wie sie vorgehen, planen und denken. Ihre Lebenweise, ihre unersättliche Langeweile. Was ist an Psychopathen nicht menschlich? Sind solche Fragen nicht interessant? Ich interessiere mich für soetwas sehr und abgesehen davon, kenne ich sogar einen Psychopathen und er ist nach meiner Beurteilung absolut genial. Wie er die Menschen manipuliert und zu seinem Vorteil ausnutzt, wie rational und gefühlskalt sie vorgehen und sie Welt sehen. Ich würde sogar sagen, sie haben einen riesigen Vorteil, besonders in Sache: Karriere. Denn solches Können, ist da mehr als nur gewünscht.

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ja und wegen solchen menschen ist die welt am arsch!!

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Man beachte bitte, dass Psychopath von seiner Wortbedeutung von einer „leidenden Seele“ spricht und nicht von dem Nachbarn, der immer so nett grüßt und von dem man sich zur persönlichen Unterhaltung vorstellt, dass er jeder Zeit zum Massenmörder werden könnte, davon träumt oder sogar Nachbarskinder im Keller zu den Klängen eines verstimmten Klaviers [hier bitte Deine favorisierte Grausamkeit einfügen].

Das Wort „Psychopath“ war ursprünglich eine Diagnose, also ein Werkzeug, um leidenden Menschen zu helfen. Die sehr seltene Ausnahme des sog. Soziopathen, also der wohl schwersten Form und Ausnahmeerscheinung der heute sog. „Antisozialen Persönlichkeitsstörung“, wurde zum Sinnbild für den „Psychopathen“, welchen die vermeintlich Normalen, wie oben erwähnt, nur mit Ski-Maske kennen und der zu Menschenfleisch am liebsten Chianti trinkt.

Pseudowissenschaftliche Adaptionen in solchen Gesprächsrunden, wie dieser hier, haben dem medizinischen Werkzeug sehr geschadet und den Begriff negativ besetzt und letztlich auch die erkrankten diskreditiert. Dabei war der Begriff der leidenden Seele letztlich ein allgemeiner Begriff, unter dem man unzählige „seelische Probleme“, welchen Menschen das Leben schwer gemacht haben, zusammengefasst hat.

Es blieb also der Medizin nichts anderes übrig, ihre Diagnose(n) umzubenennen, zumal daraus ein Schimpfwort geworden war. Das gilt auch für andere, wie z.B. der „Hysterie“, welche ursprünglich auch etwas anderes bedeutet hat, als nervenaufreibendes Herumgekreische und deshalb heute „Histrionisch“ heißt.

So ist der Begriff „Psychopathie“ heute ein Stellvertreter für eine seltene Unterkategorie der sog. „Persönlichkeitsstörungen“. „Gestörte Persönlichkeit“ ist der Ersatz für eine „leidende Seele“ und dies bedurfte es nur, weil letzterer als kindliche Beleidigung und ausgrenzendes Stigmata von einer „normalen“ Gesellschaft genutzt wurde. Entschuldigt bitte, wenn ich mich wiederhole und es vielleicht polemisch klingt, aber mich hat das auf gut Deutsch halt sauer gemacht; nicht zuletzt, zumal das kein Einzelfall ist.

Und wenn ich nun bei Google „Was sind Psychopathen“ eingebe und noch vor diesem Thread einen Artikel vom P.M. finde, welcher einleitet mit „In Deutschland leben 1 Mio. Psychopathen [...] Und sie sind gefährlich.“, dann frage ich mich doch, wer hier wirklich gefährlich ist – die suggerierten / herbei fantasierten und polemisierten 1 Mio. potentiellen Sadisten und Mörder oder die Menschen, welche durch Missbrauch von Diagnosen die Arbeit von vielen Psychiatern und Therapeuten erschweren und Menschen, die selbst (denn das kann man letztlich nur selbst) an ihrer Heilung arbeiten, solche Steine in den Weg und ihren ungebildeten Mitmenschen solche verbalen Steine in die Hand legt.

Die Persönlichkeitsstörungen sind vielfältig und werden in auf der Welt unterschiedlich eingeteilt, weil sie lediglich der verwalterischen Kategorisierung und als Diagnose wohl nur als Ausgangspunkt dienen, um das individuelle Problem des Patienten zu erfassen und zu behandeln.

Wer sich also die Kategorisierungen der ICD-10 mal hier anschaut (http://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung), der sieht, dass die eigentlichen Psychopathen Ski-Masken wohl nur beim Ski-Fahren tragen. Ich will nicht behaupten, dass das Umfeld eines Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung nicht auch in Mitleidenschaft gezogen wird. Wer mal versucht hat, mit einer / einem Borderleiner*Inn eine Beziehung zu führen weiß das sicher. Oder versucht hat, bestimmte Menschen mit Angstneurosen aus diesem Bereich mal mit ins Kino oder in die Straßenbahn zu nehmen.

Solche Menschen leben in der Tat mit vielerlei destruktiven Gedanken, erleiden teilweise fürchterliche Vorstellungen und auch wenn nur einige (wie u.a. Borderliner) autoagressives Verhalten zeigen, so leiden sicherlich alle unter ihren massiven Problemen.

Ich beziehe mich mit meinen Aussagen hier stark auf das Buch „Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen“ von dem Psychiater Eckart von Hirschhausen, dessen Standpunkt ich hier versucht habe in kurzen Worten und aus meiner Sicht wieder zu geben und dessen Buch einen stark aufklärerischen Charakter hat und viel über die verschiedenen Krankheitsbilder berichtet.

Mein Appell an Euch, als jemand der echte und ganz unterschiedliche Psychopathen zum Freund hat und einen langen Weg mit ihnen gegangen ist: Bitte bitte bitte lernt mehr über die die Hintergründe von psychischen Problemen und Erkrankungen und darüber, wie erfolgreich und bewundernswert Menschen damit umgehen. Denn letztlich wird jeder von Euch auf Menschen mit solchen Problemen treffen und Unaufgeklärtheit führt nur zu noch mehr Mobbing und Diskreditierung am Arbeitsplatz, in der Schule und Fehlverhalten von Erwachsenen im Umgang mit den immer mehr werdenden „verhaltensauffälligen“ Kindern. Lernt den Unterschied zwischen wahnsinnig Normalen und einem eigentlich ganz normalen Wahnsinn kennen.

Danke für’s lesen :o)

Danke, dass es denkende Leute wie dich gibt. Es ist für mich immer wieder unendlich beruhigend Gleichgesinnte wie dich unter so viel, ich sag jetzt mal Verblendeten und vor lauter Vorurteilen nur so platzenden, Menschen zu finden. Vorallem in Lebenssituationen wie meiner aktuellen. Ich hoffe, dass du das hier noch siehst, auch wenn dieser Thread hier ja mittlerweile schon 4 Jahre auf dem Buckel hat, denn ich erlaube mir nicht oft, Menschen wie Dir mitzuteilen wie ähnlich ich empfinde aus der Angst davor, Google und Co zu tiefe unvermeidliche Einblicke in meine Gedanken und meine eigentlichen Interessen zu geben und aus der Angst vor den möglicherweise einhergehenden Folgen in Form von Reaktionen der von Dir oben beschriebenen 'normalen' Gesellschaft. Also einfach ein dickes fettes Danke an Dich! Du hast mir in diesem Moment das gegeben was ich unbedingt gebraucht habe; das Gefühl nicht ganz allein zu sein.

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