10 Antworten

Heutige Charts höre ich gar nicht, außer ich werde dazu gezwungen (auf Partys oder so). Das meiste, was es heute an Pop und Rap gibt, ist ziemlich grausam und hat mit Musik als Kunstform nicht mehr viel zu tun.

Allerdings finde ich auch schon seit den 90ern, dass es immer weniger gute Musik gibt, aber da gab es immerhin noch Radiohead oder Tool, als Beispiele.

Die 70er sind für mich defintiv das Jahrzehnt mit der besten Musik. Progressive Rock wie Pink Floyd, Genesis, Yes oder Hard Rock wie Led Zeppelin, Deep Purple oder Black Sabbath war damals erfolgreich. Von Musik, die diese Qualität hat, sind die heutigen Charts weit entfernt.

Ich m/13 finde die Charts persönlich absoluten Schrott. Ich selbst wurde von meinen Eltern mit Funk,Soul und HipHop aufgezogen. Ich höre heutzutage meistens 80/90s English HipHop wie 2Pac, Biggie und Nas

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@ItachiUchiwa

Ist jetzt auch nicht so meins. An altem Hip Hop höre ich eigentlich nur Eminem. Besser als heutiger Rap ist es auf jeden Fall.

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Jugendlich bin ich nicht mehr :), kann aber auch keine negative Entwicklung feststellen.

Ich bin durch sämtliche Genres und Musikbewegungen gestolpert, habe die Charts so nebenbei als unbedeutend empfunden und vor oder bis 2005 waren sie weder besser noch schlechter. (Einziger Patzer, deutscher Rap/HipHop ist einfach nur peinlich)

Wirklich interessante Musik kommt nie oder höchst selten in die Charts.

Mit dem älter werden neigt man dazu, ältere Musik aus seiner prägenden Lebensphase zwischen 10-30 Jahre, mehr zu mögen als aktuelle.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Kenner, -Liebhaber innovativer Musik in fast allen Genre

Diese Top 200 zeigen ein sehr interessantes Bild, das vor allem aus 2 Teilaspekten besteht:

  1. Die sogenannten Hitradiosender mit ihrem Versuch, ein breites Publikum anzusprechen, prägen den Verkaufserfolg weit weniger in der Vergangenheit. Die auf sie zugeschnittenne Produktionen sind in den Verkaufscharts eine klare Minderheit. Man könnte sagen, Radio ist tot.
  2. Die extrem hohe Dichte von reiner Jugendmusik, die von fast keinem volljährigen gehört wird, zeigt deutlich, dass eine neue Formel zur Verechnung von Tonträger- und Downloadverkauf, sowie Streamingabos nötig ist. Das Bild ist deutlich zugunsten einer Konsumentengruppe verzerrt, die nur noch streamt, die aber angesichts der Bevölkerungsstruktur eindeutig nicht die Mehrheit aller Musikhörer repräsentiert.

Den zweiten Punkt habe ich mir so noch gar nicht überlegt. Hat aber was.

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@01AndiPlayz

Die Charts sind ja nicht mehr einfach Verkaufscharts, bei denen Platten gezählt werden. Sie werden aus allen Vertriebswegen zusammengerechnet.

Würde man, wie früher, nur Platten und CDs zählen, wäre das Bild eindeutig in Richtung der Musik verschoben, die von Älteren gehört wird, die Musik der Jugend, die kaum noch physische Tonträger kauft, käme in den Charts kaum vor. Deswegen werden die Verkaufszahlen aller Vertriebswege verrechnet. Die Herausforderung dabei ist, durch die richtige Gewichtung ein repräsentatives Bild herzustellen. Das klappt zur Zeit nicht.

Bei den Singlecharts kommt eine ganz neue Herausforderung dazu. Früher konnte man nur Songs als Single kaufen, die offiziell als Single veröffentlich waren. Heute kann man jeden beliebigen Albumsong als Download oder Stream kaufen. Wenn ein bekannter Künstler ein erfolgreiches Album rausbringt, kann es passieren, dass er wochenlang im Alleingang die Top 10 füllt. Das verzerrt das Bild. Sie einfach nicht zu zählen würde das Bild aber noch stärker verzerren.

Eine funktionierende Berechnungsgrundlage zu schaffen, die möglichst repräsentative Ergebnisse abbildet, ist eine undankbare Aufgabe.

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@eieiei2

Ich würde dazu vielen Leuten und den Medien den Vorschlag machen den Blick weg von den Charts zu nehmen. Ich finde es persönlich nicht sehr interessant was die Mehrheit hört. Daran ändert sich auch nichts wenn die Charts die Bevölkerung noch besser repräsentieren würden.

Natürlich freue ich mich wenn ein Künstler dessen Machen ich unterstütze ausnahmsweise in den Charts auftaucht - mehr als ein kurzes Lächeln ruft das aber bei mir nicht hervor.

Vielleicht kannst du mir ja sagen, was der Sinn der Charts sein soll. Den einzigen den ich sehe ist es, in der Zukunft zurückzublicken welche Musik zu jener Zeit beliebt war. Das gibt natürlich einen schönen einblick in die Gesellschaft zur damaligen Zeit - vorausgesetzt die Charts werden korrekt berechnet.

LG Andi

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@01AndiPlayz

Die Charts sind im Prinzip nichts anderes als eine Werbeveranstaltung. Das ist, wie wenn eine Firma ihres Jahresbilanz mit einer öffentlichen Veranstaltung oder großangelegter Medieninformation vorstellt. Es ist keine reine Information, es ist immer auch Werbung, der Firmenname wird in positivem Zusammenhang genannt. So sonnt sich auch die Musikindustrie in der Veröffentlichung der Charts und tut so, als seien diese Zahlen für jeden Bürger wichtig. Wenn sie es oft genug erzählen, wird es schon jemand glauben, so funktioniert Werbung.

Natürlich hat das nichts damit zu tun, ob die Musik in den Charts wirklich gut ist. Für mich ist sie das, mit vereinzelten Ausnahmen, schon lange nicht mehr. Da stimme ich Dir voll zu. Und zwar egal, ob gerade irgendwelche Dudelradiomusik oder Teeniemöchtegerngangsterrap die Charts dominiert.

Es bleibt, wie Du auch völlig richtig feststellst, der geschichtliche Aspekt. Wenn man sich jahrzehntealte Charts/Hitparaden ansieht, dann bilden sie ab, welche Musik damals von einer Mehrheit gekauft wurde. Die Berechnung war damals extrem einfach, es gab ja nur Tonträger mit Alben und Singles.

Klar, es gibt schon lange Manipulationsversuche, z.B. Selbstaufkauf tausender Platten um einen hohen Charteinstieg zu erreichen. Trotzdem konnte man mit diesen Zahlen mehr anfangen als mit denen, die heute anhand von Formeln berechnet werden, die als Firmengeheimnis gelten. Mediacontrol, Billboard und wie die Chartmacher alle heißen, sind ja keine gemeinnützigen, staatlichen oder unabhängigen Organisationen, sondern Wirtschaftsunternehmen, die eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen.

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@eieiei2

Ich selbst höre praktisch nur "Gangsterrap" (ich bin kein Fan von dem Begriff da er viele negative Vorurteile mit sich trägt). Das heisst also konkret, dass ich persönlich mit dem was in den Charts läuft nur selten etwas anfangen kann (Wenn es mal ein Kollegah in die Charts schafft zum Beispiel).

Ich finde das ganze Thema sehr interessant, in meiner Altersgruppe (ich bin 20 Jahre jung) galt es eigentlich immer als "uncool" Chartmusik zu hören. Heute brüsten sich 14 Jährige damit, dass ihr Capital Bra wieder in den Charts ist. Das soll jetzt gar nicht negativ gegen die Musik oder jüngere Leute sein, ich finde es nur interessant wie schnell sich solche Dinge ändern.

Generell halte ich aber wenig von den Charts. Schlicht weil meiner Meinung nach das Gewicht der Charts in der Medien- und Musikwelt zu gross ist, dafür dass es sich um ungenaue Berechnungen handelt.

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@01AndiPlayz

Kollegah, der Gangster :D , sein Coachingzeugs geht schon fast in Richtung Wirtschaftskriminalität, das war's aber auch schon. Davon abgesehen halte ich ihn inhaltlich nicht für besser als Capital Bra, Mero und all die anderen, die heute die Dreizehnjährigen hören. Mag sein, dass er wesentlich komplizierte Reime benutzt, aber man kann auch Unsinn kompliziert ausdrücken.

Man gewinnt fast den Eindruck, als gäbe es keine wichtigen Themen mehr, über die man reden könnte. Und das in einer Zeit, in der die Gesellschaft zerfällt und die Erde brennt. Unglaublich. Früher war Rap wenigstens für einen Teil der Gesellschaft inhaltlich relevant.

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@eieiei2

Kollegah ist kein Gangster - wie eben fast alle Gangterrapper 2019. Den Hörern geht es nicht darum ob er privat Rauschgift handelt oder nicht. Es geht nur um die Musik.

Kollegah hat sehr viele tiefsinnige Texte und auch viele lustige Texte. Wofür ist er aber bekannt? Für Alben wie JBG, für Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus. Ich verstehe auch dass Leute von ausserhalb der Szene diesen Eindruck gewinnen können aber der Wahrheit entspricht es realistisch betrachtet nunmal nicht. Oder hat ein einziger anderer Rapper behauptet er wäre Antisemitisch? (Noch nichtmal sein musikalischer Erzfeind der öffentlich das Judentum auslebt und sich darüber definiert) Es geht dabei um pure Unterhaltung.

Beispielsweise der Song Infinitum auf dem neuen Album ist an seine Frau gerichtet und extrem Tiefsinnig. Es gibt bei Kollegah sehr viel Gesellschaftskritik die hinter Reimen, Bassschlägen und Zigarren-Rauchgeräuschen versteckt ist.

Ich möchte noch anmerken dass ich die Inhalte eines Capital Bra's gar nicht kritisiere. Ich höre es nicht aber solange die Musik nicht indiziert wird gibt es damit kein Problem. Und genau das ist Kollegah wohl schön öfter passiert als Capital Bra. Schade ist ja, dass Capital aus der Freestyle-Szene kommt und eigentlich ein guter Texter wäre. solche Musik wäre aber nicht Charts-konform.

LG Andi

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Ich sehe gerade, da fehlt was.

Es sollte heißen

weit weniger ALS in der Vergangenheit

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Oder bin etwa alt geworden?

Nein, keine Sorge - bist du nicht.

Wie heutige Jugend darüber denkt, kann ich, trotz meines Alters von 19 Jahren, nicht pauschal beantworten. Ich denke aber das Jugendliche eher davon begeistert sind, insbesondere wenn es sich um diesen "Deutschrap" Schrott handelt. Die Popmusik ist meiner Meinung nach ebenfalls nichts mehr besonders.

Persönlich kann ich mit den Charts seit circa 2012, rein gar nichts mehr anfangen - und damals war es schon schwieriger etwas gutes zu finden. Die heutige Musik hat sich leider wirklich zum negativen entwickelt. Früher konnte man noch die Musik hören, die im Radio lief - für mich ist dies nicht mehr möglich.

Hoffe du kannst etwas mit meiner Antwort anfangen!

Gruß! c:

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Mir gehts genauso...

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Ich möchte gerne als Repräsentant der Deutschrap-Szene, dass zwischen Deutschrap (höchst selten in den Charts, wenn dann Albumcharts) und Pop mit Rap-Elementen (z.B. Capital Bra) unterschieden wird.

Mit jenem "Rap" in den Charts kann nur ein Bruchteil der wirklichen Raphörer etwas anfangen.

Ich sage nicht, dass die Musik schlechter sei, das würde ich mir nicht anmassen, ich halte es nur objektiv betrachtet nicht für Rap.

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Ich bin selber "in der Jugend", und ja es ist schon irgendwie schlimm das nur Rap Lieder in den Charts sind das stimmt, andererseits ist Rap aber auch eine coole Musikart.

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