Was bedeutet Relativismus?

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Relativismus: Man gehe am besten vom Wortsinn aus: relativ = im Verhältnis zu etwas stehend (bezüglich), bedingt; relativieren = zu etwas anderem in Beziehung setzen, einschränken. Eine gute Definition liefert Wikipedia: „Relativismus ist eine philosophische Denkrichtung, in der davon ausgegangen wird, dass die Wahrheit von Aussagen stets bedingt ist. Das bedeutet, dass jede Aussage auf Bedingungen aufbaut, deren Wahrheit jedoch wiederum auf Bedingungen fußt und so fort. Diese Reihe von Bedingungen endet laut dem Relativismus letztendlich in historischen und damit willkürlichen Festsetzungen oder in bloß subjektiven Überzeugungen, nicht aber in un-bedingten, also absolut gültigen Wahrheiten. Wahrheit ist damit relativ“. Der Relativismus ist also eine Lehre, welche die absolute Gültigkeit einer Aussage oder Erkenntnis in Zweifel zieht (relativiert). In Bezug auf den Glauben spricht der Papst öfter vom „Relativismus“, der sich in Europa breit gemacht habe. Damit meinte er wohl den Agnostizismus (man könnte auch sagen: gemäßigten Atheismus), der die Glaubenssätze des Christentums und anderer Religionen in Zweifel zieht, weil sie sich nicht (wissenschaftlich) beweisen lassen. Selbstverständlich wird auch die Aussage: „Allah ist Allah und Mohammed ist sein Prophet“ oder: „Gott sandte seinen Sohn Jesus Christus, der die Menschheit durch seinen Tod am Kreuz erlöst hat“, von den Agnostikern „relativiert“, weil diese (gemäßigten) Atheisten keinen Beweis für die Existenz Allahs oder Gottes sehen. Sie leugnen nicht direkt die Existenz Gottes, aber sie halten es genauso gut für möglich, dass Gott nicht existiert. An dieser agnostischen Haltung kann man den Standpunkt des Relativismus am deutlichsten erkennen: Es gibt für sie keinen festen Grund, sondern nur einen schwankenden Boden, auf dem sie schlecht und recht stehen (oder auch umfallen). In Fragen der Moral ziehen sie selbstverständlich auch einen festen Standpunkt in Frage: moralische Regeln sind für sie nur von „relativer“ Gültigkeit. Mit einem Anhänger des Relativismus zu diskutieren ist schwer, sie ziehen sofort alles in Zweifel, einen festen Standpunkt in irgendeiner Frage lehnen sie ab. Sie sind also in der Diskussion richtige Sophisten (auch die Sophisten hat man oft Relativisten genannt).

Es bedeutet, dass die Wahrheit stets relativ ist, je nachdem welche Argumente bekannt sind und zum bilden der Wahrheit hergenommen werden können.

Die widerlegte Haltung, dass es keine Wahrheit gibt. Sie lässt sich ganz einfach widerlegen:

Der Relativismus will die Wahrheit über die Wahrheit sein, in dem er behauptet, das es keine Wahrheit gibt. Man kann nicht X von Y sein, wenn X nicht existiert.

Das ist falsch. Der Relativismus besagt u.a. dass es keine objektiv/absolute Wahrheit gibt und nicht "keine Wahrheit".

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