Was bedeutet Linksliberalismus?

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4 Antworten

Gute Frage - so völlig einig sind sich wohl auch nicht die Linksliberalen. Der Begriff wird manchmal auch verwendet, um rein linke Politik besser klingen zu lassen.

Linke Liberale sind normalerweise eher für den Sozialstaat als rechte Liberale. Allerdings: Im Kaiserreich gab es linke Liberale wie Richter, die gerade gegen den Sozialstaat waren. Richter war "links", weil er er mehr Rechte für das Parlament forderte.

Bürgerrechtsliberalismus setzt sich für die Freiheit des Einzelnen ein. Das hat dann nicht unbedingt so viel mit dem Sozialstaat zu tun.

Ein weiterer Ansatz bei Linksliberalen: Negative Freiheit ist Freiheit von etwas, also von einem bösen Staat. Positive Freiheit ist die Möglichkeit, etwas zu tun - also Bildungschancen, die einem die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg geben. Stichwort "Chancengleichheit". Der Sozialstaat würde in so einem Fall dem Armen also nicht Geld geben, nur weil er arm ist, sondern Geld, damit er eine Ausbildung machen kann. Die Bildungsgutscheine gehen in diese Richtung.

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Kommentar von kosbishow
13.11.2016, 16:49

Vielen Dank!

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"linksliberal" ist häufig nur eine Kurzbezeichnung für eine Koalitionsregierung aus SPD und FDP, wie wir sie in Dland ja jahrelang hatten. Und für Leute, die diese Koalition gut fanden.

Ich bin mir nicht sicher, ob es einen eigenständigen und konsistenten  "Linksliberalismus" als politische Theorie überhaupt gibt - es ist vielleicht nicht mehr als die Meinung, dass eine Koalition aus Linken und Liberalen gar nicht so schlecht ist ...    (das grösste begriffliche Problem dabei dürfte sein, dass es Liberale in sehr sehr unterschiedlichen Varianten gibt)


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Heutige Linksliberale sind gegen Rechtsextremismus, gegen Konservatismus, gegen Nationalismus, meist auch gegen Patriotismus.  Sie sind für den Ausbau des Sozialstaats, für hohe Besteuerung der Oberschicht, für individuelle Freiheitsrechte, für offene Grenzen und viel Einwanderung, für Gender Mainstreaming, für Homoehe und Homoadoption, für die Brüsseler EU. Der Übergang zu Linken ist oft fließend. Oft gehören sie zu den gebildeten, wohlhabenderen Schichten. 

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Sozialismus und Liberalismus schließen sich aus, daher kann alles "Linke" beim Liberalismus, bestenfalls nur eine bloße Tünche sein.

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