was bedeutet "ins Verdienen bringen"?

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5 Antworten

Es bedeutet wörtlich "Provision durch die Hintertür". Die Versicherungsbranche versucht Neulinge mit dubiosen Bezahlmodellen zu ködern. Die Formulierung besagt, dass Sie vorschüssige Geld erhalten - egal was und wie viel Sie verkaufen - Sie aber gleichzeitig Schulden anhäufen, wenn Ihre Verkaufszahlen nicht stimmen. Dazu ein paar Beispiele:

12.000€ Garantieeinkommen im ersten Jahr

24.000€ Auszahlung im ersten Jahr (man geht ja davon aus, dass Sie Verträge bringen)

18.000€ Reale Vertragsprovisionen

06.000€ Schulden

Die Schuldenfall - Was jetzt?

Entweder Sie bezahlen die Schulden (was eher unwahrscheinlich ist) oder Sie sind in der modernen Sklaverei angekommen. Jetzt müssen Sie dort weiter anschaffen und Verträge beibringen, wodurch Ihr Saldo dummerweise wächst. Wie man Sie dann behandelt können Sie sich vermutlich ausmalen oder auf dubiosen Seiten nachlesen!

Ist doch alles nicht so schlimm? -> Doch!

Wenn man Ihnen Bestand anbietet, ist das in der Regel Resteware wo sich schon andere versucht haben oder x Kollegen bereits gescheitert sind, sofern es nicht ohnehin nur noch alte und/ oder arme Leute sind. Warum sollte ein Vertriebsleiter Ihnen gute Bestände geben statt diese selbst zu farmen, hm? Ihre Provisionen unterliegen einer Stornohaftung, d. h. alle hochlukrativen Geschäftsfelder (Renten- & Lebensversicherung, private Krankenversicherungen) haben ein fünfjähriges Risiko, dass Sie Provision (teilweise anteilig) erstatten müssen, wenn der Vertrag nicht weiter bedient wird.

Empfehlung

Sollten Sie, die Frage lässt es vermuten, Anfänger in der Branche sein, seien Sie bitte extrem vorsichtig. Sollten Sie Quereinsteiger werden wollen, lassen Sie es bitte komplett oder suchen Sie eine Firma, welche Ihnen mittels einem echten Fixum eine reele Chance auf einen stressfreien Einstieg ermöglicht.


PS. Sofern die Antwort hilfreich war, würde ich mich über eine Plus oder einen Stern freuen, danke!

Sicher gut beschriebe, aber ziemlich viele Annahmen.

Auch eine Gesellschaft, die Ihren Außendienst anstellt und ein Gehalt zahlt (z.B. Debeka) wird sicher dem Mitarbeiter klarmachen, dass er sein Gehalt "ins Verdienen" bringen muss.

Jeder ist selber oder mit seiner Abteilung heutzutage ein "Profitcenter". Wer seinen Arbeitgeber/Vertragspartner mehr kostet, als er einbringt hat schlechte Karten.

Das System an sich muss also nicht schlecht sein. Es kommt auf den Inhalt des Vertrages an.

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@Bleistein

Bleistein hat mit seiner Formulierung Recht, vergisst aber eine wichtige Info. Der Festangestellte hat soziale Absicherung etc., die der Selbstständige nicht hat. Zusätzlich können nach Beendigung seiner Dienstzeit die Stornos fast gar nicht eingefordert werden, während hier bei HVs oft eine regelrechte Hinrichtungsorgie praktiziert wird. Aber grundsätzlich ist der Einwand berechtigt!

Achja, und danke den Kollegen fürs DH! :)

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Du bekommst lediglich einen Vorschuss. (sprich man leiht Dir das Geld erst mal quasi nur).

Und eben dieser Vorschusss wird mit Deiner tatsächlichen Provision (je mehr Du eben verkaufst) verrechnet.

Hast Du mehr verdient, als Du eben per Vorschuss bekommen hast, erhältst Du dies eben nachträglich. Hast Du jedoch tatsächlich weniger verdient, als Du bereits bekommen hast, musst Du dies i.d.R. immer am Jahresende bei der großen Abrechnung nachzahlen. Und das kann durchaus nach hinten losgehen, wenn Du jeden Monat Geld bekommst, dies bereits ausgibst und dann heißt es plötzlich: "Herr X, es sind noch .... Euro offen. Die hätten wir jetzt gerne wieder."....

klasse, jetzt weiß ich bescheid. vielen Dank

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Gehalt ist eigentlich ein vertraglich geregeltes und regelmäßig bezogenes Entgelt für das Ausüben einer festen Tätigkeit bei Angestellten. Dir wird jedoch nur vorgegaukelt, dass du ein Gehalt erhälst. In Wirklichkeit muss du jeden Cent über eine Provision ins verdienen bringen. Da kannst du gleich auf das Gehalt verzichten und eine reine Provisionsvereinbarung unterschreiben. -- Der Nachteil beim "Gehalt" ist, dass du schnell ins Minus kommst und jeden Monat weitere Schulden bei deinem Arbeitgeber anhäufst, die er bei dir einklagen wird, wenn du einmal die Firma verlässt. --- Provisionsvereinbarungen für Menschen, die wissen was sie tun, sind gut - denn diese Mitarbeiter lassen sich nach Leistung bezahlen.

Du musst so viele Versicherungen verkaufen,dass du mit der Provision das Garantiegehalt,das dir gezahlt wird,ausgleichst,und noch besser übertriffst.

Schaffst du den Ausgleich,wird dir die darüber hinausgehende Provision zusätzlich ausgezahlt.

Es heißt immer die Versicherungsfritzen verdienen so viel Geld.

Das ist relativ weil sie nämlich für 5 Jahre um ihr Geld kämpfen müssen. Beispiel: Lebensversicherung: Nach Abschluss erhält der Vermittler eine Provision von z.b 1000€ Das klingt als wäre das viel Geld. Jetzt kommt der Kunde aber nach 2 1/2 Jahren und kann die Beiträge nicht mehr bezahlen...Kündigung. Jetzt bezahlt der Vermittler obwohl er alles richtig gemacht hat die Hälfte seines Geldes zurück. Ja, der Vertrag läuft schon 2,5 Jahre. Trotzdem. Das nennt sich Stornohaftung. Von diesem geliehenen Geld muss der Verkäufer aber seine Kosten bezahlen. Büro, Auto, Mitarbeiter etc...
Ein Vertrag ist deswegen ers "im Verdienen" wenn er die Stornohaftungszeit überstanden hat. Ähnlich ist es übrigens auch wenn der Vermittler Provison an Dritte oder den Kunden abgibt.... Der Vermittler haftet und bekommt vermutlich nichts vom Kunden zurück. Konnte ich damit helfen? Eine positive Bewertung würde mich freuen.

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