was bedeutet dieser Satz in jedem zweiten schrott-werbespot im TVdas angebot gilt nur für personen mit wohnsitz in schleswig holstein?

6 Antworten

Deutschlandweit sind Online-Casinos verboten (und damit auch deren Wrbung). Einzige Ausnahme bildet hir das Bundesland Schleswig-Holstein welches mehreren Online-Casinos noch vor dem bundesweiten Verbot noch mehrjährige Genehmigungen ausgestellt hat, die aber allesamt spätestens im Frühjahr 2019 ausgelaufen sind. SH plant allerdings gerade, diese Lizenzen bis 2021 zu verlängern. Damit befinden sich die Anbieter aktuell in einer Art Grauzone.

Solange die Casinos erlaubt sind, ist auch deren Werbung erlaubt - allerdings eben nur in Schleswig-Holstein. Dshalb wird am Ende des Spots ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich das Angebot nur an Menschen mit Wohnsitz oder überwiegendem Aufenthalt in SH richtet.

Allerdings sprechen wir hier vom Internet... und da ist es ja bekanntlich ziemlich schwierig, den genauen Standort eines Users zu lokalisieren (vor allem dann, wenn man es nicht oder nur halbherzig versucht). Und da die Casinos deutschlandweit im TV werben ist es ein offenes Geheimnis, dass die Casinos natürlich sehr wohl mit ihrer Werbung inoffiziell auch Menschen außerhalb Schleswig-Holsteins anwerben wollen.

Deshalb überlegt man gerade, deutschlandweit ein TV-Werbeverbot für Onlinecasinos zu erlassen. Damit dürften dann auch die in SH legalen Casinos nicht mehr auf diesem Wege werben und auch nicht diejenigen, die im Ausland gemeldet sind.

In solchen Sachen sind die Casinos allerdings recht schlau. Eine andere Möglichkeit wäre nämlich, wie teilweise schon praktiziert, für eine deutsche Webite zu werben, auf der es selbst gar kein Glücksspiel gibt - auf der sich aber ein externer Link zu einer im Ausland gemeldeten Seite gibt, wo dann das Glücksspiel stattfindet.

Mich nerven die TV Spots auch total und sie erfüllen auch keinen besonderen Nutzen, sondern leiten vor allem Mensch mit einer Spielsucht dazu an sich das Geld auf solchen Portemonnaies aus dem Portemonnaie zu spielen.

Zu lesen, dass die TV Spots trotzdem noch geduldet werden macht mich echt sauer

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,,Wer will, kann es ganz leicht haben: Das Glücksspiel um Geld im Internet, zum Beispiel bei Anbietern wie Wunderino oder Onlinecasino.de. "Legal, Sicher, Fair", so wirbt Onlinecasino.de für seine Internet-Glücksspielangebote. Seit dem 19.12.2012 habe man eine Glücksspielgenehmigung des Landes Schleswig-Holstein, heißt es. Doch Recherchen des NDR und der "Süddeutschen Zeitung" zeigen: Die schleswig-holsteinische Lizenz des Casinos ist bereits erloschen, und das Glücksspiel ist damit nach deutschem Recht verboten. Nur noch ein Online-Anbieter besitzt noch eine gültige Lizenz und auch die läuft am 6. Februar 2019 aus."

Quelle: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Das-abgelaufene-Geschaeft-der-Online-Casinos,onlinecasino102.html

Glücksspiele unterliegen der Erlaubnis von Papa Staat, angeblich um die Glücksspielsucht zu bekämpfen, in Wahrheit geht es Papa Staat nur darum alles von fetten Kuchen abzubekommen. Die Einnahmen aus der Wettsteuer sollte man nicht unterschätzen.

Das Land Schleswig Holstein hat aber aber eine Wettspielerlaubnis einen privaten Anbieter verteilt, rechtlich ist das möglich. Ob die nur das Bundesland oder bundesweit gilt, ist rechtlich umstritten. Um einen möglichen Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen, wir halt gesagt "nur in Schleswig Holstein". Wer spielen will, wird es eh ignorieren.

Offensichtlich ist diese Erlaubnis inzwischen ausgelaufen.

Wenn Glücksspiel-Casinos nur in Schleswig-Holstein erlaubt sind, wundert es mich, dass die Ausstrahlung der TV-Werbung dafür nicht kostensparend auf das entsprechende Nielsen-Gebiet reduziert wird.

Weil es sich nicht lohnt

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@xyz911

Wies sohnt sich das nicht? Eine Ausstrahlung in einem einzigen Nielsen-Gebiet ist doch deutlich billiger als eine nationale Ausstrahlung.

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@mychrissie

Man möchte ja aber Kunden von überall. Und per Satellit beispielsweise lässt sich ja eh schlecht regional filtern.

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@xyz911

Ja, aber was nützen "die Kunden von überall", wenn sie gar nicht mitspielen dürfen, falls sie keinen Wohnsitz in Schleswig-Holstein haben?

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@xyz911

Aber es könnte Einschaltkosten sparen. Ich habe 40 Jahre lang Werbeagenturen geleitet und weiß, dass die Einschaltkosten weit, weit höher sind als die Produktionskosten eines TV-Spots. Und diese wiederum orientieren sich an der Anzahl der Einschaltgebiete.

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@mychrissie

Damit würden sie ja auch die Anzahl der Leute, die die Werbung sehen auf diejenigen verkleinern, die es dürften. Dass der Großteil der Zuschauer nicht teilnehmen darf, interessiert die Unternehmen nicht.

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@xyz911

Wenn ein Unternehmen die Schaltkosten verringern könnte, indem es zielgruppengerecht kommuniziert, dann verstehe ich nicht, dass es das nicht tut. Obwohl mir das in diesem Fall natürlich persönlich wurscht ist.

Ich würde es jedenfalls nicht tun, wenn ich in der Werbeagentur dieses Unternehmens der Mediaplaner wäre.

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@mychrissie

Die Unternehmen wissen ja, wo sie werben müsdten, damit sie überhaupt legal an Kunden kommen. Ebenso wissen sie aber auch, das potentielle Spieler sich von dem Satz nicht abschrecken lassen.

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@xyz911

Okay, das wäre ein Argument. Ich weiß natürlich nicht, ob das Unternehmen bereit ist, eine teure Abmahnung in Kauf zu nehmen, wenn es Leute mitspielen lässt, die das eigentlich nicht dürften.

Ich bin davon ausgegangen, dass sich in diesem Fall alle an die entsprechenden Vorschriften halten.

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