Was bedeutet de facto Diskriminierung?

5 Antworten

Die Antwort von Rotreginak02 ist sehr gut. Sie hat beantwortet was "de Facto Diskriminierung" bedeutet. Aber man kann die Frage auch anders lesen: Was bedeutet in Wirklichkeit (de Facto) "Diskriminierung?" Und da geht die Antwort weiter als nur der Hinweis auf negative Diskriminierung. 

"Diskriminieren" heisst "unterscheiden, trennen von". Niemand darf Nachteile erfahren, weil er aufgrund seiner Herkunft, Hautfarbe etc. etc. anders behandelt wird als es im Gesetz oder der guten Sitten nach vorgesehen ist. Aber wie ist es im umgekehrten Fall: Es gibt auch positive Diskriminierung, und die ist weit verbreitet. Wer es geschickt anpackt, erfährt viele Vorteile, wenn er einer Gruppe angehört die nicht zur Mehrheit gehört.

In den USA gab es lange die s.g. "Minority laws". Sie sahen vor, das Angehörigen von Minderheiten oder deren Mischlingen ständig bevorzugt behandelt wurden: bei der Aufnahme an Schulen und Universitäten, bei der Vergabe von Stipendien, bei der Vergabe von Regierungsaufträgen etc. Die autochthone Bevölkerung wurde dadurch sehr benachteiligt. Von Gleichheit keine Spur. 

Ähnliches kann man in Deutschland beobachten. Lehrer die ein Kind mit Migrationshintergrund (in Deutschland geboren) darauf hinweisen, dass es mehr lesen sollte, damit es seine Sprachkompetenz erhöht, kann darauf wetten, dass er innerhalb von 24 Stunden ermahnt wird, "nicht solche unredliche Forderungen zu stellen", da doch das Kind aus einem ....sprachigen Haushalt stammt, und mit der Deutschen Sprache wenig am Hut hat. Gibt er diesen Schüler/Schülerin dann die entsprechend schlechte Note wird er als Ausländerfeindlich, Islamophob oder sonst etwas dargestellt. Das ist nur ein Beispiel von Diskriminierung, aber in die entgegengesetzte Richtung. Auch bei Gericht wird positiv diskriminiert und der "Ausländerbonus" ist nicht mehr weg zu diskutieren. Wir müssen dringend zurück zu ausgeglichenen Verhältnissen. 

Es ist keine Antwort im eigentlichen Sinne, aber ich hätte gern mal eure Meinung gehört:

Ist es denn dann auch z.B. eine Diskriminierung in Deutschland, dass z.B. Personen, die vor dem 1. April 1965 geboren sind, keine Mofaprüfbescheinigung ablegen müssen, wenn sie Mofa fahren wollen - da genügt beim Mofakauf oder bei der Kontrolle die Vorlage des Ausweises - während alle nach dem 1. April 1965 geborenen Personen zwingend die Mofaprüfbescheinigung ablegen müssen, wenn sie Mofa fahren wollen? Ein selbsternannter Juraprofessor (Prof. Dr. iur. plagiatus) war in einer großen Internet-Community sehr ausfällig geworden und der Ansicht, das wäre keine Diskriminierung. Ich sehe das anders, es ist eine Diskriminierung, da eine bestimmte Altersgruppe eine Prüfung ablegen muss, während eine andere Altersgruppe dies nicht muss!

Woher ich das weiß:Recherche

Die Wortverbindung de facto bedeutet „tatsächlich“, „in der Praxis“ . Der Ursprung liegt im Lateinischen, wo de facto „in Wirklichkeit“ bedeutet (factum = Tatsache, Ereignis).


Unter Diskriminierung (v. lat.: discriminare = trennen, unterscheiden) wird die Benachteiligung von Menschen oder Gruppen (zumeist Minderheiten) aufgrund von Merkmalen wie Heimat, sozialer Herkunft,  Sprachen, Geschlecht, Behinderung, Alter etc. oder äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe oder Augenfarbe verstanden. Sie steht dem Grundsatz der Gleichheit der Rechte aller Menschen entgegen.

Mit "de facto Diskriminierung" wird der Umstand benannt, dass Diskriminierung als weit verbreitet gilt.

Diskriminierung bedeutet nichts anderes als eine (unzulässige)Ungleichbehandlung.

Das wissen wir alle. Aber hier geht es um den Kontext. Vielleicht kann die Fragestellerin uns dazu etwas mehr sagen.

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@scatha

Es geht um die Flüchtlinge. Der UN-Ausschuss ist besorgt über die de-facto Diskriminierung.

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@sweety4665

Das dachte ich mir natürlich.
Dann verweise ich noch einmal auf meine Antwort, leider schon zweimal negativ bewertet. Aber in der Politik bedeutet negatives Feedback leider häufig, daß man die Wahrheit gesagt hat. Die ernsthafteste Antwort kommt allerdings nicht von mir, sondern von Dunacsilla.

Der UN-Ausschuss ist besorgt

Was für eine zur Schau getragene Sorge ! Niemand ist besorgt, sie wollen wohl nur schärfere Gesetze einführen.
Der Spiegel bläst schon zur Hetze auf Deutsche. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angriffe-auf-fluechtlinge-rassistische-gewalt-ist-terror-a-1059598.html

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@scatha

Um aus einem Artikel über rechte Gewalt gegen Flüchtlinge Hetze auf Deutsche herauszulesen, muss man schon ganz schön viel genommen haben, nicht wahr?

Du kannst vermutlich auch aus einem Yps-Heft Hetze gegen Deutsche heraus lesen.

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Ein politischer Taschenspielertrick, um Bürgern unlautere Motive unterstellen zu können.


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