Was bedeutet de facto Diskriminierung?

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4 Antworten

Die Wortverbindung de facto bedeutet „tatsächlich“, „in der Praxis“ . Der Ursprung liegt im Lateinischen, wo de facto „in Wirklichkeit“ bedeutet (factum = Tatsache, Ereignis).


Unter Diskriminierung (v. lat.: discriminare = trennen, unterscheiden) wird die Benachteiligung von Menschen oder Gruppen (zumeist Minderheiten) aufgrund von Merkmalen wie Heimat, sozialer Herkunft,  Sprachen, Geschlecht, Behinderung, Alter etc. oder äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe oder Augenfarbe verstanden. Sie steht dem Grundsatz der Gleichheit der Rechte aller Menschen entgegen.

Mit "de facto Diskriminierung" wird der Umstand benannt, dass Diskriminierung als weit verbreitet gilt.

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Die Antwort von Rotreginak02 ist sehr gut. Sie hat beantwortet was "de Facto Diskriminierung" bedeutet. Aber man kann die Frage auch anders lesen: Was bedeutet in Wirklichkeit (de Facto) "Diskriminierung?" Und da geht die Antwort weiter als nur der Hinweis auf negative Diskriminierung. 

"Diskriminieren" heisst "unterscheiden, trennen von". Niemand darf Nachteile erfahren, weil er aufgrund seiner Herkunft, Hautfarbe etc. etc. anders behandelt wird als es im Gesetz oder der guten Sitten nach vorgesehen ist. Aber wie ist es im umgekehrten Fall: Es gibt auch positive Diskriminierung, und die ist weit verbreitet. Wer es geschickt anpackt, erfährt viele Vorteile, wenn er einer Gruppe angehört die nicht zur Mehrheit gehört.

In den USA gab es lange die s.g. "Minority laws". Sie sahen vor, das Angehörigen von Minderheiten oder deren Mischlingen ständig bevorzugt behandelt wurden: bei der Aufnahme an Schulen und Universitäten, bei der Vergabe von Stipendien, bei der Vergabe von Regierungsaufträgen etc. Die autochthone Bevölkerung wurde dadurch sehr benachteiligt. Von Gleichheit keine Spur. 

Ähnliches kann man in Deutschland beobachten. Lehrer die ein Kind mit Migrationshintergrund (in Deutschland geboren) darauf hinweisen, dass es mehr lesen sollte, damit es seine Sprachkompetenz erhöht, kann darauf wetten, dass er innerhalb von 24 Stunden ermahnt wird, "nicht solche unredliche Forderungen zu stellen", da doch das Kind aus einem ....sprachigen Haushalt stammt, und mit der Deutschen Sprache wenig am Hut hat. Gibt er diesen Schüler/Schülerin dann die entsprechend schlechte Note wird er als Ausländerfeindlich, Islamophob oder sonst etwas dargestellt. Das ist nur ein Beispiel von Diskriminierung, aber in die entgegengesetzte Richtung. Auch bei Gericht wird positiv diskriminiert und der "Ausländerbonus" ist nicht mehr weg zu diskutieren. Wir müssen dringend zurück zu ausgeglichenen Verhältnissen. 

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Diskriminierung bedeutet nichts anderes als eine (unzulässige)Ungleichbehandlung.

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Kommentar von scatha
28.10.2015, 10:43

Das wissen wir alle. Aber hier geht es um den Kontext. Vielleicht kann die Fragestellerin uns dazu etwas mehr sagen.

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Ein politischer Taschenspielertrick, um Bürgern unlautere Motive unterstellen zu können.


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