Warum wird mein schwarzer Tee heller, wenn ich Zitronensaft dazu gebe?

4 Antworten

Farben bei organischen Stoffen sind immer eine Wechselwirkung von Licht mit großen Bereichen von alternierenden Doppelbindungen. Diese Bereiche werden durch Aufnahme von H+-Ionen der Säure gestört, so dass sich die Farbe ändert. Alle Indikatoren wirken nach diesem Schema.

Durch die Säure des Zitronensafts werden die Polyphenole des Tees protoniert und damit deren Absorbtionsmaximum verschoben. Dadurch ändert sich die Farbe des Tees. Der von Jobul beschriebene Effekt mit den Eisenionen ist eher darauf zurückzuführen, dass sich Komplexe der Phenole mit dem Eisen bilden. Dass die Säure schwach oxidierend sein soll, kann ich nicht nachvollziehen, Zitronensaft enthält auch größere Mengen Ascorbinsäure und wirkt auf Polyphenole stabilisierend.

Korrektur, die Komplexbildung erfolgt mit dreiwertigem Eisen, nicht mit zweiwertigem. Ob man auch bei Fe(II) einen dunklen Tee kriegt, wage ich zu bezweifeln, aber vielleicht hats ja jemand ausprobiert?

0

"Absorbtionsmaximum"

Ups, Tipfehler:

Absorptionsmaximum

0

Die Säure verändert leicht die energetischen Zustände der Elektronen in den Gerbstoffen des Tees. In diesem Falle nimmt deren Fähigkeit, Licht zu absorbieren, ein wenig ab. Gibst du statt der etwas oxidierenden Säure schwach reduzierende EisenII Ionen hinzu, passiert das Gegenteil: Der Tee wird tief schwarz.

"statt der etwas oxidierenden Säure"

Inwiefern soll denn die Citronensäure aus dem Zitronensaft oxidierend auf die Polyphenole wirken? Das ist wohl eher eine Frage des pKs der Polyphenole.

0
@Arrggh

H⁺ Ionen sind immer oxidierender verglichen mit neutralen oder gar alkalischen Lösungen.

0
@jobul

Das ist auch immer noch eine Frage des Substrats - Zucker z.B. lassen sich im alkalischen wesentlich leichter oxidieren. Ich geh mal stark davon aus, dass bei der Oxidation von phenolischen Verbindungen in Tee unter Ausbildung eines chinoiden Systems nicht anders sein wird.

0

Was möchtest Du wissen?