Warum wird den reichen Menschen nicht ihr Geld enteignet?

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25 Antworten

Also mit 10k € kannst Du "nichts machen". Für eine erwachsene Privatperson ist das schon nicht wirklich viel Geld. Für einen Unternehmer ist das "Portokasse". ;-)

Von Vermögen und Reichtum kann da noch nicht die Rede sein.

Außerdem ist Reichtum ja auch nicht nur Geld. Wenn ein solches Gesetz erlassen würde, würden "die Reichen" in Wertpapiere oder in Sachwerte investieren. Möchtest Du Sachwerte ebenfalls einziehen? Dann sind 10k € erst recht "nichts".

Dann kommt dazu, dass die Politik kein Interesse hat, "die Reichen" zu enteignen. Viele Politiker verdienen selbst nicht schlecht und "die Reichen" zahlen, sofern sie das Geld in Deutschland verdienen und deponieren, auch entsprechend hohe Steuern. Wenn sie es ins Ausland schaffen, kommt "der Staat" ohnehin nicht ohne weiteres dran.

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Kommentar von Torranto
04.05.2016, 02:12

Ja, da hast du Recht, es müssten alle Staaten so etwas "einführen" meiner Meinung nach, denn dann könnte man nicht ins Ausland flüchten, denn dann wäre es überall gleich. Aber das ist wohl Utopie. Ich verstehe das einfach nicht, mir geht es einfach um den Gerechtigkeitsaspekt.

Hier fahren die reichen schwarze Limousinen und woanders sterben Menschen an Hunger.

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Wenn Du 10.000,- Vermögen als schützenswert siehst, würdest Du 70 % aller Deutschen enteignen wollen, denn viele haben ein Eigenheim, das einen mehrfachen Wert hat.

Mit einem hast Du Recht, keine Privatperson braucht 1 Milliarde zum Leben. 

Aber das darf kein Grund sein, diesem Menschen die Milliarde wegzunehmen.

Man könnte die Vermögenssteuer wieder aufleben lassen. Aber da gibt es eben den Grund mit dem sie ausgesetzt wurde (das Gesetz gibt es ja noch, nur wird die Steuer zur Zeit nicht erhoben) , nämlich die Bewertungsfrage. Mit welchem Wert sind Immobilien, oder Betriebsvermögen anzusetzen?

Ausserdem, warum sind die Reichen reich? Viele Familien sind schon sehr lange reich,  also ist die heutige Generation durch ERbschaft reich.

Die meisten großen Vermögen stammen aber aus unternehmerischer Tätigkeit. Zu einem großen Teil daher, weil Leute etwas riskiert haben. Ein Bill Gates, Steven Jobbs, die ALDI Brüder, Otto Beisheim, Dietmar Hopp, Hasso Plattner, alle diese Leute haben entweder einen sicheren Job aufgegeben, oder nie einen angenommen, sondern ihre Existenz riskiert um etwas aufzubauen. Das bereits erarbeitete (oder wie bei ALDI, ererbte) eingesetzt um was neues zu schaffen. Dann wurden sie über Jahre zu Milliardären. einige relativ schnell (Gates, Jobbs, Hopp/Plattner), andere über viele Jahre (ALDI, Beisheim).

Warren Buffett hat als 6 jähriger angefangen Geld zu verdienen. Er setzte sein Taschengeld ein und kaufte für 25 Cent (für einen 6-jährigen 1936 eine Menge Geld) sixpacks Coke udn verkaufte die einzelnen Falschen für 5 Cent. Kleinkram? Nein, eine unternehmerische Tätigkeit mit 20 % Rohgewinn. Als Ackermann (Deutsche Bank) 20 % Eigenkapitalrendite forderte, wurde es als völlig überzogen kritisiert.

Warum also Menschen durch den Entzug ihres Vermögens bestrafen, die einfach mehr riskieren als andere und daher auch mehr haben?

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Was du verlangst kommt der Quadratur des Kreises recht nahe. Ein bürgerlicher Staat ist schließlich nicht dazu da, eine allgemeine Wohlfahrt auf Kosten der Reichen herzustellen, sondern er bedient maßgeblich die Interessen Jener, die viel Geld haben. Vereinfacht gesagt, es gilt das kapitalistische Grundgesetz, wo Geld ist, soll noch Weiteres hinfließen, denn es soll sich mehren. Das gilt primär für die Firmen, privat spiegelt es sich dann in gebrochener Form halt wider.

Der bürgerliche Staat ist der ideelle Gesamtkapitalist, daher in erster Linie dem Kapital verpflichtet. Für ein Minimum an Lebensstandard der Gedeckelten, also der Lohnabhängigen sorgt er nur soweit, als dass deren Arbeitskraft erhalten bleiben muß. Die Klasse der Lohnabhängige ist für den Dienst an Kapital und öffentlichem Dienst soweit zu sichern, dass sie einsatzbereit und arbeitsfähig bleiben.

Der Betrag von 10000 € ist überigens zu niedrig angesetzt, denn dann müßte man der grroßen Mehrheit des Volkes noch zusätzlich an den Kragen gehen. Zur "normalen" Ausbeutung käme dann noch eine Extra-Ausbeutung hinzu, also keine gute Idee.

Unter den gegebenen bürgerlichen Verhältnissen, also einem stinknormalen Kapitalismus den wir haben, wäre schon so Einiges gewonnen, wenn wieder die Vermögens,- und die Börsensteuer eingeführt  und die Erbschaftssteuer deutlich angehoben würde. die beiden erstwen Steuerarten müßten in etwa sich in Höhe jener Staaten bewegen, die einen Maximalssatz dazu haben.

Z.Z. haben allerdings selbst meine eher bescheidenen Vorschläge noch nicht mal eine Chance auf Verwirklichung, denn bei einer bloßen CDU-sPD Herrschaft ist auch dsbzgl. nix zu ernten.

Was bleibt übrig? Nun, die genannten Forderungen beharrlich stellen. Das gälte vor allem für die Gewerkschaft und die Sozialverbände, so dass ein steter Druck auf den jetzigen Herrschaftsapparat ausgeübt werde, damit so sukzessive ein Bewußtseinswandel bei den Lohnabhängigen, den Arbeitslosen und Armutsrentnern entsteht. Langfristig könnte dies dann was bewirken.

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Mit welchem Recht willst du die Menschen enteignen? 

Leute, die ihr Lebenlang gespart haben dürfen dann noch einen Bruchteil behalten?

Außerdem würde bei uns die Wirtschaft ziemlich lahmgelegt werden, da alleine die Autoindustrie wegbrechen würde.

Außerdem ist man mit 10.000 Euro nicht unbedingt reich! Glaubst du im Ernst, dass du den Hunger auf der Welt besiegst, wenn du alle Leute in Deutschland enteignest??

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Wenn du das einführen würdest wären plötzlich alle Leute die mehr als 10.000 Euro haben weg aus Deutschland. Ausserdem wäre dann ja jeder obdachlos... Das wäre so ziemlich das dämlichste was die Politik machen könnte...

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Die eigentliche Frage wäre ja eher was das Bringen würde?

Wenn du jeden "reichen" sagen wir mal bei 1ner Millionen beschneiden würdest, was dann?

Als erstes bringt es nur etwas wenn man es GLOBAL durchsetzen kann. Ansonsten hat Deutschland noch bevor das Gesetz rauskommt keinen einzigen Millionär mehr, da alle ins Ausland abhauen.

Gut er hat sein jetzt Aktuelles Geld nicht mehr. Aber seine Sachwerte und Wertpapiere hat er noch. Und erhätte kein Grund mehr Geld zu verdienen. Daraus würde folgen das, das Unternehmen mit dem er "reich" geworden ist einfach mal verkleinert wird was viele Kündigungen und höhere Preise zurfolge hätte.

Ein Haus oder eine Yacht wo meistens selbst ne Millionen nicht zum Kaufen reicht würden nicht gekauft werden und somit würde der Staat Tausende an Steuergeldern verlieren. Unternehmen die diese Luxusgüter produzieren wären ebenfalls schnell verschwunden was wieder viel Arbeitslose zurfolge hätte.

10´000 Euro wäre da noch schlimmer wenn ich nur daran denke das ein Kleinwagen ja bereits 20´000 Euro kostet. Das wäre alles nur noch mit Kredit zahlbar, sprich du willst die Banken fördern? Aber da würde es auch nicht mehr viele geben da die im Durchschnitt auch mehr wie 10´000 Euro jedes Jahr auf die hohe kannte Legen können.

Also du siehst dein Gedanke ist nicht zuende Gedacht. Ausserdem gibt unser Staat viel zu viel Geld für unsinige Sachen aus also wenn du alle Reichen enteignest wäre der Staat in nur einem Jahr mit dem Geld durch und du als Bürger würdest nicht mal merken das mit dem Geld etwas gemacht wurde.

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Weil dann ein wichtiger Aspekt bei uns Menschen fehlen würde, nämlich das Streben nach mehr.

Denn wenn alle mehr oder weniger gleich sind, würde es sich nicht lohnen mehr Leistung zu bringen als man muss. Gerade die höher bezahlten Berufen ist auch meist eine teure Ausbildung nötig die längst nicht jeder schafft und die meistens auch viel Engagement erfordert.

Warum sollte man sich dann noch anstrengen wenn man z.B. als Arzt im Endeffekt genau soviel hat wie ein Schuhverkäufer. Oder warum sollte ein Unternehmer das Risiko auf sich nehmen sein Kapital in seine Firma zu investieren.

Reichtum finde ich persönlich nicht schlimm. Schlimm finde ich vielmehr wie die Banken mit dem Kapital umgehen und wie durch undurchsichtige Finanzprodukte zum Teil Millionengewinne gemacht werden und das Risko ggf. auf die Steuerzahler abgewälzt wird.

Man sollte vielmehr Steuern auf solche Gewinne erheben und "auch utopisch weil nur wenn Weltweit umgesetzt wird effektiv" Steueroasen, Schlupflöcher und Ausnahmeregelungen abschaffen. Zudem sollten sich die "reichen" auch nicht aus dem solidar System ausklinken dürfen (z.B. bei Krankenkassen).

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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 12:32

Weil dann ein wichtiger Aspekt bei uns Menschen fehlen würde, nämlich das Streben nach mehr.

Gerade dieses "Streben nach mehr" sollte aber irgendwann einmal zu einem Punkt kommen, wo es aufhört, denn es gibt nunmal nur begrenzte Ressourcen und jedes weitere "Streben nach mehr" geht notwendigerweise auf Kosten anderer Menschen und natürlich auch "der Natur" selbst. Die Folgen davon kannst Du überall sehen.

Wir haben schon so viel erreicht. In den Industrienationen gibt es Güter im Überfluss, die teilweise sogar produziert und mehr oder weniger unmittelbar "entsorgt" werden. Und anstatt wir sagen: "So, reicht's aber mal!" - Und den weiteren technischen Fortschritt dafür einsetzen, dass wir das selbe mit weniger Aufwand (Ressourcen, Arbeitskraft, etc.) produzieren können, setzen wir weiterhin darauf, mit dem selben Aufwand immer mehr zu produzieren, d. h. der Ressourcenverbrauch wird nicht geringer, die Arbeitsbelastung wird nicht geringer, es werden nur immer mehr Güter produziert (die ab irgendeinem Punkt vielleicht einem noch jemand "abnimmt", aber niemand mehr wirklich braucht).

In der heutigen Zeit ist die Zeit selbst zum Luxusgut geworden. Alle sind nur noch "am Rotieren". Mit Waren sind wir gut ausgestattet, aber die Zeit ist ein knappes Gut geworden. Die Produktivität steigt und steigt, auch durch immer modernere Technologien, aber die übliche Wochenarbeitszeit für Arbeitnehmer liegt nach wie vor bei 40 Stunden. Diese Zahl wurde erstmals in den 1960er Jahren festgelegt.

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Weil wir hier nicht im Kommunismus leben.
Außerdem ein fiktives Gesetz. Solange es funktionierende Wirtschaft gibt gibt es welche die mehr haben als andere.

Die Reichen würden Türmen...der Staat stände vor einem Wirtschaftlichen Desaster.
Vergiss nie dass die Reichen auch mächtiger sind.

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Du bist naiv, so ein Gesetz wird keine Regierung erlassen. Wenn das Einkommen beschränkt würde, strengt sich keiner mehr an, um etwas zu werden. Sehr viele reiche Leute spenden viel Geld für soziale Zwecke, es gibt unzählige Stiftungen, vuele Stipendien werden von Stiftungen bezahlt. Außerdem haben die meisten für ihr Geld hart gearbeitet und dafür auch Steuern bezahlt. Man kann es ihnen nicht einfach wieder weg nehmen und glaube mir, Du würdest nicht einen Cent davon sehen, es würde nicht auf den Rest der Menschheit verteilt sondern in andere Taschen wandern.

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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 02:13

Wenn das Einkommen beschränkt würde, strengt sich keiner mehr an, um etwas zu werden.

Das stimmt so nicht.

Hoch bezahlte Tätigkeiten sind nicht notwendigerweise "mehr wert" (für die Gesellschaft), als minder bezahlte Tätigkeiten.

Außerdem habe ich mich bisher immer dann besonders angestrengt, wenn ich mit einem Projekt keine kommerziellen Interessen verfolgt habe.

Es gibt neben dem Gehalt viele weitere Motive (interessanter Job, Selbstverwirklichung, etc.), ein hohes Bildungsniveau zu erlangen und einen hochqualifizierten (momentan "gut bezahlten") Job auszuüben.

Außerdem haben die meisten für ihr Geld hart gearbeitet und dafür auch Steuern bezahlt.

Gerade die wirklich "Reichen" haben ihr Geld hauptsächlich durch (manchmal legale, manchmal illegale, in den meisten Fällen aber zumindest unmoralische) "Machenschaften" verdient. Ein Kollege von mir sagte mal den Spruch: "Wer arbeitet hat keine Zeit zum geldverdienen." - Und da ist durchaus etwas dran. Mit "ehrlicher Arbeit" wird man nicht reich. Dafür reicht das Lohnniveau nicht. Und gerade die Tätigkeiten, die wirklich produktiv sind und "Wert schaffen" (die Arbeitertätigkeiten) sind ja gering bezahlt. Gut bezahlt sind Manager, etc., also Menschen, die mit Zahlen jonglieren und ein System verwalten, das sie selbst teilweise geschaffen haben, zumindest aber aufrecht erhalten und von dem sie profitieren.

Man kann es ihnen nicht einfach wieder weg nehmen und glaube mir, Du würdest nicht einen Cent davon sehen, es würde nicht auf den Rest der Menschheit verteilt sondern in andere Taschen wandern.

Das denke ich auch, ja. Die meisten Menschen sind leider viel zu egoistisch. Dabei bekäme man so viel mehr zurück und das Leben wäre so viel leichter, wenn alle einfach mal großzügig wären.

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Das Experiment hatten wir schon, es nannte sich Kommunismus und ist in die Hose gegangen.

Warum sollte man es nicht tun.

  • Reiche Menschen haben für ihr Geld gearbeitet.
  • Mit ihrem Geld haben sie in der Regel auch dafür gesorgt, dass andere Menschen auch Arbeit hatten.
  • Wenn man diesen Menschen, die in der Regel auch kluge Köpfe sind, das Geld in Form einer Enteignung wegnimmt, dann werden sie aufgrund des fehlenden Anreizes keine weitere Produktivität zeigen.

Es gibt allerdings Kanidaten die man tatsächlich enteignen sollte:

  • Menschen die wegen Steuerbetrug verurteilt sind.
  • Menschen die ihr Vermögen illegal erworben haben.
  • Menschen die anderen Menschen wissentlich eine Schaden zugefügt haben.
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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 12:24

Reiche Menschen haben für ihr Geld gearbeitet.

Das mag ja sein (ist aber nicht immer so!), aber sicher nicht um ein solches Vielfaches mehr, wie sie mehr verdient haben, als die "niedrigeren Schichten".

Mit ihrem Geld haben sie in der Regel auch dafür gesorgt, dass andere Menschen auch Arbeit hatten.

Arbeit gibt es immer genug, solange Menschen Bedürfnisse haben. Sie haben vielleicht anderen Menschen Produktionsmittel zur Verfügung gestellt.

Wenn man diesen Menschen, die in der Regel auch kluge Köpfe sind

Das sind sie bestimmt, sonst wären sie vermutlich nicht so reich geworden. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht unzählige kluge Köpfe gibt, die einfach nicht reich geworden sind. Vielleicht, weil sie mehr Moral/Gewissen hatten und daher nicht unternehmerisch tätig sein wollten. Unternehmerische Tätigkeit bedeutet immer auch "Gewinnmaximierung", vielleicht nicht um jeden Preis, aber letztlich doch und dafür musst Du ...

  1. ... dafür sorgen, dass Dein Unternehmen möglichst hohe Einnahmen hat, d. h. Verbraucher so gut wie möglich "schröpfen" ("ihnen das Geld aus der Tasche ziehen"). Monopolstellungen eignen sich ganz hervorragend dafür!
  2. ... dafür sorgen, dass Deine Einnahmen nicht für die Lohnausgaben drauf gehen, d. h. Deine Angestellten "klein halten" und sie schlecht bezahlen.
  3. ... dafür sorgen, dass Du keine zu hohen Ausgaben für Materialien/Lizenzen hast, die Du beziehen musst, d. h. letztlich andere Unternehmen, die Dir "zuliefern", möglichst "klein halten".
  4. ... dafür sorgen, dass Du keine Konkurrenz bekommst, d. h. Mitbewerber (eventuell auch mit unlauteren Methoden) vom Markt verdrängen (und damit letztlich die Vielfalt des Angebots und die Wahlfreiheit der Konsumenten schmälern).

Ich denke, ich könnte weitere Punkte aufzählen, aber fakt ist, um unternehmerisch erfolgreich zu sein, musst Du moralisch fragwürdige Dinge tun. Du musst anderen Menschen möglichst viel Geld (oder Waren) "abnehmen" und möglichst wenig Aufwand dafür treiben (d. h. möglichst wenig Gegenleistung erbringen). Das Geld muss zu Dir. Es muss weg von Deinen Kunden, es darf nicht zu viel zu Deinen Angestellten, es darf nicht zu viel zu Lieferanten, es darf keine Konkurrenz geben. Ausnehmen, verdrängen, beherrschen. Vollkommen "unsoziales", nein unmenschliches Verhalten.

Ich überzeichne hier natürlich bewusst. Mir ist klar, dass Profit nicht für alle Unternehmen alles ist (oder sein sollte). Aber Fakt ist, dass unser Wirtschaftssystem Verhaltensweisen belohnt, die zumindest ich persönlich als unmoralisch empfinde. Keine Leistung ohne Gegenleistung, immer auf den eigenen Profit achten und alles "beseitigen", was diesen schmälern könnte (z. B. Konkurrenten). Merkst Du was? Ich, ich, ich, ich, ich! Egoismus in Reinstform!

Natürlich versucht der Staat die Rahmenbedingungen (z. B. durch Kartellverbote, etc.) so zu halten, dass trotzdem irgendwie halbwegs fairer Wettbewerb möglich ist. Aber die Marktwirtschaft an sich führt davon weg. Sie führt zu einer Zentralisierung des Besitzes. Sie führt zu Monopolstellungen. Sie führt zu Ausbeutung von Verbrauchern und Angestellte. Marktwirtschaft ist ein System der Missgunst und Boshaftigkeit! Und das finde ich falsch.

Ich denke, ein "ideales" Wirtschaftssystem würde Kooperation und Rücksichtnahme "belohnen", müsste diejenigen Unternehmen stärken, die sich "fair" verhalten. (Wie auch immer man Fairness konkret definieren mag.) Es müsste das Geben belohnen, nicht das Nehmen. Und es müsste den Konsum belohnen, nicht den Verzicht, denn bekanntlich ist es gut für die Wirtschaft, wenn Produkte gekauft werden. Dagegen ist es schlecht, wenn das Geld stattdessen auf die hohe Kante gelegt wird. Im aktuellen System muss ich Geld ausgeben, d. h. Kaufkraft einbüßen, d. h. meine eigene Marktposition schwächen, wenn ich konsumieren möchte, d. h. die Marktwirtschaft bestraft den Konsum, der sie am Leben hält. Das System ist somit nicht nur ethisch und moralisch fragwürdig, sondern nicht einmal in sich selbst schlüssig.

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Ich weiß, dass du es gut meinst, aber der Kommunismus verfolgte ursprünglich auch deine Idee. Was daraus geworden ist sehen wir in China. Selbst wenn die Reichen enteignet werden, landet das Geld wieder beim Staat, was wieder zum gleichen Problem führt, nämlich dass nur eine Handvoll Menschen sehr viel Geld besitzen. Damit möchte ich aber keineswegs den Kapitalismus beschönigen, denn beide Ideologien, sowohl der Kapitalismus, als auch der Kommunismus führen zum gleichen Ergebnis: Unterwerfung des Großteils der Weltbevölkerung durch eine Handvoll Reiche. Nicht die Menschen verwalten das Geld, sondern das Geld die Menschen.
Wie heißt es so schön: Geld regiert die Welt

Grüße

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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 02:28

Letztlich entscheiden wir selbst aber, wovon wir uns "regieren lassen", oder etwa nicht?

Geld ist nichts als eine Zahl auf einem Papier (oder in einer Datenbank). (Buch-)Geld wird von Kreditinstituten aus dem Nichts geschaffen und wieder vernichtet.

Wenn ein Großteil der Menschen sich einig wären, könnten wir einfach aufhören, diesen Zahlen und dem bunt bedruckten Papier und den kleinen Metallscheibchen einen Wert zuzuweisen. Faktisch bräuchte es dafür aber Koordination und einen solchen Einfluss hätte tatsächlich nur der Staat.

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Kommentar von universal1997
04.05.2016, 02:33

Selbst wenn die "einfache" Bevölkerung dafür die Macht hätte, Geld abzuschaffen, müssten wir wieder das Tauschsystem einführen, so wie es die "Native Americans" vor der Entdeckung Amerikas machten. Solch ein System wäre meiner Meinung nach natürlich menschlicher als das jetzige, da man dann immer den hilfsbedürftigen helfen würde und es somit keine Armut mehr geben würde. Jedoch liegt es in der Natur des Menschen, gierig zu sein, weshalb so ein Tauschsystem nur bedingt funktionieren würde.

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Kommentar von universal1997
04.05.2016, 14:10

Stimme ich zu, nur ist das Problem, dass nicht alle so logisch denken wie du

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Zum einen, weil die Reichen die Gesetze machen und zum anderen, weil "Enteignung" nur ein anderes Wort für Diebstahl ist.

Und das ist auch bei einem 10-Cent-Kaugummi eine Straftat.

Im Übrigen bestehe ich darauf, daß Du all Deine Ersparnisse sofort einem Menschen überlässt, der sie mehr benötigt. Ich zum Beispiel. ;)

Du kannst ja auch ohne Deinen PC gut leben. Also her damit! Dein Smartphone will ich auch, weil Du es ja nicht brauchst. Schlafen kannst Du auf ner Matratze am Boden. Also benötigst Du kein Bett.

Und nicht vergessen: Du brauchst nur 2 Unterhosen. Alle anderen gib bitte jemandem, der keine hat. Deinen Kleiderschrank brauchst jetzt auch nicht mehr, weil die paar Sachen in einen kleinen Beutel passen.

Aber nimm bitte keine Plastiktüte. Die sind umweltschädlich.

...

Verstehst Du, was Du hier eigentlich forderst? ;)

warehouse14

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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 12:34

Zum einen, weil die Reichen die Gesetze machen und zum anderen, weil "Enteignung" nur ein anderes Wort für Diebstahl ist. Und das ist auch bei einem 10-Cent-Kaugummi eine Straftat.

Was eine Straftat ist und was nicht, legt in einem Rechtsstaat der Gesetzgeber (also in unserem Fall der Bundestag) selbst fest. Rechte sind nicht unabänderlich und schon gar nicht selbstverständlich.

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Vor allem, weil das ein wesentlicher Eingriff in persönliche Freiheit wäre.

Weil der Staat als Organisation der Menschen im gemeinschaftlichen Leben zwar das Recht hat, Steuern zu erheben, um seine Aufgabenzu erfüllen zu können, aber eben nicht die Plünderung zur Neuverteilung.

Und weil es jedem den Anreiz nähme, mehr zu verdienen, damit es einem mal besser geht - wenn sowieso alles oberhalb eines levels ganz oder teilweise weggenommen wird, legen sich die Leute rechtzeitig vorher in die Hängematte.

Hättest Du eigentlich auch selbst drauf kommen können...

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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 11:59

legen sich die Leute rechtzeitig vorher in die Hängematte.

... was nicht unbedingt schlecht wäre.

Wirtschaftliche Tätigkeit ist nicht unbedingt etwas positives, siehe die Folgen für die Umwelt (Umweltverschmutzung, Ressourcenverbrauch) und die sozialen Folgen.

Die Produktivität der Industrienationen ist ohnehin viel zu hoch (siehe "Überflussgesellschaft", "Wegwerfgesellschaft"). Da würde es vermutlich nicht einmal unbedingt schaden, wenn sich ein paar mal auf die faule Haut legen würden. Es würde zumindest die Flutung der Märkte mit Waren ausbremsen.

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Kommentar von bronkhorst
04.05.2016, 22:27

Um auf die ursprüngliche Fragestellung zurückzukommen: auch das ist ein Beispiel dafür, dass Leute vorleisten, damit es ihnen später besser geht - was sie nicht tun würden, wenn sie wüssten, dass die Gesinnungsgenossen des Fragestellers ihm dann zum Dank fast alles wieder wegnehmen.

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Es gibt für so ein Gesetz keine Mehrkeit. Artikel 14 GG besteht nicht nur aus einem Absatz 2, der gerne zitiert wird, sondern auch aus einem Absatz 1 und einem Absatz 3:

https://dejure.org/gesetze/GG/14.html

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Im Ernst??? Glaubst du nicht. dass die reichen Menschen nicht hart für ihr Geld arbeiten? Bei vielen sind da 15 Stunden Arbeit am Tag Normalität. Haben die sich das dann nicht verdient? Warum sollte man sich keinen Luxus gönnen können?

 Falls du es nicht weißt, die "Superreichen" müssen ohnehin schon fast 50 % ihres Gehaltes an den Staat abgeben. Klar, zum Leben ist das restliche Geld dann mehr als genug, aber darum geht es doch nicht.

Viele Milliardäre und Millionäre haben zudem Wohltätigkeitsstiftungen gegründet. Wie viel Geld spendet Otto Normalverbraucher monatlich? Ich wette, nicht einmal 5 Euro. Das sollen die Reichen machen, nicht wahr?

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Kommentar von NoHumanBeing
04.05.2016, 12:05

Glaubst du nicht. dass die reichen Menschen nicht hart für ihr Geld arbeiten?

Das glaube ich allerdings auch.

Gerade die wirklich reichen Menschen sind sicher nicht diejenigen, die hart für ihr Geld arbeiten (oder gearbeitet haben).

Im Gegenteil! Körperlich anstrengende und gefährliche Tätigkeiten sind immer noch die, die am schlechtesten bezahlt werden.

Ich möchte nicht zu laut schreien, ich bin selbst Akademiker, weiß daher, wie lange man in seine Bildung investieren muss und wie lange man warten muss, bis man dafür mal etwas zurück bekommt. Trotzdem stimmt da etwas nicht. Auch die "normalen" Akademikertätigkeiten sind nicht unbedingt die am besten bezahlten.

Das Problem sind Managergehälter, etc., und das sind nicht unbedingt diejenigen Leute, die dafür bekannt sind, sich einen Wolf zu arbeiten. Diese Leute verdienen (nein, eigentlich verdienen sie es nicht - sagen wir, sie "bekommen" es) ein Vielfaches dessen, was etwa den Mitarbeitern in der Produktion ihres Unternehmens, aber auch den "einfachen" Ingenieuren bezahlt wird. Letztere sind aber diejenigen, die die eigentlich produktive Arbeit machen. Das Management "verwaltet sich selbst" (und das Geld, das es scheffelt) und wird dafür in höchstem Maße bezahlt.

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Klar, wundervolle Idee.

Ich schufte mich in der Schule ab um dann als Erwachsene Geld zu haben um schönen Urlaub zu machen, ein Haus zu kaufen, ein Auto zu besitzen und dann soll dann mein ganzes hart erarbeitetes Geld bis auf 10.000 Euro an Menschen verteilt werden, die ihr ganzes Leben lang wohlmöglich gechillt haben, die Schule geschwänzt haben und sonstiges?

Natürlich wäre es nicht schlecht, wenn man richtig reiche Menschen besteuern würde und wenn dann dieses Geld an Menschen geht die es wirklich benötigen aber Menschen "komplett" zu enteignen ist meiner Meinung nach keine gute Idee.

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.....weil es keinen rechtsstaatlichen Grund dafür gibt:

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Weil es dafür weder eine Rechtsgrundlage, noch einen vernünftigen Grund gibt.

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Kommentar von Torranto
04.05.2016, 01:51

Es gibt keinen vernünftigen Grund? Ich bitte dich.

Jeden Tag sterben zig Menschen an Hungertod etc., da könnte man mit Geld helfen!

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Schau mal, wie so etwas ausgehen kann: 

Robert Mugabe, der Diktator von Simbabwe enteignete die reichen Farmer seines Landes. Seitdem gibt es Hungersnot.

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Was soll diese völlig unsinnigeFrage denn ?

Bist du neidisch oder was ?

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