Warum sollte man beim Bestrafen eines Kindes zurückhaltend sein?

13 Antworten

Hallo Mami,

Nun habe ich endlich einmal Zeit auf Deine eigentliche Frage zu antworten.

Strafen ist nicht mehr aktuell bei der Kindererziehung, Heute erzieht man mit Konsequenzen. Das ist ein gewaltiger Unterschied, ja es liegt ein ganz anderes Menschenbild zugrunde.

Im alten Menschenbild, als das Strafen der Kinder noch im Mittelpunkt stand, gab es böse Kinder, welche Dinge gemacht haben, die den Erziehungspersonen nicht gefallen haben. Wenn so ein Kind also etwas gemacht hat, was den Erziehungspersonen nicht gefallen hat, wurde es als böse bezeichnet und bestraft. Diese Voraussetzung führte zu ganz spezifischen Verhaltensweisen und dem Kind wurde die Verantwortung für die Beziehung zu den Eltern übertragen: Wenn das Kind etwas falsch gemacht hat, waren die Eltern ärgerlich bis Stinke sauer, und das Kind musste das Verhältnis zu den Erziehungspersonen wieder normalisieren. Das führt zu dem, was das Nachfolgeministerium des Familienministeriums als Gefallsucht bezeichnet wird. Die raten nämlich von Strafen ab, das dies wie schon geschrieben zu Duckmäusertum und Gefallsucht führen. Auch wissen die Kinder in diesen Fällen nur vage, wie denn das richtige Verhalten nun tatsächlich sein könnte. Sie probieren rum, wie sie den wenigsten Ärger mit den Erziehungspersonen bekommen, dabei sind auch Lösungen wie Lügen und sich nicht erwischen lassen erfolgreiche Modelle, die aber nicht wirklich zu dem tatsächlich erwünschten Verhalten führen. Das könnte ich nun noch weiter ausführen und erläutern, aber wie Du schon erkennen kannst, ist diese Art der Erziehung bei Weitem nicht optimal und es gibt schon gar keine Gewissheit, dass so erzogene Kinder zu integrierten und nützlichen Persönlichkeiten unserer Gesellschaft werden. Die Strafen resultieren in aller Regel daher, dass sich die Erzieher geärgert haben, und nun durch Strafen dem Kind das Leben schwer machen, sozusagen als Strafe dafür, dass sie sich ärgern mussten. Das führt u.A. dazu, dass sich in diesen Kindern festsetzt (denn sie lernen das am Vorbild), dass sie sich rächen dürfen, wenn sie sich geärgert haben, der Andere hat das dann verdient. Dadurch kommt viel Aggression in das soziale Zusammenleben, was ich ablehne.

Dem Gegenüber steht nun das moderne Konzept der Erziehung mit Konsequenzen. Ich will Dir den Unterschied an einem kleinen Beispiel erklären: Fangen wir mit einem einfachen Beispiel an. Du bist gerade beim Kochen und Dein Kind will Dir zuschauen. Es beugt sich immer vor und will in die Töpfe schauen, aber vorne ist noch eine heiße Herdplatte. Du sagst: „Sei vorsichtig, diese Herdplatte ist heiß, da Tust Du Dir weh, wenn Du da hinfasst!“ Das Kind ist eigentlich vernünftig genug das zu verstehen. Trotzdem, Kinder haben sich halt noch nicht so unter Kontrolle fasst das Kind in einem unvorsichtigen Augenblick an die Herdplatte und verbrennt sich die Finger. Das ist die Konsequenz! Wir halten fest: das Kind ist nicht ungehorsam, sondern hat einfach in einem unvorsichtigen Moment hin-gefasst. Trotzdem hat es sich wehgetan. Das ist nun einmal so. Es hilft nichts das Kind zu schimpfen, es hätte doch auf Dich hören sollen, Du hast es ja gesagt! Kinder haben oft noch nicht den Überblick und da passieren solche Dinge. Deshalb müssen die Eltern aufpassen! Dafür sind sie verantwortlich. Es gibt Eltern, die verweigern dem Kind dann den Trost, weil sie dem Kind böse Absicht unterstellen, das wäre eine Strafe!

Um ein Kind mit Konsequenzen erziehen zu können gehört aber etwas mehr Sachverstand und Wissen, als das Kind bei missfallen einfach nur zu bestrafen! Erziehen mit Konsequenzen ist anspruchsvoller und aufwändiger, führt aber im Ergebnis zu besseren Menschen! Denn der Unterschied ist ganz wesentlich! Bei der Erziehung mit Konsequenzen wird am Symptom gearbeitet. Das Kind ist bei Fehlverhalten noch lange nicht böse! So ist eine Voraussetzung, dass es für das Zusammenleben Regeln gibt, die eingehalten werden müssen, aber sie müssen dem Kind auch solange und so kindgerecht erklärt werden, dass es einsieht, wie wichtig es ist, sich an diese Regeln zu halten. Damit funktioniert das natürlich noch nicht reibungslos, das Verhalten muss auch noch geübt werden. Bei der Erziehung meiner Kinder konnte ich immer wieder feststellen, dass die Kinder tatsächlich nicht in böser Absicht gehandelt haben, auch wenn mal was schiefgelaufen ist. Wichtig ist, dass Fehlverhalten sofort unterbunden wird, damit es sich nicht festigen kann. Auch das Grundgesetz für das Lernen von sozialem Verhalten muss bekannt sein, dass das Erziehen mit Konsequenzen erfolgreich durchgeführt werden kann: „Erfolg verstärkt ein Verhalten:“ Das bedeutet,dass es wichtig ist, dass die Erzieher sich mit dem Kind beschäftigen, und es so einschätzen können. Es muss eine Vertrauensbasis geben, so dass es möglich ist, über das zu reden, was das Kind umtreibt. Nur so ist es möglich, die Motive für das Verhalten der Kinder zu erkennen. Denn es ist wichtig, dass die Ziele, die einem Fehlverhalten zugrunde liegen

Denn es ist wichtig, dass die Ziele, die einem Fehlverhalten zugrunde liegen, nicht zum Erfolg führen! Wichtig ist auch, über das Fehlverhalten zu reden, vor Allem darüber, was das Ziel war. Nur dann können akzeptable Lösungen erarbeitet werden, diese müssen dann natürlich noch eingeübt werden. Denn das Unterbinden eines Fehlverhaltens führt noch lange nicht zu einem wunschgemäßen Verhalten. Da ist die Führung und Anleitung eines kompetenten Erwachsenen wichtig!

Du siehst, die Erziehung durch Strafen ist im Gegensatz dazu richtig einfach, ja geradezu primitiv. Wenn Du Dich mit dem Thema beschäftigen willst, empfehle ich Dir das Buch „Anleitung zum sozialen Lernen für Paare, Gruppen und Erzieher“, von Lutz Schwäbisch u.A. Es war Grundlage eines Kurses während meines Pädagogik-Studiums; Es lässt sich aber recht flüssig und gut lesen.

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Kindern muss man Grenzen setzen und Verbote erteilen, das erreicht man durch reden und erklären. Bestrafungen gab es im Mittelalter. Aber leider gibt es immer noch Eltern, die ihre Kinder schlagen. Da wo Worte fehlen, reagiert die schlagende Hand.

Weil das Kind davon sowieso nichts lernt! Außer das es lernt vielleicht irgendwann abzuhauen.. Erziehen Sie ihr Kind einfach nicht mit Schlägen sondern lieb und nett. Und wenn Ihr Kind mal was böses macht schlagen Sie es nicht, sondern besprecht einen Lösungsvorschlag der für beide ins gute geht!

Mein Sohn ( 12 ) sitzt nur noch vor dem Handy?

Hallo,

ich weiß nicht mehr was ich tun soll...Mein Sohn 12 Jahre sitzt nur noch vor dem Laptop / Fernseher und oder Smartphone. Er vernachlässigt sein Freundeskreis und ist sehr demotiviert.

Ich weiß dass wir in einer Zeit leben, wo das Internet nichtmehr wegzudenken ist. Aber er kann sich OHNE Internetverbindung nicht beschäftigen. Schalte ich den Laptop / Handy aus, setzt er sich vor die Play-Station.

Wird alles ausgeschaltet, "dreht er durch" und es endet in einer sinnlosen Diskussion.

Natürlich gebe ich die Schuld NICHT meinem Sohn, sondern meinem Mann & mir! ( Ich bin noch eine recht "junge" Mutter bin 32 Jahre, mein Mann ist 41 )

Aus diesem Grund stelle ich auch die Frage hier im Forum und möchte gerne ein paar Tipps bzw. Eure Meinungen dazu hören. Was machen wir nur falsch ?

Mein Mann ist da völlig desinteressiert. Auch er ist sehr dagegen, dass mein Sohn Stunden vor dem Fernseher / Handy verbracht, aber wirklich was unternehmen tut er nicht.

Ich kann mich einfach nicht konsequent durchsetzen.

Mein Sohnemann leider unter LRS und ich weiß, dass es die größte Strafe ist ihn vor den Fernseher / Laptop und oder Smartphone zu setzen. Zudem schaut er sich nichts sinnvolles an, sondern überwiegend "Live-Streams im Bereich Gaming / Zocken"

Ich dachte mir schon, dass endlich ein Hobby/Verein hermuss. Aber auch da findet er 1000e Ausrede nicht hinzumüssen. Und so wird ein Verein nach dem Anderen abgebrochen.

  • Was soll ich nur tun ?

Grüße aus Köln

Sonja

*Danke für Eure Meinungen / Antworten...Auch wenn ich nicht gleich Antworte. So lese ich doch alle Antworten durch. Vielen Dank!

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