Warum sind im Ausland Limousinen deutlich beliebter als Kombis?

Auto 0001 - (Auto, Auto und Motorrad, Fahrzeug)

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Hallo!

In Osteuropa gilt ein Auto oftmals nur mit Stufenheck als repräsentativ, auch weil man dort eher traditionell denkt/handelt und "was hermachen will" ----> das merkte man auch nach der Wende in den neuen Bundesländern. Während Automodelle wie der Kadett mit Stufenheck, der Ford-Orion, der VW-Jetta/Vento, diverse Stufenheckkompaktjapaner à la Corolla-Stufenheck oder auch der Renault R-19 Chamade/Bellevue sowie der Fiat Tempra und der damit technisch baugleiche Lancia Dedra sowie der Lada Forma "im Westen" nur gelegentlich und dann eher von älteren Semestern gekauft wurden, erlebten sie dort einen Boom und oft war die Antwort, nur mit Stufenheck ist ein Auto dort vollständig.

Früher waren aber diese kompakten Stufenheck-Autos oft formal hässlich zusammengeschweißte Designkrüppel, die einfach unharmonisch aussahen und deswegen kaum gekauft wurden, weil sie schlicht und einfach hässlich waren -----> schlimm waren die beiden Jettas und der Derby sowie der erlesen hässliche Astra-G mit Stufenheck, den die meisten wahrscheinlich vergessen haben und das zu Recht, formal ist der Hocker wirklich schlimm und noch schlimmer als der Opel-Corsa A TR, der übrigens im Süden gut und bis 1993 noch lief, während er bei uns schon Mitte der 80er aus dem Programm fiel. Da waren die Kadetts und Orions deutlich harmonischer und der R-19 Chamade sowie der Peugeot 305 und der Lancia Prisma, den heute fast keiner mehr kennt, dürften die elegantesten Vertreter dieser Autoklasse sein.

Ein Nachbar von mir hat sich mal einen Datsun mit Stufenheck gekauft; so ein hässliches, buckliges Ding in einem seltsam angemixten undefinierbaren Grün ... Kommentar damals -----> das sieht nicht japanisch aus, sondern eher nordkoreanisch: Viele wollten sich mit solchen Autos nicht blicken lassen.

Ich kaufe mir dennoch nur Stufenhecks. Ein Kombi ist für mich total sinnlos, Fließhecks finde ich meistens optisch unattraktiver als die Stufenhecks und die Steilhecks halte ich subjektiv für unsicher ---> wenn mir da einer reindonnert, ist er gleich vorne; bei meinem 2003er Opel Omega fängt das ellenlange Stufenheck mit ewig langem Überhang aber noch das Meiste ab, wenn was passiert.

Stichwort Opel Omega: In gehobenen Klassen ab Mittelklasse muss es für viele aber noch immer ein Stufenheck sein; nicht jeder traut sich mit dem Kombi/Avant/Touring usw. auf den Vorstandsparkplatz oder sonstige "prestigeträchtige" Orte...

Hier ist dazu was aus einem meiner Lieblingsblogs.

https://www.youngtimer-blog.de/2017/01/13/wandelnde-kofferraeume-das-erfolgsbaumuster-jetta-128/

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Die Geschmäcker unterscheiden sich eben.

In Deutschland hat man einen Hang zum echten oder gefühlt Praktischen und Umsichtigen, weshalb selbst wohlhabende Leute stolz mit ihrem neuesten Aldi-Raubzug wedeln.

Durch verschiedene technische Innovationen der letzten Jahrzehnte hat man mit einem Kombi keine wirklichen Nachteile, dafür aber einige Vorteile ggü. einem Stufenheck.

Übrigens stimmt das auch wieder nicht ganz mit der Kombiablehnung im Ausland, sie werden nur heute hochbeinig als SUV verkauft, während das klassische Schrägheck á la Golf heute als Crossover auch dort in Mode ist, wo traditionelle Kastenkleinwagen bisher nicht beliebt waren.

Andersum wird ein Schuh draus: Warum sind in D klassische Limosinen im Kompaktwagen-Segment derart unbeliebt? Die jeweiligen Stufenheckderivate wie Derby, Jetta, Peugeot 306 & 301 Renault 7 & 9, Focus u.a. gehen/gingen ja in vielen Ländern weg wie geschnitten Brot bzw. werden/wurden in D teilweise überhaupt angeboten.

Dürfte wohl am WackelDackel- und Hutablagenklopapierrollenimage der alten Kadetts & Cons.liegen ...abgesehen von solchen optischen Gruseligkeiten wie einem Santana.

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