Warum reden viele Jugendliche halbe Sätze in Englisch?

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Naja, die Medien verstärken ja den (achtung) Bullshit !

Egal ob jetzt bei Taff oder sonst eine dumme Sendung, wollen die möglichst sehr "cool" wirken. Wenn die wüssten für wie blöd ich die halte.........mich nervt es auch. Zumal durch diese ganze Multikulti-Sache viele Jugendliche noch nicht mal gescheites Deutsch labern können........

.....noch bekloppter finde ich aber die "bitches" und die "homies" welche eigendlich aus deutschem Zuhause stammen, aber im absolut üblen Türken-Slang labern. Das tut wirklich weh !!!

Das ist dann genau das, was ich mich frage. Ob die überhaupt noch richtig deutsch können. 

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@Malavatica

So schwer ist das nun auch nicht, "richtig deutsch" zu können, wenn man hier lebt...

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Aber bei taff denkt man sich ja nichts Neues aus, sondern bedient sich der Sprache, die es bereits gibt. Und die hängen da gerne mal 5 Jahre hinterher, oder mehr. Wenn Außenseiter eine bestimmte Art zu sprechen imitieren wollen, unterläuft ihnen auch meist der Fehler, sich an Sachen aufzuhängen, die ihnen ungewöhnlich vorkommen. Das führt dann oft dazu, dass bestimmte Dinge, die Jugendlich sehr selten bis gar nicht benutzen, so oft verwendet werden, dass es schnell unauthentisch wird.

Im Türken-Slang labern eigentlich sehr wenige. Wenn überhaupt dann die ältere Generation.
Es gibt eine gewisse "Ghetto-Aussprache", wenn man so will, aber das mit Türkisch sehr wenig zu tun. Der sogenannte "Türken-Slang", ist einfach ein Jugend-Slang, der besonders in der Unterschicht verbreitet und von Region zu Region verschieden ist. In Berlin gibt es einen ganz anderen "Türken-Slang" als in Düsseldorf oder München.
Und die haben alle nicht die Charakteristika eines türkischen Akzents. 

Ich bin kein großer Fan politischer Korrektheit aber deine Wortwahl hat was bildleserhaftes...
Besonders, wenn du dich über diese "Multi-Kulti-Sache" beschwerst, durch die viele Jugendliche angeblich kein Deutsch mehr sprechen können.
Mir ist von nem Börek jedenfalls noch keine Präposition aus dem Satz gefallen.

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Hallo,

man gibt sich eben gerne international, will zeigen wie gut man Englisch spricht.



Zur Übernahme von Anglizismen und die Mischung der deutschen mit der englischen Sprache kann man stehen, wie man mag. Ich glaube
auch, dass sie sich mit fortschreitender Globalisierung nicht aufhalten
lassen wird.



Sprache ist nun mal lebendig und verändert sich.



Im Zeitalter von Chat, Blogs, Foren und sozialen Netzwerken wie fb
sind auch Wortschöpfungen, wie adden, liken usw. angesagt, ob es einem
gefällt, man es versteht und man diese Wortschöpfungen nutzt, ist eine
andere Sache.



Einige solcher Wortschöpfungen bleiben Modeerscheinungen, andere
setzen sich über einen mehr oder weniger langen Zeitraum auch durch und
finden sich dann auch im Duden wieder.



Auch wenn z.B. in Frankreich Anglizismen bis März 2015 mehr als 20
Jahre lang per Gesetz verboten waren und in Deutschland alljährlich der
Sprachpanscher (2007: DB) und der Sprachwahrer (2013: DB) des Jahres gekürt werden (siehe: PS),



ist die Sprach- und Wortwanderung keine Einbahnstraße und auch nicht neu.



Wir importieren nicht nur Wörter aus dem Englischen und aus anderen Sprachen – bei manchen wird die Schreibweise angepasst (dt. Keks = engl. cakes = Kuchen pl.) –



sondern exportieren genauso deutsche Wörter ins Englische – manche davon werden in der Schreibweise übernommen (kindergarten) – und in andere Sprachen.



Zu den 'ausgewanderten' deutschen Wörtern, die nach England und Amerika ausgewandert sind, gehören u.a. blitzkrieg, autobahn, kindergarten (aus der Zeit des 3. Reiches) und rucksack (ein Wort, was durch die Weltkriege in Ausland gelangte).



Aber auch: Gemütlichkeit, Zeitgeist, Wunderkind, Bauhaus, Ding an
sich, Schnitzel, Pretzel, bratwurst, sauerkraut, beerfest, Doppelgänger,
Schnaps, dachshund, gedankenexperiment, fahrvergnuegen usw.



Ganz interessante Artikel dazu kannst du ergoogeln unter:



- Deutsche Wörter ein Exportschlager



(bairische-sprache.at/Index/Zeitungsartikel/2009/MM/Deutsche%20Woerter%20-%20ein%20Exportschlager%20-%20MM%2013.7.2009.pdf)



- Diese deutschen Wörter werden im Ausland benutzt



(merkur-online.de/aktuelles/kultur/diese-deutschen-woerter-werden-ausland-benutzt-882170.html)





- Denglisch für Anfänger I

(fr-online.de/meinung/kolumne-denglisch-fuer-anfaenger-i,1472602,3244474.html)



- Zwiebelfisch: Weltsprache Deutsch



(spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-weltsprache-deutsch-a-356502.html)



Eine Liste mit Germanismen findest du unter folgendem Link:



spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-deutsch-als-amtssprache-der-usa-a-295157.html



Außerdem gibt es in der deutschen Sprache auch und weit mehr
lateinische und griechische Wörter als englische, worüber man sich bei
weitem nicht so aufregt, wie über die Anglizismen.



Wenn man wie so oft gefordert wird, sämtliche (Schein-) Anglizismen
aus der deutschen Sprache verbannen würde, wie es sooft von allen
möglichen Seiten gefordert wird, täte man sich schwer. Mir fallen auf
Anhieb 20 'englische' Wörter ein (Job, Sweatshirt, Gangster,
Computer, Hobby, Champion, Walkman, Camping, Band, Jeans, Popstar, Hit,
Shorts, Steak, Toast, Clown, Popcorn, Keyboard, Disco, Cornflakes
), die wir jeden Tag ganz selbstverständlich verwenden, ohne uns darüber Gedanken zu machen.


Weitere sind z.B.:



Manager, Hairstylist, Backshop, Sale, Coffee to go, coachen,
checken, Cardigan, downloaden, casten, canceln, Boxershorts, Pullover,
Wellness, Happy End, Shampoo, Babysitter, Chips, Service-Point, Counter,
McClean, Event, Performance, Highlight, cool, Teenager, Kids,
Showmaster, Quizmaster, Talkmaster, Beamer, Spleen, High Heels, Slipper,
Slip, Smoking, Pudding, Oldie, Oldtimer, Evergreen, Hometrainer,
Egoshooter



Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Aber Achtung bei der Übersetzung, denn es können auch falsche Freunde dabei sein.



So heißt



- Mobiltelefon - mobile oder cell phone; handy aber praktisch usw.



- body bag - Leichensack und nicht Handtasche



- check - kontrollieren und nicht verstehen



- control - (an)steuern und nicht kontrollieren



usw.



Nett auch der undertaker (Leichenbestatter) als Unternehmer.



Dazu verweise ich immer wieder gerne auf folgenden Video-Clip mit Thomas Freitag.



Viel Spaß bei der Lektüre und beim Anschauen!



:-) AstridDerPu





PS: Interessant auch, dass es sowohl in Frankreich als auch in
Deutschland inzwischen entgegengesetzte Bestrebungen zu den o.g. gibt.



So wurde in Frankreich das o.g. Gesetz zum Verbot englischer Wörter in der französischen Sprache aufgegeben (siehe: htt p://w ww.welt.de/kultur/article138497201/Frankreich-gibt-Kampf-gegen-englische-Woerter-auf.html; die Leerschritte in der URL bitte löschen)



und ist Deutsch wieder im Kommen (siehe: angehängter Artikel aus dem Münchner Merkur vom 30.01.2015.)





https://youtube.com/watch?v=8ggwuN5NkFs









Viele Wörter klingen einfach besser. Außerdem (ich glaub ich bin eher ein Einzelfall) lese ich viel Englisch und höre viel Englisch (beispielsweise auf Youtube) und so kommen mir mache Englische Wörter schneller im Kopf als das Deutsche oder die können sogar es besser ausdrücken.

Manche Englische Wörter kann ich beispielsweise nicht ins Deutsche übersetzen, beispielsweise embarassment, allerdings wusste ich, was das bedeutet. Nach etwa 30. Sek denken konnte ich aber bei diesem Wort (Ausnahmefall) es dann mit dem Wort ,,Peinlich" verbinden.

Ich sollte im Vokabeltest (Englisch Lehrplan in der Schule ist eh seltsam und verwirrend) Verlegen auf English übersetzen. Keine Beschreibung.

Verlegen habe ich nie gehört im Deutschen. Wirklich. Nie. Und falls, dann ist die Bedeutung mir nie im Kopf angekommen.

Ich habe es als verlegen, in Sinne von, ,,wo habe ich mein Handy weggepackt, Schatz?", ,,Ich habe es verlegen." übersetzt. (Misplaced)

Und es war ,,falsch" (nicht nach dem Buch... ... .... und das habe ich oft - ich bin einfach zu advanced in der Sprache.)

So habe ich es auch in anderen Fällen. (Und manchmal hören die Sachen sich einfach besser an. Cute, Home-Office, Underground,Job,...

Weil die deutsche Sprache ein Sprachbastard ist und der Fortschritt aus Amerika kommt.

Man entlehnt gerne aus der privilegierten Sprache. Und wenn es den Jugendlichen in der Werbung und an jedem anderen Ort des öffentlichen Lebens so vorgekaut wird, können sie ja gar nicht anders.

Vor allem das Internet darf man nicht vernachlässigen. Die jüngeren Generationen können immer besser englisch sprechen und entlehnen deswegen noch fleißiger als die anderen. Das bleiben meistens nur instantane Bildungen:

Da gehst du straight die street [Korr.: Street] entlang und kommst zu einem nicen Starbucks.

– Willibergi, Antwort zu dieser Frage

In den Kernwortschatz schaffen es nur wenige Anglizismen. Wenn man so spricht wie im Zitat oben, dann meist sowieso zum Spaß.

________

Englisch sprechen die Jugendlichen sowieso nicht. Man spricht nicht im Zeichensystem Deutsch, wechselt für ein Wort in ein anderes Zeichensystem und spricht dann weiter. Das passiert nur in solchen Fällen wie im folgenden, wobei dann angeführt (--› Anführungszeichen bzw. Kursivierung) wird, dass das Wort aus einer Fremdsprache stammt, die Fremdsprache somit zitiert wird (deswegen muss auch das ursprüngliche grammatische Geschlecht eingehalten werden):

Augustus verstand seinen Krieg offiziell als bellum externum, das(!) sich gegen die orientalische Gefahr richtete.

Die Jugendlichen sprechen so deutsch wie eh und je. Wenn man vom nicen Starbucks spricht, kann man das Deklinationsvermögen der Jugendlichen nur loben, wo die Standardsprache im Gegenzug oft versagt: 

Ich sehe ein lila Einhorn !

Kommunikation ist das Übermitteln von Informationen.
Jedes Wort, was ich weglassen kann ist informationstheoretisch gesehen überflüssig.

Wenn ich auf die Frage "Bist du da?" mit "Ja." antworte, statt "Ich bin da." habe ich nichts anderes getan als Buchstaben zu sparen. Denn von der Bedeutung her sind beide Antworten identisch.

Wenn sich weggelassene Wörter also aus dem Kontext ergeben, sind es gar keine weggelassenen Wörter, sondern nur nicht mitgeschriebene.
Wer also ein gewisses kommunikatives Grundverständnis hat und nicht unnötig rumschwafeln will, der fasst sich eben so kurz wie möglich.
Der Rest ist Ästhetik.

Wenn ich mit jemandem chatte, dann ist mir Groß- und Kleinschreibung ziemlich egal, genau so wie Interpunktion. Sowas brauche ich höchstens, um in einem Schulaufsatz eine gute Note zu bekommen oder um bei einem Bewerbungsschreiben beweisen zu können, dass mir die Regeln der deutschen Grammatik geläufig sind.

Wenn es aber einzig und allein darum geht, Informationen zu übermitteln, kommt es nur darauf an, ob die Nachricht ankommt oder nicht. Wie das geschieht, entscheidet jeder selber, basierend auf seinen Vorlieben.

Es gibt Leute, die finden diese Kurzfassungen nervig. Es gibt Leute, die finden sinnlose Ausschweifungen nervig.

Davon ganz abgesehen lässt sich jeder Halbsatz als Stilmittel kategorisieren.
Denke schon, dass jede Sprechweise nicht nur informationstheoretische, sondern auch ästhetische Gründe hat.

Satzzeichen wegzulassen erschwert aber das Verständnis. Da muss ich den Satz dann zwei oder dreimal lesen. So etwas stört mich schon. Trotzdem danke für deine Antwort. 

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