Warum muss man sich so an unsere Gesellschaft anpassen?

26 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Deine Gedanken kann ich durchaus verstehen! Es kommt häufig vor, sich dieser Frage zu stellen: wie weit darf/muss/soll/kann ich gehen, OHNE meine Authenzität völlig aufzugeben? Das erfordert ein hohes Maß an Geschick, Diplomatie, Geduld, Toleranz und, und, und ... Erfahrung, die man ja nicht mit der Geburt erwirbt. Mein Credo: bleib du selbst, aber ohne andere damit zu verletzen bzw. zu kränken. In einem Altenheim gelten bestimmte Regeln, Formen des Umgangs (leider auch bzgl. Dienstkleidung - grins - obwohl ich denke, die alten Herrschaften freuen sich gelegentlich auch an einem "bunten Hund", wenn er NICHT BELLT und BEISST! Etwas Frische hat noch nie geschadet, hier tut man den Alten Unrecht). Bei einem Bewerbungsgespräch "verkaufst" du dich in gerigem Maß, vielmehr aber bietest du etwas an: DICH und deine Möglichkeiten! Versuche stets mit einem freundlichen, lächelnden Gesicht auf Menschen zuzugehen (grummeln kann man später immer noch) und suche den Blickkontakt! Daraus kannst du gut ablesen, was geschehen kann. "Vorurteile" sind so alt, wie die Menschheit selbst und alles, was vom sog. "Normalen" abweicht, erschreckt ..... hahahaha. Versuche dir vorzustellen, wie es auf DICH wirkt. Bei näheren Hinsehen entdeckt man, dass die eigenen Ur-Ängste völlig unnötig waren. Das hat nichts damit zu tun, die Wachsamkeit abzulegen. Ich höre, sehe und beachte häufig den sog. "Außenseitern" - denn sie haben oft vielmehr zu sagen, als die "Mitläufer & Leisetreter". SIE fordern mich, SIE sind das Salz in der Suppe und es gibt xfache Beispiele dafür, dass sie für eine -positive- Überraschung gut sind! Grundsätzlich kann eine Gesellschaft ohne Regeln nicht funktionieren, aber: d.h. noch lange nicht, dass ich mich jedem Mainstream unterwerfe, alles kritiklos akzeptiere. Vielmehr kommt es auf die "Verpackung" an, mit der man sein Veto einbringt. Und: es gibt sicher Dinge, die ich bei einem Arbeitgeber hinnehmen muss .... das ist sein gutes Recht. Aber auch hier gilt: es gibt Grenzen und die auszuloten, das ist schwer und für junge Menschen besonders. Ich wünsche dir sehr, dass du DU bleiben kannst - mit Freundlichkeit, Beharrlichkeit und einem offenen Wesen wird es dir gelingen ......... Kopf hoch!

Auch sehr gut !

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Ganz dickes DH hierfür!

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@cuckoo

Ich bedanke mich sehr für die "Auszeichnung" und dafür, dass es mir anscheinend gelungen ist, PurpleShawty zu erreichen.

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@schalomisrael

gute Antwort!! Man bewirkt mehr mit Freundlichkeit, Komprissbereitschaft, Toleranz und Pazifismus als mit dem äusseren Erscheinungsbild. Wie oft hat sich schon der nette Mensch von nebenan, der völlig unauffällig war als schwarzes Schaf entpuppt :))

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Ich denke, du hast da einiges missverstanden! Wenn die Leiterin des Altenheimes das gesagt hat, hat sie das gesagt, weil sie genau weiß, dass alte, vielleicht auch etwas verwirrte Leute höchstwahrscheinlich Angst bekommen, wenn sie mit Leuten konfrontiert werden, die für sie halt ungewohnt und beängstigend aussehen. Wenn man diesen Beruf ausüben möchte wird man das eben verstehen und einsehen müssen. Wenn man nicht bereit ist, sich auf die Bedürfnisse alter Menschen einzulassen,hat man in diesem Beruf doch eh verfehlt.

klar, wegen ner roten haarsträhne bekommen sie alle angst - und bei pink auch, und dann auch bei blond, braun und schwarz? merkste was?

"Wenn man nicht bereit ist, sich auf die Bedürfnisse alter Menschen einzulassen,hat man in diesem Beruf doch eh verfehlt."

wovon reden wir hier? sich entfalten und ausleben, wie man ist, zählt zu den grundbedürfnissen - da gegen an zu arbeiten, indem man andersartige ausschließt, bedeutet für mich, dass jemand auf dieses grundbedürfnis der leute schei... wegen einer roten haarsträhne oder einem irokesen missachte ich doch keine bedürfnisse anderer leute! ich kann mir nicht vorstellen, dass es alten leuten daran gelegen ist, anderen vorzuschreiben, wie andere auszusehen haben - und wenn, ist das deren problem! aber du kannst getrost davon ausgehen, dass es den meisten alten leuten relativ egal ist.

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Ich bin da ganz deiner Meinung - es ist sehr schade, dass Jeder, der etwas von der Norm abweicht eher negativ wahrgenommen und beurteilt wird.

Wahrscheinlich denken die Heimbetreiber, dass ein etwas abenteuerliches Aussehen die alten Leute erschrecken könnte - ich glaube aber, dass die Alten viel flexibler und lockerer sind als allgemein angenommen wird. Die sind einfach froh über Jeden, der aufrichtig nett zu ihnen ist und hätten vielleicht sogar ihren Spaß an bunten Haaren ;).

Aber erklare das mal einem potentiellem Chef - oder schlimmer noch, einer Chefin...:/ - die sorgen sich dann gleich um das Renommé ihres Hauses und nehmen lieber eine, die brav und adrett aussieht ;). Da kannste wohl nix machen außer auf das Glück hoffen auf weltoffenere Vorgesetzte zu treffen - oder du musst dich selbständig machen, dann musst du dir von Niemanden Vorschriften machen lassen :).

Meinen Arzt schätze ich deshalb ganz besonders weil er auch MTA hat, die Kopftücher tragen, zumal eine von ihnen die Netteste von Allen ist.

Das beweist mir außerdem, dass er kein engstirniger Kleingeist ist und das macht ihn für mich noch sympathischer und vertrauenswürdiger.

Und wenn ich mal alt bin, dann lasse ich mich lieber von bunthaarigen Individualisten als von strengen Gouvernanten mit Dutt versorgen, soviel steht fest ;)))! Hoffentlich haben die Chefs das bis dahin alle kapiert :D!

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