Warum hilft Gott nicht?

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Hallo Tym01,

du hast viele Fragen zu Gott gepostet. Es ist schön zu sehen, dass es noch junge Menschen gibt, die an Gott glauben und die sich den Glauben nicht durch Häme und Spott ausreden lassen. 

Wusstest du, dass dein Problem eins ist, dass du mit vielen Christen teilst? Die meisten, die an Gott glauben, haben keine genaue Vorstellung davon, wer er wirklich ist, wie er handelt und wie man sich verhalten sollte. 

Es ist also noch ungenauer als der Blick durch eine Milchglasscheibe. 

Ist es nicht so?

Hinzu kommen viele Menschen, die nicht mehr an Gott glauben und dich schief ansehen. Das macht nur unsicherer, und das ist auch das Ziel dieser Menschen. 

Trotzdem stellst du seit einiger Zeit immer wieder Fragen zu Gott und lässt dich nicht beeindrucken von denen, die deine Hinweise missachten, sie mögen ihre Kommentare wie "es gibt keinen Gott" sparen. Du hast also einen eigenen, starken  Willen.

Nutze ihn dazu, deinen Weg zu finden. Du musst selbst für dich herausfinden, ob es Gott gibt oder nicht. Das kann niemand für dich tun, egal wie sehr sie hier für die eine Seite oder die andere sich einsetzen. 

Zu deiner Frage: warum hilft Gott nicht?: das haben einige hier als Antwort auch gegeben: "Wenn es einen Gott gibt, warum lässt er so viel Leid zu?". 

Die Frage ist leicht zu beantworten: weil die Menschen Gott nicht wollen, außer es passiert was schlechtes. 

Aber vertraue weiter auf Gott. Bete weiter zu ihm. Und was deine Krankheit betrifft: (1. Korinther 10:13) Gott aber ist treu, und er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie ertragen könnt.

Du kannst "Vermögen" auch mit Krankheit ersetzen. Er wird dir vielleicht nicht die Krankheit nehmen, aber er kann dir Kraft geben, sie zu ertragen. Er hilft dir vielleicht schon die ganze Zeit, ohne das du es bemerkt hast, nur eben anders, als du erhoffst. 

Das liegt daran, dass du denkst, Gott ist eine Person, die dich kennt und hört. Aber Gott ist ein Symbol, ein Zeichen, eine Idee, die der Mensch mit Leben füllen muss. Wenn du betest, dann sprichst du mit deinem eigenen Inneren. Das ist gut und kann helfen deinen Weg zu finden, aber oft brauchst du doch ein Gegenüber, das deine eigenen Ideen korrigieren kann. 

Hallo Tym01,

ein Gebet ist immer eine sehr persönliche Angelegenheit zwischen einem Menschen und Gott. Grundsätzlich wünscht sich Gott, dass Menschen zu ihm beten, denn in der Bibel heißt es: ""O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen". Wenn Gott sich als Hörer des Gebets bezeichnet, dann muss es ihm am Herzen liegen, dass wir uns an ihn wenden. Mit dem Gebet verhält es sich ähnlich, wie mit einer Freundschaft zwischen zwei Menschen: Je öfter man kommuniziert, desto enger wird das Verhältnis zueinander. Jedes Mal, wenn wir beten, kommen wir Gott ein Stückchen näher, denn in Jakobus, Kapitel 4, Vers 8 steht: "Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen."

Ist es aber so, dass Gott alle Gebete erhört? Müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit Gott unsere Gebete erhört? Die Bibel beantwortet diese Fragen zufriedenstellend.

Eine Grundvoraussetzung ist, Gott und seinen Sohn Jesus Christus zu kennen und ihnen zu gehorchen. Jesus sagte in einem Gebet zu seinem himmlischen Vater: "Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, Jesus Christus" (Johannes 17:3). Bei einer anderen Gelegenheit war die Stimme Gottes vom Himmel her zu hören, die sprach: "„Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“" (Matthäus 17:5). Auf Jesus zu hören bedeutet, ihm genau nachzufolgen und sich an seinen Geboten auszurichten (siehe 1. Petrus 2:21). Erst dann ist man im wirklichen Sinne ein Christ und ein Diener Gottes. Doch werden die Bitten eines Dieners Gottes immer und unter allem Umständen erhört?

Es gibt Beispiele, dass Gott unter bestimmten Umständen die Gebete seiner Diener nicht erhört. Als sich die Israeliten wieder einmal von Gott entfernt hatten, weil unter Ihnen viel Gewalt herrschte, ließ Gott durch den Propheten Jesaja sagen: "Und wenn ihr eure Handflächen ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu; mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden" (Jesaja 1:15).

Das zeigt also, das Gott niemals die Gebete von Menschen erhört, die Gottes Gesetze bewusst missachten. Wenn jemand erwartet, dass Gott ihn erhört, muss er unter Umständen bereit sein, in seinem Leben Änderungen vorzunehmen, um Gottes Maßstäben zu entsprechen. Er muss also das, was zwischen ihm und Gott steht, beseitigen. Andererseits zeigt die Bibel auch, dass Gott nicht unbedingt jede Bitte erfüllt.

Ein Beispiel dafür ist der Apostel Paulus. Er bat Gott mehrmals inständig, ihn von einem "Dorn im Fleische" zu befreien ( 2. Korinther, Kapitel 12, Vers 7 u. 8). Man vermutet, dass es sich bei diesem Dorn um ein chronisches Augenleiden handelte. Doch trotz seiner vielen Bitten beseitigte Gott diesen "Dorn im Fleische" nicht. Dennoch war Paulus weiterhin bereit, Gott eifrig zu dienen und war dankbar für die Kraft, die er von Gott für seinen Dienst bekam.

Es kann also auch in unserem Leben passieren, dass Gott auf bestimmte Bitten nicht so reagiert, wie man sich das gewünscht hätte. Daraus sollte man aber nicht vorschnell schlussfolgern, dass man von Gott überhaupt nicht erhört wird. Manche Bitten erfüllt er erst zu einem späteren Zeitpunkt oder auf eine Weise, die wir nicht gleich bemerken. Ganz wichtig ist es auch, wie die Bibel immer wieder betont, im Gebet zu verharren.

Wenn wir beispielsweise an Eltern denken, dann geben sie ihren Kindern auch nicht immer was sie wollen und wann sie es wollen. Bei Gott ist es ähnlich. Da er unsere wirklichen Bedürfnisse genau kennt, wird er sie wie ein liebevoller Vater zur richtigen Zeit und auf die richtige Art stillen (Lukas, Kapitel 11, Vers 11 -13).

Manchmal hilft Gott auf eine etwas unauffälligere Art und Weise. Vielleicht war ein lieber Freund genau im richtigen Moment für uns da. Möglicherweise hat Gott ihn bewogen, uns zu unterstützen. Antworten Gottes können auch durch die Bibel kommen. Oft erhalten wir durch sie den richtigen Fingerzeig, wie wir uns in schwierigen Situationen richtig verhalten müssen.

Manchmal gibt Gott seinen Dienern auch die Kraft, ein Problem ertragen zu können, statt es aus der Welt zu schaffen (2. Korinther Kapitel 4, Vers 7).
Jesus selbst machte einmal eine solche Erfahrung. Als er in einer bevorstehenden, schweren Prüfung seinen himmlischen Vater darum bat, sie von ihm zu nehmen, weil er befürchtete, es könnte Schande über Gottes Namen bringen, reagierte Gott auf diese Bitte, indem er ihm einen Engel sandte, um ihn zu stärken (Lukas Kapitel 22, Vers 43).

Wenn man Gott um etwas bittet, sollte man niemals vorschnell aufgeben! Jesus betonte immer wieder, wie wichtig beharrliches Beten ist. Hören wir nicht auf, um eine Sache zu beten, dann zeigen wir Gott dadurch, wie wichtig sie uns ist. Wir können fest darauf vertrauen, dass Gott auf angebrachte Bitten eingeht, wenn wir uns als seine Diener beständig an ihn wenden.

LG Philipp

Krank oder eingeschränkt sein ist sch..., - besch...., - bescheiden ausgedrückt: nicht wünschenswert.

Krank sein will keiner. Mit einer Einschränkung leben will auch keiner. Gott sieht Blindheit oder eine andere Einschränkung nicht als Hinderungsgrund an, dich zu lieben.

Mein Pfarrer hat mal in einer Predigt gesagt: „Gott ist kein Kaugummi-Automat - Wunsch reinstecken, einmal drehen und schon kommt das gewünschte rausgerollt.“

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das klappt äußerst selten - und wenn, dann stellt sich irgendwann die Frage, ob das jetzt wirklich so gut war.

Wenn du in einer christlichen Gemeinde bist, sprich mal mit deinem Seelsorger. Vielleicht kann er dir Wege aufzeigen, an die du noch nicht gedacht hast.

Bei uns ist das so, dass wir auch um eine Krankensalbung (LUT, Jakobus 5,14-15) bitten können. Das ist eine wirklich gute Erfahrung, und kann eine echte Glaubensstütze sein.

Wenn Du Glauben hast, und nicht zweifelst, wird Gott Deine Gebete erhören. (vgl. https://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus21,22 und https://www.bibleserver.com/text/EU/Jakobus1,5-8)

Wenn Du um Antworten bittest, solltest Du für den Anfang geschlossene Fragen (Fragen die mit ja oder nein zu beantworten sind) im Gebet stellen und darauf achten, ob Du ein bestätigendes Gefühl erhältst.

Wenn Du um Hilfe bittest, sollte diese Bitte im Interesse der Nächstenliebe liegen und auch nicht entgegen der Entscheidungsfreiheit anderer. Aus egoistischen Gründen zu bitten, steht entgegen christlicher Werte. Allerdings könntest Du andere gläubige Christen fragen, ob diese für Dich beten können, wenn es Dir beispielsweise um Deine Gesundheit geht.

Ebenso steht verteilt im Neuen Testament, dass man im Namen Jesu, also des Sohnes zum Vater beten soll und man in eigenen Worten beten soll, wie etwa Jesus eigene Worte für die Fürbitte beim Vater wählte. Das "Vater unser" ist eher ein Mustergebet. Zudem findet ein Gebet eher Gehör, wenn man so betet, dass es eben nicht von Anderen mit angehört werden kann - vgl. https://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus6,6.

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