Warum gibt es bei uns so wenig Großfamilien, könnten unsere Sozialgesetze, Jugendschutz und das Familienrecht Gründe dafür sein?

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9 Antworten

Warum gibt es bei uns so wenig Großfamilien...? ... Wenn man in das 19. Jahrhundert zurück sieht war das noch anders.

Die "Großfamilie" als angebliches familiäres Standardmodell der Familie im 19. Jahrhundert, in der Eltern, Kinder und Kindeskinder in einem Mehrgenerationenhaushalt unter einem Dache zusammenlebten, ist ein sich hartnäckig haltender Mythos!

Das Gegenteil ist durch bevölkerungsgeschichtliche Studien längst bewiesen. Mit Ausnahmen besonders im ländlichen Raum waren in den (Groß-)Städten des 19. Jahrhunderts, nicht anders als in den modernen Städten, durchgängig auf Vater-Mutter-Kinder beschränkte Kernfamilien anzutreffen, wobei diese oft nicht mehr als 2 bis allenfalls 3 Kinder hatten. Jedenfalls ist die Tendenz der Beschränkung der Kinderzahl bereits in diesen Familien des 19. Jahrhunderts unverkennbar.

MfG

Arnold

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Kommentar von phantasma1
18.07.2016, 16:05

das ist so nicht richtig. selbst königs waren vom kinderreichtum betroffen. die meisten familien waren großfamilien. es war die regel das viele kinder geboren wurden. die marode versorgung, die nicht vorhandene hygiene bis anfang des 20. jahrhunderts sorgten für eine immens hohe säuglingssterblichkeit und auch müttersterblichkeit. kinderkriegen war gefährlich.

wenn frau also nicht gerade geld für eine engelmacherin hatte um die leibesfrucht los zu werden - in der hoffnung dies auch zu überleben oder anderweitig irgendwelche kräuter einnahm zur verhütung, bekam frau kind nach kind bis es irgendwann nicht mehr ging. egal ob auf dem land oder in der stadt. darum waren so viele menschen verelendet.

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Unter Großfamilie versteht man in der Regel nicht einfach nur kinderreiche Familien, sondern Familien, bei denen mehrere Generationen zusammen leben.  Ich wüsste kein Gesetz, wonach das verboten ist oder erschwert wird. Es ist eher eine freiwillige Entscheidung der Menschen. Statt dass Oma und Opa dann nach den Kindern schauen, zahlt man lieber den Babysitter oder den Kinderhort.

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 Heute gibts Verhütung, darum bekommen Frauen dann Kinder wenn sie es wollen und auch so viele wie sie wollen. In der Regel wollten Frauen zu keiner Zeit 8 oder mehr Kinder. Wer will die denn alle versorgen. Menschen heute wollen Freiraum, sich und Kindern auch was gönnen können - denn Kinder kosten in erster Linie Geld.

Es ist also ein Fortschritt, den Frauen für sich errungen haben um so, Großfamilien im großen Umfang zu verhindern.

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Ich finde es richtig, dass es wenige Großfamilien gibt. Das Wort Großfamilie bedeutet an sich schon, dass zwei Eltern mehr als zwei Kinder haben. Das hätte zur Folge, dass die ohnehin schon vorhandene Überbevölkerung von Generation zu Generation verschlimmert würde.

Wichtig in der Familie sollten vor allem ethische, moralische und gesellschaftliche Werte sein, in so manchen Großfamilien in vor allem sozial schwachem Umfeld wird dies oft vernachlässigt und die kommende Generation übernimmt dies dann noch mehr für die eigenen Nachkommen. Dagegen stehen Einzelpersonen, Eheleute oder Kleinfamilien oft mit hohen gesellschaftlichen Ansprüchen und ein entsprechender Druck wird an die kommende Generation und dann entsprechend weiter übertragen. Beide Formen sind langfristig ungesund für eine stabile Gesellschaft.

Viel wichtiger wäre es, ein Gleichgewicht zwischen Job und Familie, zwischen der Anzahl der Eltern und der Kinder, zwischen der eigenen Erziehung und der der Kinder in Liebe und Güte zu erfahren und zu vermitteln, damit die Kinder ihren Kindern ebenfalls positive ethische, moralische und gesellschaftliche Werte vermitteln. Es gibt auch die Aussage, dass kein noch so großer beruflicher Erfolg ein Versagen in der Familie rechtfertigen oder wettmachen kann, und dem ist auch so. Man kann aber auch ohne beruflichen Erfolg als Elternteil versagen, wenn man es nicht schafft, seinen Kindern gute ethische, moralische und gesellschaftliche Werte zu vermitteln und sie in Liebe und Güte aufwachsen zu lassen. Niemand ist vollkommen, aber man sollte danach streben, und das geht nur mit Liebe, Güte, Geduld und Weisheit. Dann kann man auch dazu beitragen, dass auch die Kinder und deren Kinder ihren Beitrag für eine gesunde Gesellschaft erfüllen und ein glückliches Leben führen können.

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Das liegt vorallem daren, dass viele Kinder viel Geld kosten und arbeit machen. Daher sind die meisten mit 1 - 2 Kindern ganz glücklich. Dazu kommt noch dass Kinder auch ein Armutsrisiko bedeuten. Und hier ist klar ein Versagen in der Politik zu bemängeln.

Die Großfamilien aus den vorherigen Jahrhunderten sind nicht zu beneiden gewesen. Es gab ja keine Verhütung und die meisten Leute waren ziemlich Arm. Das ist wenig reizvoll, finde ich.

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"Kaum" ? Bei mir im Ort gibt es dank der ganzen Pfingstler sehr viele Großfamilien mit bis zu 10 Kindern. Trauriger Weise sind es oft solche Familien, welche sich von staatlicher Hilfe unterhalten lassen und keinen Handschlag zur gesellschaft beitragen. Meiner Meinung nach sind Großfamilien für jedes einzelne Kind nachteilhaft, da diese nur zu wenig Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekommen.

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Das 19. Jahrhundert ist mit der heutigen Zeit (gottseidank) kaum vergleichbar. 

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Oh, bei uns gibt es sehr, sehr viele Großfamilien. Sie kommen alle aus Russland und aus Rumänien.

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Die deutsche Politik und die Meinungsindustrie sind in der Tat seit Jahrzehnten sehr familienfeindlich. Für alles hat man Geld, nur nicht dafür, durch familienfreundliche Gesetze und Finanzhilfen den deutschen Nachwuchs zu fördern.

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Kommentar von S7donie
17.07.2016, 20:16

Die Welt ist überbevölkert, man muss nichts fördern. Gibt schon genug Menschen.

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Kommentar von uncutparadise
17.07.2016, 20:30

Komisch. Da, wo viel weniger gezahlt wird, gibt es mehr Nachwuchs. Aber das Phänomen: je mehr Wohlstand, je mehr Technik, desto weniger Nachwuchs ;-)

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Kommentar von phantasma1
18.07.2016, 16:01

das ist hohl was du schreibst. nirgendwo auf der welt wird soviel gezahlt für familien und  kinder wie in deutschland: kindergeld, sozialgelder, bildung und teilhabe, vermindertes mittagessen, kostenlose betreuung für arme familien. was denn noch?

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