Warum dürfen Zeugen Jehovas heute mit Gläsern anstoßen, aber feiern keine Geburtstage oder Weihnachten wegen „heidnischem Ursprung?
Ich habe eine Frage zur Logik hinter den Regeln der Zeugen Jehovas. Früher war es streng verboten, beim Anstoßen mit Gläsern „Prost“ zu sagen, weil das angeblich einen heidnischen Ursprung hatte. In den Publikationen hieß es, das sei dämonisch oder spiritistisch. Wer es tat, galt als „weltlich gesinnt“.
Heute wird das plötzlich als Gewissenssache dargestellt, weil „heutzutage denkt niemand mehr an heidnische Bräuche“. Damit wird der Ursprung quasi ignoriert, weil der Brauch im Alltag eine ganz andere Bedeutung hat.
Aber: Bei Weihnachten oder Geburtstagen argumentieren die Zeugen Jehovas genau andersherum. Da heißt es: „Es ist egal, dass niemand mehr an heidnische Götter denkt, der Ursprung ist heidnisch, also bleibt es Götzendienst.“
Warum ist bei Anstoßen der heidnische Ursprung heute egal, bei Weihnachten aber nicht? Ist das nicht inkonsequent?
Und wie passt das zu dem Anspruch, dass alle Regeln von Gott kommen und „neues Licht“ seien?
Mich interessiert, wie ihr das seht – reine Neugier und Diskussion, keine Hetze.
3 Antworten
Weihnachten ist mit rituellen Elementen und dem Gedenken an Christus verbunden, das aus ihrer Sicht von heidnischen Festen übernommen wurde; Geburtstage haben aus Sicht der Zeugen Jehovas symbolische Elemente, die in antiken Kulturen als heidnisch galten. Auch wenn moderne Feiernde diese Ursprünge nicht mehr bewusst beachten, wird der Ursprung als entscheidendes Kriterium herangezogen.
Die Organisation sieht sich befugt, Lehren und Auslegungen auf Basis aktueller Einsichten anzupassen. Kritiker sehen darin allerdings Inkonsequenz: Praktiken mit ähnlichem Ursprung werden unterschiedlich bewertet, abhängig von der sozialen oder theologischen Einschätzung der Praxis.
Die unterschiedliche Behandlung basiert auf einer Kombination von historischer Praxis, wahrgenommener Bedeutung und theologischer Neuauslegung. Außenstehend wirkt das inkonsequent, innerhalb der Organisation wird es als Ausdruck von „neuem Licht“ und Gewissensfreiheit erklärt.
Gruß aus Tel Aviv
Kann man nur vermuten was den Ältesten da so im Kopf herumschwirrt. Weihnachten hat ja einen direkten Bezug zu Jesus. Dessen Geburt zu feiern scheint denen nicht zu gefallen. Es wird ja an Weihnachten auch nicht der Geburtstag an sich gefeiert sondern die Geburt. Dass dieser überhaupt geboren wurde ist der Grund des Weihnachtsfestes. Da sie keine Trinitarier sind und Jesus nicht so wichtig bei den ZJ ist, scheinen Feste die direkt was mit Jesus zu tun haben verpönt. Die wollen JHWH, den sie Jehova nennen in den Fokus rücken. Das Zuprosten mag zwar mal eine alte römische Sitte gewesen zu sein hatte aber nicht direkt was mit Jesus zu tun.
"Anstoßen" ja - aber nur mit Wasser und Milch. Alkohol darf nicht getrunken werden.
ja danke, die erzählen ja viel, mir hat ein Bezirksirgendwas von den ZJ vor vielen Jahren mal gesagt, dass ZJ niemals ins "Internet" gehen werden, denn da sind ja auch schlechte Dinge drin, auch nackte Frauen.
Was er nicht wußte, das war, dass die ZJ/USA schon ihre heutige Seite laufen hatten. Hehehe!
stimmt nicht, die zeugen dürfen Alkohol trinken, die adventisten dürfen keinen Alkohol trinken