Warum denken viele sie müssten kein Trinkgeld mehr geben?

15 Antworten

Da es nicht mehr üblich ist, daß Arbeitnehmer einen großen Teil des Einkommens aus Trinkgeldern bestreiten müssen, wie es noch bis in die 20'er Jahre des letzten Jahrhunderts praktiziert wurde, entfällt das Trinkgeld. Zumindest hier in Deutschland.

Gerne geben darf man immer, vorausgesetzt, es ist erlaubt.

Ich gebe dann, wenn ich ausgesprochen zufrieden bin und der Service wirklich gut war. Wer den Servicegedanken nicht verinnerlicht hat und entsprechend arbeitet, geht dann eben leer aus.

Ich selbst arbeite in der Dienstleistung und bekomme seltenst ein Trinkgeld. Das erwarte ich auch nicht. Aber ich bin ganz sicher sogar kritischer, als andere, weil ich weiß, wie guter Service aussehen sollte. Da fallen mittlerweile ganz viele durch das Raster.

Trinkgeld gibts gibt man nur, wenn ein Dienstleister /Servicemitarbeiter
sich über den normalen Rahmen hinaus, nämlich aussergewöhnlich bemüht.
Z.B. wenn ein Taxifahrer einer Omi die Tasche in den 5. Stock trägt oder
der Kellner eine ganz besonders gute Empfehlung gegeben hat.

Der Bringbub vom Pizzaservice z.B. hat keinerlei Trinkgeld verdient. Er tut nur, wofür er bereits bezahlt wird. Wenn das zu wenig ist, hätte er in der Schule besser aufpassen oder bei der Einstellung besser verhandeln müssen.

Was kommt als nächstes? Fühlen wir uns dann verpflichtet, dem Kassierer bei Kaisers Trinkgeld zu geben? Dem Prospektausteiler von Real? Oder den Politessen, die Falschparker aufschreiben? Warum bekommen die kein Trinkgeld?

Ich möchte klarstellen: ICH persönlich gebe auch Trinkgeld, aber nicht automatisch, sondern nur denen, die es sich durch hochwertige Dienstleistung verdient haben.

Im Grunde sehe ich nicht wirklich ein, weshalb ein Trinkgeld (heutzutage) nötig ist. Es ist Sache des Arbeitgebers, das Servicepersonal zu bezahlen, und der Lohn seiner Angestellten ist im Preis der Speisen und Getränke enthalten (oder sollte es sein). Von der Bedienung in einem Restaurant erwarte ich eine gewisse Freundlichkeit, ja, aber das erwarte ich auch von einem Schalterbeamten in einer Bank, und da gibt es trotzdem kein Trinkgeld.

Aus Bequemlichkeit runde ich Beträge in Cafés und Restaurants normalerweise auf. Zusätzliches Trinkgeld gebe ich sehr selten, allenfalls für wirklich herausragenden Service.

Ich denke, vielen Gästen ist nicht klar, wie die Gastronomie kalkuliert. Grundsätzlich gehört Trinkgeld zum Einkommen der Servicekräfte, denn die Küche hat nach wie vor einen höheren Stundenlohn. Kaum ein Gastwirt, ob Gastronom oder Hobbywirt, kalkuliert noch Bediengeld. Die Kellner erhalten den niedrigsten Stundenlohn, 8,50 brutto, und müssen dafür alles reißen. Die Einkommen in der Gastronomie sind so verkommen, dass sich gerade Aushilfen auch gar nicht bemühen. Leider sind sie letztlich auch nur Tablettträger. Trotz allem, wer einen guten Job macht, dem sollte man auch zwischen 5 und 10%, je nach Anlass, zukommen lassen.

In jeder Branche die verkauft werden die Personalkosten in den Preis einkalkuliert, im DL Bereich, im Handel, im Handwerkerbereich. Überall werden möglichst nur 8,50 Brutto die Std. gezahlt, egal ob Vollzeit oder Aushilfe. Kein Verhältnis oder?

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