Wann kommen Pilze?

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6 Antworten

Hallo,

(Mykorrhiza-/Wurzel-) Pilze kommen dann, wenn der Boden genügend Feuchtigkeit hat und das Pilzgeflecht sich entwickeln konnte, um schließlich die Fruchtkörper = Pilze ausbilden zu können.

Ich nenn Dir mal ein Beispiel. Nach einer Trockenphase benötigt der Steinpilz (boletus edulis) ca. 40 Liter auf den Waldboden, um sich entwickeln zu können. 40 Liter auf den Waldboden bedeuten aber, dass es weitaus mehr regnen müsste, da die Verdunstung erst mal sehr groß ist und im Boden vielleicht nur 50 % des Niederschlags versickern. Wie hoch die Verdunstung ist, hängt dann wieder von der jeweiligen Zusammensetzung des Waldes ab, da Laubbäume mehr Wasser durchlassen, als z.B. Nadelbäume.

Nach einer Trockenheitsperiode ist die Oberfläche des Bodens erst mal versiegelt und das Wasser kann nicht eindringen, sondern läuft ab. So verpuffen starke Niederschläge oft, ohne direkt in den Boden zu gelangen.

Man kann frühestens eine Woche nach Niederschlägen mit einsetzendem Pilzwachstum rechnen, wenn denn die Mengen ausreichend sind, nach meinen Erfahrungen dauert es noch erheblich länger, so ca. 14 Tage.

Niederschlagsmengen sind meist subjektiv empfunden und man liegt da sehr oft völlig daneben. Deshalb ist es für einen jeden Pilzsammler ein "Muss", sich einen Regenmesser aufzustellen, der dokumentiert, was tatsächlich am Boden ankommt.

Um bei dem Beispiel zu bleiben: 40 Liter sind eine Wassersäule von 4 cm auf den Boden! Zu beachten ist auch, dass die Niederschlagsmengen sehr stark variieren können und der Niederschlag im Waldgebiet ist nicht immer identisch mit dem eigenen gemessenen Niederschlag am Wohnort.

Aber auch bei Trockenheit bzw. wenig Regen findet man interessante Pilze im Wald, man muss nur wissen, wo es feuchter ist und wo sich Wasser z.B. sammelt. Und da gibt es noch eine ganze Menge Tipps aus der Praxis ... ;-)

Solches und ähnliches Wald- und Pilzwissen wird in praxisorientierten Kursen vermittelt. Leider sind sehr viele Seminare in dieser Hinsicht wenig praxisorientiert, sondern eher theoretisch angehaucht. Pilzwissen und Pilzerfahrung kann man nicht durch eine Sachverständigen-Prüfung erwerben. Was zählt, ist die Zeit, die jemand im Wald verbracht hat und schließlich geht es nur über die Erfahrung. Ist wie auf der Jagd oder beim Fischen - nur wer fast täglich draußen ist und die Natur beobachtet, weiß was geht ;-)

http://www.naturpark-spessart-erleben.de/pilzf%C3%BChrungen/

Liebe Grüße

Jürgen

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"davor war lange Trockenheit" - das sorgt dafür, dass der pilz in den oberen Erdschichten vertrocknet. er kann dann bei besonders feuchtem wetter nicht schnell früchte schieben.

es kommt auch darauf an, was für Pilze du sammelst - z.b. sommersteinpilze wirst du jetzt nicht mehr körbeweise finden.

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Kommentar von herthabsc2001
09.09.2016, 10:43

Ich sammle immer Steinpilze Maronen und Birkenpilze die Pfifferlingszeit ist hier schon beendet aber was mir noch eingefallen ist das ich tatsächlich 2 komplett staubtrockene Maronen gesehen hab... aber danke für die hilfreiche Antwort:)

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Ich vermute, daß die 2 Tage Regen einfach nicht gereicht haben. Mangelnde Wärme ist sicher nicht der Grund.Denn je nach Wärme kommen ja andere Pilze.

Bei uns ist ebenfalls nichts los- wohl auch immer noch zu trocken.

Nur einige wunderschöne schuppige Porlinge haben wir heute gefunden, aber an einem lebenden Baum. Da haben die Pilze ihr Wasser aus dem Baum gezogen und der sein Wasser aus dem Grundwasser .

Wann man Pilze wo findet, ist jedes Jahr anders. An Zeiten halten die sich nur sehr eingeschränkt. Dieses Jahr scheint allgemein ein ziemlich schlechtes Pilzjahr zu sein (zu trocken). Seit Juni ist kaum noch was los.

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Ja, seltsamerweise tut sich heuer, obwohl es mehr geregnet hat, als in den Vorjahren, nicht so viel mit Pilzen. Vielleicht ist es nicht warm genug?

In unserem Garten haben wir normalerweise jede Menge Wiesenchampignons, heuer gerade mal 3 Stk. 

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Kommentar von herthabsc2001
09.09.2016, 10:29

Das kann sein das der Boden erst mal Wärme braucht in den letzten 3 Tagen hatten wir immer um 24 Grad ich werde morgen nocheinmal gucken gehen und berichten

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das hängst ganz entscheidend davon ab wo man wohnt und Pilze sucht. Es gibt Sommerpilze, auch Steinpilze. In manchen Gegenden kann man schon seit Juli Steinpilze finden (Pfalz), dort wo ich wohne vermehrt seit ca. 4 Wochen. 

http://www.pilz-seminare.de/oekologie.html

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Da war bereits jemand vor Dir !

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Kommentar von herthabsc2001
09.09.2016, 10:26

Das ist es ja es Gab keine Pilzreste und auch keine ungenießbaren Pilze und immer wenn schon jemand da war ging man 20 Meter weiter hoch und fand was doch diesmal stand gar kein Pilz

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