Wann ins Krankenhaus oder wann den krankenwagen rufen?

6 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn man am Boden liegt und absolut keine Chance besteht aufzustehen und sich irgendwie zu helfen, würde ich definitiv den Krankenwagen rufen. Wegen Kleinigkeiten eher nicht. Z. B. hatte ich früher mal mein Knie verstaucht und bin irgendwie aufgestanden und sogar ohne Krücken zum Arzt gelaufen. Na klar hatte Schmerzen, aber es war zum aushalten. Ich war vorsichtig.

Auch hatte ich damals von Arzt keine Krücken bekommen und bin überall trotzdem hingekommen. Aber wenn es gar nicht mehr geht, würde ich Krankenwagen rufen. Es gab mal in Youtube einen Fall. Da war ein Mann, Alkoholiker, und der hat schon sehr oft sich im Krankenhaus bringen lassen wegen Rückenschmerzen, obwohl nie etwas festgestellt wurde. Normalerweise geht man damit erstmal zum Arzt und nur wenn man sich wegen Rückenschmerzen gar nicht bewegen kann, sollte man meiner Meinung nach im Krankenhaus. Die im Krankenhaus haben wichtigere Fälle, denke ich mal.

Es ist gar nicht so einfach, pauschal zu sagen, was wann richtig ist. Ich sage immer : "je schlimmer desto Blaulicht. "

Im Ernst: auf jeden Fall immer den Notruf wählen sollte man bei lebensbedrohlichen Zuständen. Dazu zählen Einschränkungen des Bewusstseins, Atemnot, schwere Kreislaufprobleme, Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall oder Epilepsie, schwere Unfälle und Stürzen, schwere Unterzuckerung. 

Viele andere Situationen benötigen den Rettungsdienst nicht unbedingt wegen der Schwere der Erkrankung, aber wegen der besonderen Ausrüstung. Ein gebrochenes Bein mg z.B. Nicht soooo lebensbedrohlich sein, aber man braucht schon einen Rettungswagen mit Trage, denn wie soll man sonst ins Krankenhaus kommen? Auch starke Schmerzen kann man schon vor dem Transport beenden, wie in dem vorgestellten Fall mit der Schulter -Luxation. 

Manchmal reicht natürlich auch der Hausarzt oder Kassenärztliche Notdienst aus. Das ist nicht immer leicht zu unterscheiden.  Hier mal Beispiele:

1.) Du hast Husten, Schnupfen und Heiserkeit, fühlst dich krank und abgeschlagen. Erkältung.  Dies ist ein Fall für den Hausarzt. Reicht auch morgen. Oder auch gar nicht.

2.) Du hast Husten, hast schwer Fieber und liegst nur noch im Bett mit Schüttelfrost. Es geht dir richtig dreckig. Vielleicht ne Lungenentzündung? Das sollte sich heute noch  ein Arzt ansehen, der muss aber nicht mit Blaulicht kommen. Also ärztlicher Notdienst (telefonisch unter 116117). Vielleicht schickt der dich auch per Krankenwagen in die Klinik. Kein Arzt erreichbar? Nagut, dann eben doch 112. Das kann nicht bis morgen warten.

3.) Du hast ja doch bis morgen gewartet! Als deine Angehörigen dich finden kannst du kaum noch sprechen und bekommst im Fieberdelirium fast nichts mehr mit. Deine Haut ist grau-blau und du kämpfst röchelnd um jeden rasselnden Atemzug. Offensichtlich bist du in großer Gefahr - du brauchst sofort einen Notarzt. Die Nummer bei Kummer ist hier die 112.

Du siehst, ein einfacher Infekt kann sich ganz unterschiedlich darstellen. Man kann es einfacher formulieren: wenn du denkst, dass die Hilfe noch bis morgen oder zumindest heute abend warten kann, ruf den Hausarzt oder Kassennotdienst. Wenn die Hilfe schneller kommen muss, ruf 112. Im Zweifelsfall führt der Mensch am Notruf dich auch durch das Gespräch und schickt dir das, was du brauchst. Die Schulter deines Bruders konnte jedenfalls zu Recht nicht bis zum nächsten Tag warten.

Bei Brüchen und lebensbedrohlichen Notfällen, Schock, abgetrennten Gliedmaßen, Verdacht auf Herzinfarkt, Schlaganfall, Lähmungen, schweren allergischen Reaktionen, Asthma...

Dein Bruder kann aufgrund der ausgekugelten Schulter unter Schock gestanden sein, daher ist es richtig, den Krankentransport zu rufen. Wenn ihn ein Privatmensch mit dem Auto fährt, könnte er unterwegs kollabieren.

Man wird nicht bestraft, wenn man 112 wählt - hier sitzen Profis in der integrierten Leitstelle, Symptome schildern, und die sagen einem, was zu tun ist oder entscheiden selbst den Transport.

Was möchtest Du wissen?