Während der Arbeitszeit beten, muslimischer Glaube, "Regeln" des Koran?

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10 Antworten

Ich sehe hier grundlegend erst einmal ein aufklärendes Gespräch zwischen Arbeitgeber und dem betreffenden Arbeitskollegen. Denn zunächst einmal besteht mal Erörterungsbedarf, warum er erst nach 4 Jahren Betriebszugehörigkeit nun auf die zeitlich definierten Gebete "besteht". 

Eventuell betet er ja momentan verstärkt um die Genesung seiner Frau. Da KÖNNTE sich dann eventuell ja noch ein Konsens zwischen Arbeitgeber und dem betreffenden Arbeitnehmer ergeben, wenn diese Gebete nur vorübergehend am Arbeitsplatz nach den Regeln des Koran erfolgen ( müssen ), die allgemeine Produktion / Teamleistung dadurch nicht nachteilig beeinträchtigt würde und im Zuge der Gleichbehandlung mit den Arbeitskollegen dann wirklich für die Zeiten der Abwesenheit ausgestempelt wird. ( hier kommt es bezüglich konkreter Regelungen aber auf die Art der Entlohnung / Zeiterfassung und Schichteinteilungen an ).

Grundlegend ist aber erst einmal die genaue Begründung des betreffenden Arbeitnehmers anzuhören.

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Kommentar von Abuterfas
12.04.2016, 08:28

Mit dem Kollegen reden werde und wollte ich noch machen.

Die Entlohnung ist der Stundenlohn in einem Vollkontischichtsystem.

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Hier stehen noch interessante Infos:

www.hans-gottlob-ruehle.de/ArbeitsrechtIX/Arbeitsrecht\_107/arbeitsrecht\_107.html

- wenn der Betriebsablauf gestört wird, kannst du das Beten verbieten. Wenn er trotzdem beten geht, kann das abgemahnt werden.

- der Moslem darf nicht einfach abhauen, sondern muss sich abmelden.

- Beten ist Pause. So wie Raucher zum Ausstemepeln verdonnert werden können, kann auch der Betende dazu verdonnert werden. Betzeit ist keine Arbeitszeit!

- das reguläre Gebet dauert etwa 3 Minuten. Wenn irgend möglich, sollte das erlaubt werden, außer wenn das wirtschaftlichen Schaden für die Firma bedeuten würde. Mehr muss nur dann hingenommen werden, wenn es den Betriebsablauf nicht stört.

Wenn der Gläubige nicht aufs Beten verzichten kann/will und wenn gleichzeitig seine Abwesenheit außerhalb der tariflichen Pause zu erheblichen Störungen des Betriebsablaufes führen würde, muss er sich eben einen passenden Arbeitsplatz woanders suchen. 

Wie das aus Koransicht aussieht, ist unterschiedlich je nach Glaubensrichtung. Da gibt es unterschiedliche Fatwas. Die einen verbieten es, Gebete zu verschieben oder zusammenzufassen, andere sagen, wenn es auf der Arbeit nicht geht, muss man es eben nachholen.


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http://www.arbeit-und-arbeitsrecht.de/kommentare/gebetspausen-waehrend-der-arbeitszeit

da kannst du nochmal nachlesen. in der regel ist es doch aber keine stunde die der gläubige braucht um sein gebet zu verrichten. das sollte in einigen minuten geklärt werden. wenn der arbeitgeber es duldet, ist das eine sache. wenn er dies vielleicht nicht weiß eine andere. habt ihr euch mal als belegschaft darüber beschwert. dann kann ja jeder für einige stunden zusätzlich zur pause den arbeitsplatz verlassen.

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Ich verstehe nicht, was diese Frage mit Religionsfreiheit zu tun hat. Religionsfreiheit bedeutet doch nicht, dass ein Arbeitnehmer seine Arbeitszeit selbst bestimmen darf und auch noch verlangt, für's Beten bezahlt zu werden.

Der Arbeitgeber hat das Recht, die Anwesenheit des Arbeitnehmers für die vereinbarte Zeit zu verlangen. Also wenn ein 8-Stundentag vereinbart und auch bezahlt wird, kann der AN nicht beschliessen, nur 7 Stunden zu arbeiten. Wünscht et dies, KANN der AG dies gewähren (Ausstempeln ist dann selbstverständlich, alles andere wäre den Kollegen gegenüber unfair), MUSS aber nicht, weil es z.B. wie im vorliegenden Fall den Arbeitsablauf stört.

Dass der AN zu Hause nicht beten kann, weil seine Frau krank ist, ist lächerlich. Selbst wenn ihr Heim nur aus einem einzigen Raum bestehen sollte (was sehr unwahrscheinlich ist), wird es seine Frau wohl nicht stören, wenn ihr Mann leise betet. Aber das nur nebenbei, denn die Frage ist irrelevant. Jeder kann beten, wann er will, aber er kann halt nicht gleichzeitig arbeiten. Also muss er sich eine Arbeit suchen, die mit seinen Gebetszeiten vereinbar ist.

Ein AN, der sich unerlaubt vom Arbeitsplatz entfernt, riskiert Abmahnung oder Kündigung (ich weiss nicht, ob die deutschen Gesetze hier eine sofortige Kündigung erlauben, oder erst nach vorheriger Abmahnung).

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Das kenne ich auch. Bei der Bundeswehr gab es bei uns einen Chef, der ging auch immer wieder und die Arbeit blieb liegen. Leider durfte ich nicht erleben, wie er dies im Kampf gehändelt hätte. Was wäre wichtiger, das Gebet oder die eigene Sicherheit.

Und was sagt der Chef bei Euch dazu?

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Kommentar von TheDarkLegend
12.04.2016, 08:07

In einer Kampfsituation ist der Gläubige von seinen Gebetspflichten entbunden.

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Kommentar von TheDarkLegend
12.04.2016, 08:24

Es gibt eine festgelegte (variiert jedoch ortsabhängig) Zeiten. Sagen wir es ist Nachmittagsgebet, dann gibt es einen gewissen Zeitraum bspws 16-18 Uhr

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So ganz verstehe ich Dein Problem ja nicht, denn Dich würde man ja auch entsprechend beten lassen.Wenn er ausgestempelt ist fehlt er doch ebenso am Arbeitsplatz, somit geht es doch eher darum, dass Du ihm nicht gönnst, dass er bezahlt wird in dieser Zeit. Ich habe vor einiger Zeit in mehreren Gebäuden ein Rauchverbot verhängt, was zur Folge hatte, dass die Anzahl der Raucher in der dort tätigen Firma angestiegen ist, wie mir der Unternehmer berichtete. Nun hatten wir die betenden und die rauchenden Mitarbeiter. Mir persönlich lag es stets fern in den Gebetsdrang der gläubigen Mitarbeiter einzugreifen, eher im Gegenteil...ich habe eine Art der Bewunderung für diese Menschen. Du solltest Dich fragen, ob Du persönlich nun wirklich einen besonderen Nachteil erleidest, weil Dein Kollege beten darf.

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Kommentar von Abuterfas
12.04.2016, 08:33

Wie gesagt, er soll beten, nur kann und möchte ich nicht mit zweierlei Maß messen. Ich gönne jedem sein Geld, wenn dafür etwas getan wird. Am Ende des Tages halte ich meinen Kopf dafür hin, wenn etwas schief geht, da ich den Kollegen vorgesetzt bin.

Für mich ist diese Situation nur komplett neu und ich möchte einen Konsens finden, der allen gerecht wird. Sowohl dem Betenden, als auch dem Unternehmen gegenüber. Nur bevor das an die große Glocke gehangen wird und sich mein Chef einschaltet, interessieren mich Meinungen anderer dazu.

Du solltest Dich fragen, ob Du persönlich nun wirklich einen besonderen Nachteil erleidest, weil Dein Kollege beten darf.

Einen Nachteil insofern, das ich mich damit jetzt befassen darf/muss und sich die anderen Kollegen, die in der Zeit für ihn mitarbeiten müssen sich beschweren. Nicht wegen dem Gebet, sondern weil "fluchtartig" die Anlage verlassen wird und dann alle im Regen stehen. Ok, das könnte man dann noch als mangelnde Kommunikation intern bezeichnen.

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Kommentar von Zicke52
04.06.2016, 14:48

Ach so, du bewunderst die Menschen, die täglich einer Stunde ihrer regulären Arbeitzeit für Ihre privaten Tätigkeiten abzweigen?

Warum nicht, wenn der Arbeitgeber so großzügig ist. Aber nur, wenn er dieses Privileg allen seinen Angestellten gewährt, also darf jeder täglich eine Stunde der bezahlten Arbeitszeit frei nehmen. Wozu er diese Zeit dann benutzt, ist seine Sache. 

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Zu Punkt 1) Geht dich nichts an, weil du nicht das Gehalt zahlst.

Zu Punkt 2) Die Probleme hättet Ihr auch, wenn er sich ausstempeln würde.

Zu Punkt 3) Geht dich erst Recht nichts an, zumal er sich auch Kollegen gegenüber nicht rechtfertigen muß.

Überleg nochmal exakt, was GENAU dich jetzt stört...

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Kommentar von Blacklight030
12.04.2016, 08:12

Du bringst es auf den Punkt

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Kommentar von Abuterfas
12.04.2016, 09:19

Danke für die Beiträge. Ja, ich muss mich selbst rüffeln und mir an die eigene Nase fassen, was die mangelden Infos angeht. Sorry dafür!

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https://de.wikipedia.org/wiki/Sal%C4%81t

hier steht einwandfrei , dass   es keine  festen uhrzeiten gibt sondern nur ZEITEN   als kann der kollege durchaus auch verschieben !!  er ist wohl noch nicht lange  in diesem glauben verankert  .

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er muss es als Pause zählen, nicht als Arbeitszeit...

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Eine Stunde fehlende aber bezahlte Arbeitszeit täglich kann ein Chef nicht akzeptieren. Das schuldet er auch seinen Mitarbeitern, die das nicht machen. Also, Ausstempeln ist das Mindeste. Man könnte es auch ganz verbieten, wenn der Betriebsablauf leidet.

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