von katholisch zum Hinduismus wechseln?

12 Antworten

Zunächst einmal: wieso suchst du nach einer passenden Religion, wenn du nicht an Gott glaubst? Oder meinst du vielleicht, dass du nicht glauben kannst, dass Gott so ist, wie er im Christentum dargestellt wird?

Hinduismus ist keine einheitliche Religion, sondern ein in der westlichen Welt geschaffener Oberbegriff für all die verschiedenen spirituellen Gruppierungen in Indien.Neben denen, in denen die Höchste Persönlichkeit Gottes direkt verehrt wird gibt es noch unzählige andere, in denen man Halbgötter (sozusagen Verwaltungsbeamte) verehrt.

Man kann einer dieser Gruppierungen beitreten, aber dazu ist es erforderlich, von einem ihrer spirituellen Meister Einweihung zu nehmen. 

Es gibt verschiedene "Sampradayas" (Schülernachfolgen) die unterschiedlichen Traditionen folgen. Bei der Einweihung verspricht man Gott und dem spirituellen Meister für den Rest dieses Lebens bestimmten Regeln zu folgen und bestimmte Mantras zu chanten. Außerdem betrachtet man sich als Diener des spirituellen Meisters und folgt seinen Anweisungen. Und der spirituelle Meister verspricht, alles in seiner Macht stehende zu tun, um den Schüler aus dem Kreislauf von geburt und Tod zu befreien.

Du siehst, das ist nicht "billig", es erfordert Arbeit an sich selbst und kann mit christlichen Lehren, wie "Jesus ist für mich gestorben, ich muss mich nicht selbst bemühen" nicht verglichen werden.

Die hier in einer Antwort erwähnte Internationale Gesellschaft für Krsna-Bewusstsein (ISKCON) ist so gut wie die einzige Organisation in der westlichen Welt, in der man als "Westler" Einweihung nehmen und Bhakti-Yoga ernsthaft praktizieren kann. Sie hat außerhalb Indiens ca. 1 Million registrierte Mitglieder, die Zahl der "Sympathisanten" ist schwierig einzuschätzen. Es stimmt nicht, dass sie seitens der Hindus nur kritisiert sind. Kritik kommt allerdings von Seiten der "Kasten-Brahmanas", die auf ihr Geburtsrecht pochen und Menschen, die nicht in eine Kaste hineingeboren wurden als Kastenlose ansehen. das ist jedoch keine vedische Lehre, sondern beruht darauf, dass Brahmanas ihre Position missbraucht haben, um eigene Macht,  Ansehen und finanzielle Vorteile zu sichern. Ansonsten findet ISKCON auch in Indien sehr viel Anerkennung. Sie ist weltweit in fast allen Ländern vertreten und wird in vielen Ländern, z.B. in England offiziell anerkannt.

Ganz nebenbei: Das vedische Wissen ist das einzige spirituelle Wissen, dass Antwort auf alle Fragen bietet. Es ist eine wirkliche Wissenschaft und bietet allen Menschen, unabhängig ihrer Herkunft und ihres spirituellen Entwicklungsstandes die Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln.

Wenn du Fragen nach dem Sinn des Leben hast, wirst du dort die einzigen schlüssigen Antworten finden. Welchen Weg du dann gehst, das bleibt dir überlassen.

Das ist der Unterschied zu den bekannten Religionen, die mit Hölle und ewiger Verdammnis drohen, um ihre eignen Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Hier findest du spirituelles "Grundwissen" und iwe gesagt, was du daraus machst, das liegt bei dir:                                 http://www.prabhupada.de/bg/Prabhupada%20-%20Bhagavad-gita%20Wie%20Sie%20Ist.pdf 

Der Hinduismus ist keine Religion wie das Christentum, sondern:

Der Hinduismus meint die Religionen (Plural) und Weltanschauungen der Hindis, man hört auch das Wort "Indien" deutlich mit raus. Diese Religionen der Hindis und mitunter auch Geschichten und Weltanschauungen sind wie die römische, griechische oder germanische Religion mehr eine geistesgeschlichtliche Entwicklungsstufe, in welcher sich noch frühe Vorstellungen der Sozialschichtung (Kastenwesen), die Vielgötterei als Projezierung der Verschiedenheiten in Gottheiten (wie bei den Römern, Griechen, Germanen etc. mit Zeus, Hera, Diana & Co bzw. Thor, Loki, Odin etc.), die Erklärung der Naturgewalten mit Kraftwesen etc. wiederfindet, ein Bündel an Traditionen.

Der Hinduismus ist daher weniger eine Religion, als vielmehr eine kulturelle Tradition, die nach und nach aufgebrochen werden musste, um modernen und menschenwürdigeren Werten (z.B. Stellung der Frau, Rechte der Armen etc.) Platz zu machen.

Ein Wechsel eines Außenstehenden zum Hinduismus ist daher eigentlich nicht vorgesehen, das ist so, wie wenn ein Hesse die bayerische Lederhosenkultur annimmt. Der Hinduismus missioniert daher auch nicht. Der Hinduismus ist Kultur und Tradition der Hindis, keine Religion als Antwort auf die Frage nach der Wahrheit.

Was bisweilen nach außen - über die Lebensform der Hindis - getragen wurde und teilweise noch getragen wird, sind eher esoterische Lebensmodelle einzelner hinduistischer Gurus, das ist aber nicht der Hinduismus als solcher, sondern einfach esoterische "Lebensberatung", war in den 60er mal Mode, ist aber inzwischen wieder out, wurde durch neue Strömungen ersetzt. War nur eine Zeiterscheinung, hatte auch damals nichts mit der Suche nach Wahrheit zu tun.

Hinud kann man nicht werden, man wird als Hindu geboren. Es gibt keine Konversion in dem Stil, wie wir das in den missionarischen Religionen haben. Deshalb erübrigt sich auch die Frage nach der Kaste, denn in eine Kaste wird man hineingeboren, man tritt nicht ein.

Die einzige sozusagen hinduistische Glaubensgemeinschaft, die sich für Nicht-Hindus geöffnet hat, ist die "Internationale Gesellschaft für Krischna-Bewußtsein". Sie haben den Schritt vor einigen Jahren vollzogen und stehen deshalb auch von hinduistischer Seite in heftiger Kritik. Die Krischna-Gläubigen galten im Westen über viele Jahre als Sekte, der man besser nicht angehörte. Dieses öffentliche Bild hat sich inzwischen gewandelt. Ich empfehle Dir diese Gruppe nicht, aber Du kannst Dich im Internet schlau über sie machen.

Zu guter Letzt: Warum suchst Du eine Religion wie im Klamottenladen? Einen Glauben findet man nicht durch Wühlen in den Weltanschauungen. Man findet ihn durch Erfahrung, durch eine (oder mehrere) innere Begegnungen mit dem, was man als göttlich erkennt. Wenn es bei Dir nicht so weit ist, wenn  das nicht  mehr der Fall ist, wenn Du keine Orientierung hast, dann warte einfach. Wenn Du nach dem Göttlichen suchst, sucht das Göttliche auch nach Dir. Du brauchst nur offen zu bleiben. Informiere Dich - begegne Menschen! - aber behalte Deinen Verstand in Betrieb. Warte. Schau mit offenen Augen auf die Welt und in Dich selbst hinein. Dann geschieht der Rest von allein. Gruß, q.

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